Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Der geordnete Teil-Rückzug aus der Wehrpflicht

Künftig soll es Berufs-, Zeit- und freiwillige Soldaten geben

Soldaten erhalten in Frankenberg, Sachsen, ihre Ausbildung an der Pistole P8  (AP)
Soldaten erhalten in Frankenberg, Sachsen, ihre Ausbildung an der Pistole P8 (AP)

Die einen nennen es "aussetzen", die anderen "abschaffen": So oder so wird die Wehrpflicht wohl enden: Nach ARD-Informationen soll die Armee drastisch verkleinert und die Wehrpflicht freiwillig werden.

Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios favorisiert Verteidigungsminister zu Guttenberg offenbar ein Reformmodell, welches eine Reduzierung der Truppe auf 165.000 Soldaten vorsieht, die Wehrpflicht bestünde nur noch auf freiwilliger Basis.

Einige gute Ansätze in den nun bekannt gewordenen Plänen entdeckt der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion: Insgesamt aber machten die Pläne "die Bundeswehr wirklich zum Spielball der Fiskalpolitik" und seien "sicherheitspolitisch nicht mehr zu begründen", sagte Rainer Arnold im Deutschlandfunk-Interview.

Die Bundeswehr bestünde dann de facto aus Berufs- und Zeitsoldaten. Ziel der personellen Reform ist es, die Armee für die steigenden Einsatzanforderungen bei internationalen Einsätzen fit zu machen: Bislang bindet die Wehrplicht einen erheblichen Teil an ausbildenden Soldaten, die im Einsatz gebraucht werden.

Im Bundesverteidigungsministerium rechnet man offenbar mit künftig 7500 freiwilligen Rekruten jährlich. Über das zivile Verwaltungspersonal der Bundeswehr gibt es offenbar noch keine Entscheidung.

Über die Abschaffung oder Aussetzung der Wehrpflicht gab und gibt es erhebliche Meinungsunterschiede in der Union, bei FDP und SPD. Das jetzt kolportierte Konzept ist ein Kompromiss für die Kritiker: Einerseits wird gespart, das Personal effizienter eingesetzt - andererseits ist die Wehrpflicht nicht gänzlich abgeschafft.

Rekruten der Bundeswehr stehen bei einem öffentlichen Gelöbnis vor dem Reichstag in Berlin (AP)Rekruten der Bundeswehr stehen bei einem öffentlichen Gelöbnis vor dem Reichstag in Berlin (AP)

Wehrpflicht wurde 1956 eingeführt

Am 7. Juli 1956 hatte der Deutsche Bundestag mit großer Mehrheit die Einführung der Allgemeinen Wehrpflicht beschlossen. Die ersten rund 10.000 Grundwehrdienstleistenden traten am 1. April 1957 ihren damals noch 12-monatigen Wehrdienst an. Seither haben mehr als 8 Millionen junge Männer ihren Wehrdienst geleistet. (Quelle: bundeswehr.de)

Jüngst beschloss das Bundeskabinett die Verkürzung der Wehrpflicht von 12 auf sechs Monate. Diese Regelung soll laut Website des Bundesverteidigungsministeriums im Dezember 2010 in Kraft treten, de facto beginnt sie aber rückwirkend zum 1. Juli.


Links zum Thema Wehrpflicht bei dradio.de:

Bisher geheime Pläne für Bundeswehr der Zukunft

Wie gerecht ist die Wehrpflicht? Streit um ein Relikt des Kalten Krieges

Vor 50 Jahren trat das deutsche Wehrpflichtgesetz in Kraft

Bundeswehrverband kritisiert geplante Verkürzung der Wehrpflicht

"Die Union ist und bleibt die Partei der Wehrpflicht"

SPD will "freiwillige" Wehrpflicht statt reine Berufsarmee

Verteidigungsexperte warnt vor Abschaffung der Wehrpflicht

Steinmeier: "So macht man keine seriöse Sicherheits- und Verteidigungspolitik

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 03:05 Uhr Weltzeit

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Erster Auftritt als BundespräsidentSteinmeier zeigt klare Kante

Der neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht am 22.03.2017 bei der gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat nach seiner Vereidigung im Deutschen Bundestag in Berlin.  (dpa/Michael Kappeler)

Frank Walter Steinmeier hat in seiner Antrittsrede die Kontroverse um den türkischen Präsidenten in der Mittelpunkt gestellt - verbunden mit dem Aufruf, den deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel freizulassen. Ein riskantes Manöver für das neue deutsche Staatsoberhaupt.

Leipziger BuchmesseDas Lesen kann beginnen!

Auf der Leipziger Buchmesse 2016: Ein Frau liest  (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

In Leipzig wird heute Abend die Buchmesse eröffnet. Bis Sonntag präsentieren mehr als 2.000 Aussteller ihre Neuerscheinungen. Unser Literaturkritiker Kolja Mensing hat alle redaktionellen Vorbereitungstreffen hinter sich - und befindet sich nun "im Rausch".

Auftritte türkischer MinisterErdogans verschleierte Kehrtwende

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht in Istanbul. (AFP / OZAN KOSE)

Die Ansage der Bundesregierung, den Türken die Stimmabgabe in Deutschland im Falle von Rechtsverstößen zu verbieten, stelle für Ankara ein echtes Problem dar, kommentiert Christian Buttkereit. Denn dieser sei auf diese Stimmen angewiesen.

Julia Samoilowa Ukraine verbietet russischer ESC-Kandidatin Einreise

Die im Rollstuhl sitzende Sängerin Julia Samoilowa tritt am 07.03.2014 in Sotschi (Russland) bei der Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele 2014 auf.  (dpa picture-alliance/AP Ekaterina Lyzlova)

Der ukrainische Geheimdienst hat der russischen ESC-Teilnehmerin Julia Samoilowa die Einreise verboten. Dadurch kann die Sängerin im Rollstuhl voraussichtlich nicht beim Eurovision Song Contest (ESC) im Mai in Kiew auftreten.

AskeseVerzicht oder nicht?

Ein Mönch sitzt im Antaiji Kloster neben einer Gitarre und genießt die völlige Ruhe. (Norbert Hübner)

Enthaltsamkeit dient in modernen Gesellschaften oft nicht mehr der spirituellen Erhebung, sondern der Leistungssteigerung. Fundamentalisten des innerweltlichen Glaubens rennen in die Muckibude, ans Cardio-Gerät, aufs Indoor-Fahrrad. Ein Plädoyer fürs Fasten durch Laster.

Konzertfilm "Rammstein - Paris"Brutalo-Trash im Kino

Band Rammstein bei der Filmpremiere "Rammstein Live in Paris" in der Berliner Volksbühne: Richard Zven Kruspe, Paul Landers, Oliver Riedel, Christian Lorenz, Christoph Schneider und Till Lindemann. (imago/Tinkeres)

Martialische Musik und brutale Ästhetik – das ist das Erfolgsrezept von Rammstein. Der schwedische Regisseur Jonas Akerlund hat aus mehreren Konzerten der Band in Paris einen Film gemacht. Ab Donnerstag kommt "Rammstein - Paris" für nur drei Tage in 100 deutsche Kinos.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Anschlag in London  Polizei spricht jetzt von fünf Toten | mehr

Kulturnachrichten

Ukraine verbietet russischer ESC-Kandidatin Einreise  | mehr

 

| mehr