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Das schwarze Meer

Vor einem Jahr begann in den USA die größte Ölkatastrophe aller Zeiten

Die Plattform Helix Q4000  verbrennt Öl, das nach der Katastrophe im Golf von Mexiko aus der Tiefe strömt. (AP)
Die Plattform Helix Q4000 verbrennt Öl, das nach der Katastrophe im Golf von Mexiko aus der Tiefe strömt. (AP)

Am 20. April 2010 explodierte die Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko und löste eine Ölpest aus. Erst fünf Monate später konnte die geborstene Pipeline endgültig verschlossen werden. Bis dahin waren fast 800 Millionen Tonnen Öl ins Meer geflossen.

Elf Arbeiter starben bei der Explosion. Die Explosion führte zur bislang größten Ölkatastrophe weltweit. Die Küsten von vier US-Bundesstaaten wurden verschmutzt.

Jetzt, ein Jahr später, schätzt die US-Behörde für Ozeanografie dass zwischen elf und 30 Prozent des ausgelaufenen Öls immer noch im Wasser sind, berichtet Klaus Remme im Deutschlandfunk. Für die Fischer vor Ort sei noch längst nicht alles in Ordnung. Die Reinigungsarbeiten sind noch nicht abgeschlossen, aber die Anzahl der Arbeiter ist von einst 48.000 auf etwa 1500 gesunken.

Ein Jahr nach dem Unglück konnte die Berliner Filmemacherin und Produzentin Beatrice Tillmann mit einem unabhängigen Forscherteam bis zu sieben Seemeilen an die Unglücksstelle herankommen. Tillman gab den Forschern eine Kamera mit unter Wasser. Was es da zu sehen gab, berichtet sie im Interview mit dem Deutschlandradio Kultur (MP3-Audio).

Die Explorationsplattform "Deep Water Horizon" geriet am 20. April in Brand und sank am 22. (US Coast Guard)Die Explorationsplattform "Deep Water Horizon" geriet am 20. April in Brand und sank am 22. (US Coast Guard)"Das, was nach Auskunft unserer Manager niemals passieren würde, genau das geschah", erzählt Mike Williams. Im Deutschlandfunk berichtet Ralph Sina (MP3-Audio), wie der Ingenieur der Deepwater Horizon das Unglück vor einem Jahr erlebte. Um den Flammen zu entkommen, sprang Williams in Todesangst zehn Stockwerke tief ins Meer, die Wasseroberfläche war zu dem Zeitpunkt schon ein brennender Ölteppich.

BP startete viele Vesuche, um den Ölteppich loszuwerden. Einer davon war, Corexid zu versprühen. Die Chemikalie sollte das Öl auflösen, damit sich der Ölteppich verflüchtigt. Ein Versuch mit bitteren Folgen: Die Bewohner der Küste bekommen schwere Ausschläge, ihnen ist übel, ihre Augen tränen.

Welche Schlussfolgerungen haben Mensch und Energiekonzerne aus dieser Katastrophe gezogen? Das fragt Jörg Schindler in seinem Buch "Öldämmerung", das von Britta Fecke im Deutschlandfunk vorgestellt wird.

Die Havarie der Bohrinsel erwischte auch die Wissenschaft auf dem falschen Fuß. So wurde wochenlang darüber debattiert, wie viel Öl und Gas denn nun aus dem Meeresboden schossen und wie es sich danach verteilte. Zu den Konzepten, die in den Wochen nach dem Unfall ausprobiert wurden, zählen akustische Methoden, um das Schicksal des Öls besser eingrenzen zu können.


Programmvorschau:

Im Deutschlandradio Kultur beschäftigt sich die Weltzeit am Mittwoch, 20. April, von 18.07 bis 18.30 Uhr mit Alles besser? - Ein Jahr nach der Havarie der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko zum Unglück.

Beiträge auf dradio.de zum Thema:

Die schwarze Pest - Ein Jahr nach der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko

Forschung:

Bakterien sei Dank Was geschah mit dem Methan, das bei der Deepwater-Horizon-Havarie austrat? (07.01.2011)
Versagen über Versagen Erster Zwischenbericht zu den Ursachen der Deepwater-Horizon-Havarie (19.01.2010)
Aus den Augen, aber da Wissenschaftler entdecken ''Deepwater Horizon''-Ölwolke in der Tiefsee (20.08.2010)
Das letzte Loch Wie die Entlastungsbohrungen das Desaster der Deepwater Horizon zu Ende bringen sollen (14.07.2010)

Umwelt:

Teilsperrung für Fischerei im Golf von Mexiko Umweltdaten zur Ölpest unter Verschluss (26.11.2010)
BP stellte Profit nicht über Sicherheit Ölpest-Untersuchungskommission stellt Ergebnisse vor (09.11.2010)
BP und Halliburton ignorierten Warnsignale Deep Water Horizon: Schlechter Zement führte zur Öl-Katastrophe (29.10.2010)
Kein Schlussstrich US-Reaktionen auf BP-Bericht zur Ölkatastrophe (09.09.2010)
Forscher widersprchen BP: Das Öl ist noch da Bakterien können Öl im Golf von Mexiko nicht so schnell zersetzen (27.08.2010)
Im Rausch der Tiefe Die Weltmeere als Rohstofflieferant (29.05.2010)

Chronik des Unglücks:

US-Küstenwache fackelt Ölteppich vor Louisiana ab Drittes Leck an untergegangener Bohrinsel entdeckt (29.04.2010)
Ölteppich erreicht Mississippi-Delta Aus Bohrloch entweicht fünf Mal mehr Öl als angenommen (30.04.2010)
Ölpest weitet sich aus Weitere US-Bundesstaaten rufen Notstand aus (01.05.2010)
Ölteppich breitet sich weiter aus US-Präsident Obama reist in betroffene Küstenregionen (02.05.2010)
BP will für Schäden aufkommen Konzern übernimmt Verantwortung für Ölpest im Golf von Mexiko (03.05.2010)
US-Regierung droht BP Ölpest im Golf von Mexiko (24.05.2010)
Machtwort Obama hält Fernsehansprache zur Ölkatastrophe (16.06.2010)
BP schließt Bohrloch im Golf von Mexiko Ölkonzern warnt aber vor verfrühter Euphorie: "Test hat gerade erst begonnen" (16.07.2010)
Rücktritt: BP-Chef Hayward hat sein Leben zurück Nachfolger wird Bob Dudley (27.07.2010)
Bohrloch im Golf von Mexiko nach vier Monaten offenbar geschlossen BP meldet: Erster Schritt der Versiegelung erfolgreich (04.08.2010)
BP meldet weiteren Erfolg bei Versiegelung von Bohrloch Wissenschaftler warnen aber vor "optimistischen" Annahmen (06.08.2010)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:41 Uhr

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