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DAX-Kurse erholen sich nach Absturz

Achterbahnfahrt auch an asiatischen Börsen

Selbst den Profis entgleiten angesichts der Kursstürze die Gesichtszüge (picture alliance / dpa / Fredrik von Erichsen)
Selbst den Profis entgleiten angesichts der Kursstürze die Gesichtszüge (picture alliance / dpa / Fredrik von Erichsen)

Verluste in Tokio, Hongkong - und in Frankfurt: Auch heute kannten die weltweiten Indizes zeitweilig nur eine Richtung: nach unten. Der DAX fiel punktuell um bis zu sieben Prozent - die ersten Käufe auf niedrigem Niveau ließen die Kurse aber wieder steigen.

Der Deutsche Aktienindex DAX drehte am Dienstagmorgen nach den Abschlägen am Montag erneut zunächst kräftig nach unten, erholte sich bis Mittag jedoch leicht auf ein Minus von um die zwei Prozent.

Die Euro-Skulptur vor dem Hauptgebäude der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt (AP)Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt (AP)

Kritik an Stützkäufen durch die EZB

Ökonomen in Europa kritisieren den europäischen Wirtschaftskurs scharf. Das Aufkaufen von Anleihen kriselnder Euroländer durch die Europäische Zentralbank sei ein großer Fehler, sagt beispielsweise der Wirtschaftsforscher Wim Kösters. Das beruhige die Märkte kurzfristig - mache aber die Bank von den Krisenländern abhängig.

Der FDP-Europa-Politiker Alexander Graf Lambsdorff kritisiert ebenfalls die EZB. Es habe viel zu wenige Auflagen an Spanien und Italien gegeben.

Auch am deutschen Krisenkurs gibt es Kritik: Der Politologe Heinrich Oberreuter fordert in der jetzigen akuten Situation die Miteinbeziehung des Deutschen Bundestages - derzeit würden sich nur Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) miteinander über die Probleme an den Börsen abstimmen. CDU-Haushaltspolitiker Norbert Barthle dagegen weist die Forderung nach einer Krisensitzung des Bundestages zurück.

Wirtschaftsminister Rösler schlug den Aufbau eines Stabilitätsrates im Euro-Raum vor. Das Gremium solle über Sanktionsmöglichkeiten verfügen und zum Beispiel entscheiden können, wie europäische Strukturfondsmittel in Krisenländern verwendet würden. Die Initiative sei mit der Bundeskanzlerin abgestimmt, sagte er.

Lob für die Europäer aus den USA

Unterdessen unterstützt US-Präsident Obama den europäischen Finanzkurs - aus ureigenstem Interesse. Er lobte insbesondere Spanien und Italien für deren Anstrengungen zur Bewältigung der Schuldenkrise. Zuvor hatte der US-Präsident den Regierungschefs José Luis Rodriguez Zapatero und Silvio Berlusconi telefoniert. Europa ist für die USA ein wichtiger Exportmarkt: Wird dort aufgrund ausufernder Schulden immer weiter gespart, könnte der Absatz amerikanischer Güter einbrechen. Eine schnelle Bewältigung der europäischen Schuldenkrise ist deshalb ganz im Sinne des amerikanischen Regierungschefs.

Zuvor hatte Obama in Washington seine eigenen Landsleute aufgefordert, angesichts der Herabstufung der amerikanischen Kreditwürdigkeit Ruhe zu bewahren.

Der Analyst Thomas Kleine-Brockhoff vom German Marshall Fund bewertet den Schritt der Rating-Agentur Standard & Poor's als Wecksignal für die Amerikaner. Die USA bleiben seiner Meinung nach aber wirtschaftliche Führungsmacht, gerade weil auch die Europäer unter Druck stehen.

Ein chinesischer Broker verzweifelt ob der sackenden chinesischen Börsenkurse (picture alliance / dpa /)Ein chinesischer Broker verzweifelt ob der sackenden chinesischen Börsenkurse (picture alliance / dpa /)

Asien rutscht ins Minus

Währenddessen verzeichnen die Börsen in Asien heute Früh weitere Kursverluste. In Tokio gab der Nikkei-Index um gut vier Prozent nach. In Hongkong eröffnete der Hang-Seng-Index 6,25 Prozent im Minus. Die chinesischen Börsen in Shanghai und Shenzen gingen um 2,3 und 2,7 Prozent zurück.

Bereits am gestrigen Montag hatte es an den weltweiten Börsen erhebliche Kursverluste gegeben. Doch was bedeuten diese Kursverluste für den privaten Anleger? Auch wenn nominell Werte vernichtet worden sind - sinkende Kurse bedeuten nicht zwingend, dass jemand Geld verloren hat. DRadio Wissen erklärt fallende Kurse und ihre Auswirkungen auf die Märkte.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

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