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De Maizière erwägt Abzugsmandat für Afghanistan

Pakistan öffnet seine Grenze für NATO-Nachschub

De Maizière stellt Überlegungen zum Truppenabzug an (picture alliance / dpa / Hannibal Hanschke)
De Maizière stellt Überlegungen zum Truppenabzug an (picture alliance / dpa / Hannibal Hanschke)

Für den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan könnten nach Einschätzung von Verteidigungsminister de Maizière zusätzliche deutsche Soldaten mit einem eigenen Mandat notwendig werden. Eine Wende in der pakistanischen Politik könnte den Abzug aber erleichtern.

Die zusätzlichen Bundeswehrsoldaten sollten im Bedarfsfall durch ein eigenständiges Mandat entsendet werden und ausschließlich für diese Aufgabe zuständig sein, erklärte der CDU-Politiker bei einem überraschenden Besuch am Hindukusch. Bis Ende 2014 seien insgesamt etwa 1700 Fahrzeuge und rund 6000 Container nach Deutschland zurück zu transportieren, sagte de Maizière weiter. De Maizière will im Herbst eine Schätzung über die Kosten des Abzugs der deutschen Truppen vorlegen. Vorher seien genaue Auskünfte noch nicht möglich, sagte er während eines Besuchs im Bundeswehr-Feldlager in Kundus. Nach bisherigen Planungen soll der Abzug Ende 2014 abgeschlossen sein.

Wie unterdessen bekannt wurde, ist Afghanistans Nachbarland Pakistan nun offenbar bereit, die Nachschubrouten für die Nato-Truppen zu öffnen. Das teilte US-Außenministerin Hillary Clinton mit. Ihre pakistanische Amtskollegin Hina Rabbani Khar habe sie darüber informiert, sagte Clinton. Pakistan hatte seine Grenze im vergangenen November infolge eines Streits mit den USA für Militärtransporte bis auf Weiteres geschlossen.

"Man kann nicht mit jedem Mörder verhandeln"

Minister de Maizière sprach bei seinem Besuch am Hindukusch von einer gewissen Grenzen für Versöhnungsgespräche mit den Taliban in Afghanistan. "Man kann nicht mit jedem Mörder verhandeln", sagte er in Masar-i-Scharif. Die internationale Gemeinschaft strebt eine politische Lösung des Afghanistan-Konflikts an; dazu werden inoffizielle Gespräche mit den Aufständischen geführt. Man werde nicht alle reintegrieren können und wollen, sagte de Maizière. Er bekannte sich aber klar zu dem Aussöhnungsprozess: "Der ist eine Erfolgsbedingung genauso wie die Arbeit der Sicherheitskräfte."

Sicherheitslage verbessert

Bundeswehrsoldaten beobachten eine Landstraße am Stadtrand von Kunduz in Afghanistan (AP)Bundeswehrsoldaten beobachten eine Landstraße am Stadtrand von Kundus in Afghanistan (AP)Die Bilanz des Verteidigungsministers zum Ende seines eintägigen Afghanistan-Besuchs fiel insgesamt positiv aus. "Die gute Nachricht: Die Zahl der Anschläge geht zurück und die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte ist besser geworden", sagte de Maizière mit Blick auf die mittlerweile rund 49.000 Soldaten und Polizisten in der Nordregion. Das ist das Dreifache der ISAF-Truppen in den Nordprovinzen Afghanistans. Noch in diesem Jahr könnte der Übergabeprozess so weit vorangeschritten sein, dass gut 80 Prozent der Afghanen in Gebieten leben, die von den eigenen Kräften kontrolliert werden.

Derzeit sind rund 4800 Bundeswehrsoldaten in Nordafghanistan im Einsatz. Die ISAF will ihren seit mehr als zehn Jahren andauernden Kampfeinsatz in dem Land bis Ende 2014 beenden. Bis dahin sollen die afghanischen Sicherheitskräfte selbst in der Lage sein, für die Sicherheit in ihrem Land zu sorgen.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:54 Uhr

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