Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Der erste Mann auf dem Mond ist tot

Neil Armstrong ist im Alter von 82 Jahren gestorben

Neil Armstrong nach seinem Spaziergang über den Mond (picture alliance / dpa / Nasa)
Neil Armstrong nach seinem Spaziergang über den Mond (picture alliance / dpa / Nasa)

Neil Armstrong war der erste Mann auf dem Mond. Millionen Menschen verfolgten seine Mondlandung 1969 live im Fernsehen. Mit 82 Jahren ist er gestorben.

"Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit." Mit diesen Worten betrat der Astronaut Neil Armstrong am 21. Juli 1969 den Mond – als erster Mensch überhaupt. Schätzungsweise eine halbe Milliarde Menschen, damals ein Fünftel der Weltbevölkerung, verfolgten die Mondlandung live im Radio und Fernsehen. Nun ist der Raumfahrtpionier im Alter von 82 Jahren am den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung gestorben, wie seine Familie am Samstagabend mitteilte.

"Neil war einer der größten amerikanischen Helden - nicht nur dieser Zeit, sondern aller Zeiten", sagte US-Präsident Barack Obama in einer vom Weißen Haus veröffentlichten Erklärung. Als Armstrong seinen Fuß auf den Mond gesetzt habe, habe er "einen Moment menschlicher Leistung geboten, die niemals vergessen werden wird".

Auch die Bundesregierung würdigte die Leistungen Armstrongs. Er stehe in der Entdeckergeschichte der Menschheit auf einer Stufe mit Christoph Kolumbus, sagte der Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Peter Hintze: "Seine Worte auf dem Mond werden ewig im Gedächtnis der Menschheit bleiben."

Drei Stunden auf dem Mond

Die Astronauten Neil Armstrong and Edwin E. "Buzz" Aldrin errichten 1969 auf dem Mond die US-amerikanische Flagge (AP/NASA)Die Astronauten Neil Armstrong and Edwin E. "Buzz" Aldrin errichten 1969 auf dem Mond die US-amerikanische Flagge (AP/NASA)Als Kommandant der Apollo-11-Mission erreichte Armstrong das von Präsident John F. Kennedy im Mai 1961 ehrgeizig gesetzte Ziel, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond zu bringen. Kurz vor dieser Forderung hatte der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch die Erde im Weltraum umrundete.

Armstrong und sein Kollege Edwin "Buzz" Aldrin machten auf dem Mond Fotos, sammelten Gesteins- und Bodenproben und installierten Messinstrumente. Sie setzten die US-Flagge und hinterließen eine Plakette mit der Inschrift: "Hier setzten Menschen vom Planeten Erde erstmals ihren Fuß auf den Mond. Wir kamen in Frieden für die ganze Menschheit." Insgesamt verbrachten die beiden Männer fast drei Stunden auf dem Erdtrabanten.

Armstrong scheute die Öffentlichkeit

Nachdem Armstrong bei der NASA 1971 in den Ruhestand ging, lehrte er fast ein Jahrzehnt lang Luftfahrttechnik an der Universität von Cincinnati und saß im Aufsichtsrat einiger Firmen, darunter Lear Jet, United Airlines und Marathon Oil. Jahrzehntelang scheute der Mondpionier die Öffentlichkeit. In einem seltenen Interview sagte Armstrong 2005, er habe die Aufmerksamkeit, die ihm geschenkt werde, eigentlich nicht verdient. "Ich wurde nicht ausgewählt, der Erste zu sein. Ich wurde ausgewählt, diesen Flug zu kommandieren. Die Umstände haben mir diese besondere Rolle gebracht."

"Ich bin und werde für immer ein weißer Socken tragender, auf seine Tasche aufpassender, streberhafter Ingenieur bleiben", erklärte er einmal bei einem seiner wenigen öffentlichen Auftritte. Auch der ehemalige "RIAS"-Reporter Harro Zimmer erlebte Armstrong als Mann ohne Eitelkeit, der nicht für die gelungene Mondmission gefeiert werden wollte: "Er war von Natur her ein doch relativ verschlossener Mensch, der keine großen weitschweifigen Konversationen liebte." Für Wissenschaftsjournalisten sei er jedoch ein interessanter Gesprächspartner gewesen, sagte Zimmer im Deutschlandradio Kultur.

Armstrong habe den Ruhm - im Gegensatz zu vielen seiner Apollo-Kollegen - sehr gut verkraftet, sagte Wissenschaftsjournalist Dirk Lorenzen im Deutschlandradio Kultur. "Ich glaube, Neil Armstrong war durchaus bewusst, das war auch ein bisschen Glück oder Privileg, dass er das machen durfte."

2009 machte Armstrong Schlagzeilen, als er die Raumfahrt-Sparpläne von US-Präsident Obama scharf kritisierte: Dieser hatte gerade das Constellation-Programm zusammengestrichen, das eine neue Rakete für Mond-Missionen vorgesehen hatte. Für Armstrong drohten die USA damit, zu einer "drittklassigen" Raumfahrtnation zu werden.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Fazit

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Freispiel

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

EU-VerordnungAllergene kennzeichnen!

Verschiedene Brötchensorten (dpa - picture alliance / Romain Fellens)

Der Anteil der Menschen, die mit Allergien und Unverträglichkeiten auf Lebensmittel reagieren, steigt ständig. Eine gute Kennzeichnung heißt für Betroffene oft ein Stück Freiheit. Seit vergangenem Dezember müssen in Europa die 14 Hauptallergene gekennzeichnet werden - in der Praxis läuft diese Verordnung noch nicht ganz rund.

Trauermarsch in MoskauZehntausende gedenken Boris Nemzow

Trauermarsch für den ermordeten Oppositionellen Boris Nemzow in Moskau (dpa / picture alliance / Sergei Ilnitsky)

Eigentlich wollte die Opposition einen Antikrisenmarsch in Moskau abhalten. Nach der Ermordung eines Organisators, dem Oppositionspolitiker Boris Nemzow, wurde es ein Trauermarsch. Und die Teilnehmer machten deutlich, wer für sie die Verantwortung für das Verbrechen trägt.

Heinz Rein: "Finale Berlin"Die letzten Tage des Krieges in Berlin

Blick auf einen Linienbus im zerstörten Berlin der Nachkriegszeit (undatiertes Archivbild von 1945). (picture alliance / dpa  )

Der Autor Heinz Rein hat seinen dokumentarischen Roman "Finale Berlin" über das Ende des Zweiten Weltkrieges in Berlin innerhalb kürzester Zeit niedergeschrieben - er erschien schon 1947. Nun, sieben Jahrzehnte nach Kriegsende, folgt die dritte Auflage.

Mord an Boris NemzowEine Gesellschaft, krank vor Hass

Gedenken an den russischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow, der in Moskau unweit des Kremls erschossen wurde. (dpa / picture alliance / RIA Novosti)

Der Kreml und die von ihm gelenkten Medien haben ein Klima geschaffen, in dem Gewalt, Hass und Lüge herrschen. Noch nach seinem Tod werde der ermordete Kreml-Kritiker Boris Nemzow in den Dreck gezogen, kommentiert Gesine Dornblüth.

Rumänisches Eishotel Im Kalten kuscheln

Der Eingang des Eishotels mit Blick auf zwei Eisfiguren (die Pagen).  (Deutschlandradio - Thomas Wagner )

Zwölf Zimmer, ein Speisesaal, die Bar und selbst die Tische: In Rumänien gibt es ein Hotel, in dem wirklich alles aus Eis besteht. Ein Besuch im zentralrumänischen Fogerasch-Gebirge lohnt sich aber auch aufgrund der beeindruckenden Landschaft.

Streit ums Kirchenasyl"Da muss Vernunft zurückkehren"

Porträtbild des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick. (dpa / picture alliance / David Ebener)

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick verteidigt das Kirchenasyl - obwohl es für die Gemeinden eine große Belastung darstelle. Derzeit seien viele Emotionen im Spiel, aber mit Vernunft könnten Lösungen gefunden werden.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

CDU-Präsidiumsmitglied Spahn  sieht Österreichs Islamgesetz als Vorbild | mehr

Kulturnachrichten

Niederländischer Bildhauer Carel Visser gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Weltall  Überraschende Entdeckung: Sternengeburt am Rande der Milchstraße | mehr