Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

De Maizière beklagt Überlastung der Bundeswehr im Kosovo

Verteidigungsminister fordert stärkeren Einsatz der Partnerländer

Einsatz in einer nach wie vor instabilen Region: NATO-Friedenstruppen im Kosovo (AP)
Einsatz in einer nach wie vor instabilen Region: NATO-Friedenstruppen im Kosovo (AP)

In Brüssel treffen sich die Verteidigungsminister der NATO-Staaten. Es geht um die Zeit nach dem Truppenabzug aus Afghanistan, aber auch um den KFOR-Einsatz im Kosovo. Deutschland fühlt sich von den Partnern allein gelassen.

De Maizière sagte in Brüssel, die benötigte Truppenstärke werde derzeit nur durch den nahezu permanenten Einsatz von Reservekräften erreicht. Darunter litten vor allem Deutschland, Österreich und Italien. Die drei Länder hätten zuletzt drei Mal in Folge die Einsatzreserve gestellt und seien dadurch überlastet.

Umgruppierung oder Überarbeitung des Konzepts gefordert

"Das ist nicht korrekt und das entspricht nicht der Lage", sagte der CDU-Politiker am Rande des Treffens mit seinen NATO-Kollegen in Brüssel. Es sei nicht in Ordnung, dass Lücken, die die kosovarische Polizei und der europäische Polizei-Einsatz EULEX ließen, mit militärischen Reserveeinheiten gefüllt würden, kritisierte De Maiziere.

Er will bei den heutigen Beratungen der NATO-Verteidigungsminister anregen, das Konzept für den Einsatz der KFOR (englisch Kosovo Force) im Kosovo zu überarbeiten. Seinen Worten zufolge könnten Soldaten aus dem ruhigeren Süden des Landes umgruppiert oder andere NATO-Staaten zu größerem Engagement verpflichtet werden. De Maizière forderte zudem für den EULEX-Einsatz einen Neustart. "Das müssen wir auf der EU-Ebene klären", betonte er.

Deutschland stellt die meisten Soldaten

Der Grenzposten Jarinje an der Grenze zwischen Serbien und Kosovo steht nach einem Angriff serbischer Extremisten in Flammen (picture alliance / dpa / EPA/STR)Juli 2011: Der Grenzposten Jarinje an der Grenze zwischen Serbien und Kosovo steht nach einem Angriff serbischer Extremisten in Flammen (picture alliance / dpa / EPA/STR)Derzeit sind im Kosovo noch rund 5800 ausländische Soldaten aus 29 Ländern stationiert. Deutschland ist mit etwa 1400 Soldaten der größte Truppensteller. Der Einsatz der KFOR geht auf die Resolution 1244 des UNO-Sicherheitsrats von 1999 zurück. Unter Leitung der NATO sollen die internationalen Truppen für ein sicheres Umfeld für die Rückkehr von Flüchtlingen nach dem Kosovokrieg sorgen.

Ursprünglich war für 2012 die Halbierung der derzeitigen KFOR-Truppenstärke vorgesehen. Doch Anfang des Jahres führten die anhaltenden Feindseligkeiten zwischen Albanern und Serben im Nordkosovo zu der Entscheidung der NATO, die Mission vorerst unverändert fortzusetzen. Das Kosovo ist seit September unabhängig. Das Nachbarland Serbien erkennt die Unabhängigkeit nicht an.

NATO-Minister wollen "Grobplan" für Afghanistan entwerfen

Bei dem Treffen der NATO-Minister in Brüssel steht de Maizière zufolge heute auch Afghanistan auf dem Programm. Mit dem Abzug aus Afghanistan steht die NATO vor einer ihrer größten Aufgaben seit Jahrzehnten. Von 2015 an soll der von jahrzehntelangen Kriegen geprägte Nachbarstaat Pakistans selbst für seine Sicherheit sorgen - dafür soll heute ein "Grobplan" erarbeitet werden.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 08:35 Uhr Wirtschaftsgespräch

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

USAWissenschaftler gegen Donald Trump

Bei der Wissenschaftskonferenz AAAS fragen sich US-Forscher, wie es unter US-Präsident Donald Trump mit ihren Forschungsbereichen weitergeht - inhaltlich und finanziell. Besonders die Klimaforscher bangen. Wir haben darüber mit Cathryn Clüver gesprochen, sie ist Politikwissenschaftlerin an der Harvard-Universität.

Tabuthema Suizid"Ich bin auch wütend"

Grabstein mit Inschrift (imago/Martin Bäuml Fotodesign)

Suizid begegnet uns, wenn im Familienkreis oder unter Bekannten jemand sich selbst tötet oder es versucht hat. Angehörige geraten nicht selten in die soziale Isolation. Aber müssen wir nicht diesem Menschen Respekt zollen, auch wenn seine Entscheidung eine Absage an die gemeinsame Zukunft war?

Deutschland in AfrikaSüdsudan am Tropf der Staatengemeinschaft

Menschen an der Wasserstelle in einem Flüchtlingslager am Rand von Juba im Südsudan (Deutschlandradio / Björn Blaschke)

Der Südsudan ist der jüngste Staat der Welt und einer der ärmsten. Fast die Hälfte seiner Einwohner ist abhängig von Hilfslieferungen der internationalen Gemeinschaft. Grund für die Misere ist der seit 2013 währende Bürgerkrieg zwischen den Dinka und den Nuer. Ein Krieg, der mittlerweile jeden fünften Südsudanesen in die Flucht getrieben hat.

Landlust/Landfrust (1/2)Dorfleben im Wandel

Zwei ältere Dame tragen nach einem Einkauf ihre Lebensmittel nach Hause. (picture alliance/ dpa/ David Ebener)

Die Sehnsucht nach Natur, Ruhe und Dorfidylle ist in der Gesellschaft groß. Mit der Realität hat diese Vorstellung des Landlebens oft wenig zu tun. Kerstin Faber hat sich intensiv mit ländlichen Regionen auseinandergesetzt. Ein Problem seien Dörfer mit großer Überalterung, sagte sie im DLF. "Da haben wir es mit einem Abbau der Daseinsvorsorge zu tun."

Berlinale 2017"Vollmundiger Jahrgang mit kratzigem Abgang"

Die Filmkritiker Peter Körte ("FAS") und Katja Nicodemus ("Zeit") nach ihrem Gespräch mit Deutschlandradio Kultur auf der Berlinale 2017. (Deutschlandradio / Cornelia Sachse)

Das Gleichnis eines guten Weines fällt der Filmkritikerin Katja Nicodemus zum Wettbewerb des diesjährigen Berliner Filmfestivals ein. "Ich habe wenig gesehen, was mich umgehauen hätte", hält ihr Kollege Peter Körte dagegen.

Hanya Yanagihara: "Ein wenig Leben"Ein umwerfender und suspekter Roman

"Ein wenig Leben" von Hanya Yanagihara. Im Hintergrund: die Skyline von New York. (Hanser / picture-alliance / dpa)

Dieser Roman geht an Grenzen: Die amerikanische Schriftstellerin Hanya Yanagihara erzählt in "Ein wenig Leben" von exzessivem menschlichen Leid. Im Zentrum stehen vier Männer aus New York. Einer von ihnen, Jude, ist von einem düsteren Geheimnis umgeben, das seine Freunde, aber auch den Leser in Bann hält.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

USA  Microsoft-Gründer Gates beunruhigt über Trump-Regierung | mehr

Kulturnachrichten

Jazzfusion-Gitarrist Larry Coryell gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Trump-Rede  Schweden scherzen über angeblichen Anschlag | mehr