Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

De Maizière fordert mehr Einsatz für gemeinsame europäische Sicherheitspolitik

Münchner Sicherheitskonferenz berät über Verteidigungsstrategie

Polizisten sorgen vor dem Hotel Bayerischer Hof für Sicherheit (picture alliance / dpa / Frank Leonhardt)
Polizisten sorgen vor dem Hotel Bayerischer Hof für Sicherheit (picture alliance / dpa / Frank Leonhardt)

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière verlangt mehr Bemühungen um eine gemeinsame europäische Verteidigungspolitik. Europa müsse auch militärisch Verantwortung für sich selbst übernehmen, sagte de Maizière zum Auftakt der 48. Münchner Sicherheitskonferenz.

De Maizière kritisierte: "Noch bleibt die gemeinsame Verteidigungs- und Sicherheitspolitik weit hinter ihren Möglichkeiten zurück." Der CDU-Politiker hob die Einsätze der Bundeswehr hervor. Die Bundeswehr könne kämpfen und führen. Schon längst übernehme Deutschland mehr internationale Verantwortung, als es manchen Bürgern zu vermitteln sei.

Ischinger warnt vor Angriff auf den Iran

Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchener Sicherheitskonferenz und Allianz-Mitarbeiter (Deutschlandradio - Bettina Straub)Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchener Sicherheitskonferenz (Deutschlandradio - Bettina Straub)Der Vorsitzende der Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, warnte vor dem Treffen vor einem Militärschlag gegen den Iran: "Für den Fall des Scheiterns der gegenwärtigen Sanktionspolitik gegenüber dem Iran bleibt nur noch eine Option, nämlich die Option der militärischen Eskalation, sprich des Krieges übrig. Das wäre der Bankrott der Politik, der Bankrott der Diplomatie, und genau solche Zwänge wollen wir durch das Dialogforum in München hoffentlich verhindern", sagte Ischinger im Deutschlandfunk.

Der Vorsitzende des Auswärtiges Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz, zeigte sich überzeugt, dass in der jetzigen Situation wirtschaftliche Sanktionen, wie etwa kein Öl mehr von Iran zu kaufen, Wirkung zeigen würden. "Die iranische Wirtschaft ist in einer schlechten Verfassung. Die Menschen wissen, dass eigentlich die Ölknappheit auf der Welt ihnen größeren Wohlstand bescheren könnte, wenn man vernünftig wirtschaften würde", sagte der CDU-Politiker im Deutschlandradio Kultur.

Strategiewechsel der USA prägt das Treffen

Die 48. Münchner Sicherheitskonferenz ist das bislang größte Treffen seiner Art mit weit mehr als 300 Teilnehmern aus über 70 Ländern, sowie fast 200 Beobachtern. Im Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltung steht der Strategiewechsel der USA. Die Regierung in Washington will die Zahl ihrer Bodentruppen deutlich reduzieren und sich künftig auf den asiatisch-pazifischen Raum konzentrieren. Aus Europa könnten in der Folge tausende Soldaten abgezogen werden. US-Präsident Obama hat Einsparungen im Verteidigungsbudget von insgesamt 450 Milliarden Dollar angekündigt.

Zudem wollen die Konferenzteilnehmer über die Folgen des Arabischen Frühlings für die internationale Sicherheitsarchitektur beraten. Dabei dürfte es auch um die Situation in Syrien und den Atomstreit mit dem Iran gehen. Zudem soll auf der Konferenz ein Kompromisspapier zum Streit zwischen den USA und Russland über den Raketenabwehrschild vorgelegt werden. Auch das Thema Internetsicherheit steht auf der Agenda.

48 Jahre Sicherheitspolitik

Ins Leben gerufen wurde die Münchner Sicherheitskonferenz 1962 vom Verleger und ehemaligen Widerstandskämpfer Edwald von Kleist. Damals stand die sogenannte "Wehrkundetagung" noch unter dem Eindruck des Kalten Krieges. Politiker, Militärs und Experten konnten in dem Forum über Sicherheitsfragen in Europa und dem Verhältnis zu den USA sprechen. 1999 übernahm der frühere außenpolitische Berater von Kanzler Helmut Kohl, Horst Teltschik, die Leitung. Wolfgang Ischinger, langjähriger deutscher US-Botschafter, ist seit 2008 Gastgeber. Tagungsort ist traditionell das Hotel "Bayerischer Hof" in der Münchner Innenstadt.

Der Bayerische Rundfunk überträgt die gesamte Tagung live im Internet.

Mehr zum Thema:

Münchner Sicherheitskonferenz 2012

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:47 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Fazit

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Neue Musik

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Aarhus-Projekt Dänemarks Umgang mit jungen Islamisten

Menschen erinnern am 14. Februar 2016 mit einer Lichterkette an die Anschläge vor einem Jahr in Kopenhagen. (dpa / picture alliance / Claus Bech)

Dialog und harte Hand - so beschreibt der Bürgermeister der dänischen Stadt Aarhus das erfolgreiche Projekt, Syrien-Rückkehrern die Chance zu geben, zurück in ein normales Leben zu finden. Gemeinsam mit muslimischen Mentoren geht die Polizei mit den islamistischen Extremisten in den Dialog.

Graphic Novel "Der Beeinflussungsapparat"Ein Comic-Manifest erklärt die Medienwelt

Ausschnitt aus der deutschen Übersetzung der Graphic Novel "Der Beeinflussungsapparat", geschrieben von Brooke Gladstone und gezeichnet von Josh Neufeld (Correctiv / David Schraven)

Der Journalismus hat zurzeit Probleme mit seiner Glaubwürdigkeit. Ob die Medien sogar fremdgesteuert sind, ist Thema von "Der Beeinflussungsapparat". Die Recherchegruppe Correctiv hat die Graphic Novel aus den USA nun auf Deutsch herausgegeben.

ChinaAKW Hualong 1 für den Sudan

China exportiert Reaktortechnik und baut im Sudan das erste Atomkraftwerk des Landes. Für China ist das der Auftakt. Geplant ist der Export von 30 Reaktoren bis 2030.

Kritik zum Katholikentag"Die christlichen Kirchen werden massiv privilegiert"

Teilnehmer der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) haben sich am 24.05.2016 in der Kongresshalle in Leipzig (Sachsen) versammelt. (picture alliance / dpa / Sebastian Willnow)

Staat und Kirche müssten konsequenter getrennt werden, fordert der konfessionslose Jurist Maximilian Steinhaus anlässlich des Katholikentages. Die Gesellschaft sei so vielfältig, dass der Staat die unterschiedlichen Weltanschauungen gar nicht gerecht fördern könne.

LandwirtschaftAntibiotika kurbeln Produktion von Treibhausgasen an

Rinder in einem Stall in Deutschland. (imago stock&people)

Antibiotika werden in der Landwirtschaft nicht nur bei Krankheiten von Nutztieren verabreicht, sondern auch als Wachstumsbeschleuniger eingesetzt. Forscher warnen immer wieder davor, dass so antibiotikaresistente Krankheitserreger entstehen. Aber es gibt wohl noch einen weiteren Nebeneffekt.

TV in Russland Sex, Klatsch und viel Propaganda

 Russlands prominente Sex-Beraterin im Fernsehen: Anfisa Chekhova. (imago)

Das russische Fernsehen ist weitgehend unter staatsnaher Kontrolle. Aber anders als zu Sowjetzeiten, als staatstragende Medien öde und langweilig waren, wird die Propaganda heute in beliebte Unterhaltung verpackt - die einen großen Teil der Bevölkerung erreicht.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Japan  Merkel trifft zu G7-Gipfel ein | mehr

Kulturnachrichten

US-Sammler zahlt über drei Millionen Euro für Shakespeare-Bände  | mehr

Wissensnachrichten

Wohnen  Hotel Mama liegt voll im Trend | mehr