Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Der größte Publikumsverlag der Welt

Bertelsmann und Verlagshaus Pearson fusionieren

Die Verlage Penguin und Random House fusionieren. (picture alliance / dpa / Andy Rain)
Die Verlage Penguin und Random House fusionieren. (picture alliance / dpa / Andy Rain)

Der Medienkonzern Bertelsmann und das britische Verlagshaus Pearson haben die Fusion ihrer Buchverlage bekannt gegeben. Mit dieser Fusion würde der weltweit größte Buchverlag entstehen.

Bertelsmann soll 53 Prozent der Anteile am gemeinsamen Verlag halten, Pearson 47 Prozent, wie der Vorstandvorsitzende von Bertelsmann Thomas Rabe heute in Gütersloh bekanntgab. In dem neuen Unternehmen sollen die Verlage von Random House und Penguin ihre Identität bewahren und ihre Bücher auch in Zukunft autonom publizieren können, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Mit dem Zusammenschluss könnten die Bücher der Verlage weltweit noch effektiver verlegt werden, und das sowohl in traditionellen wie in digitalen Formaten.

Die beiden Verlage gehen davon aus, den Zusammenschluss in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres 2013 abschließen zu können, sofern es keine Einwände der Kartellbehörden gebe.

Ein Buchgigant entsteht

Durch die Fusion der Buchverlage Penguin Books und Random House würde das Unternehmen fast 25 Prozent des amerikanischen Buchmarktes kontrollieren, berichtete die "New York Times". Das neue Verlagshaus hätte dann Erfolgsautoren wie Dan Brown, John Grisham oder Patricia Cornwell unter Vertrag.

Nach Einschätzung des Wiener Buchmarkt-Experten Rüdiger Wischenbart entstünde die mit Abstand größte Publikumsverlagsgruppe der Welt. "Dass so etwas passieren würde, zeichnet sich seit einiger Zeit ab", sagte Wischenbart im Deutschlandradio Kultur. Im Buchmarkt sei ein umfassender Umbruch zu beobachten. Der neue Buchgigant werde mit "Volldampf in Richtung E-Book" und ins digitale Geschäft steuern, prophezeit der Experte. Auch mit einer stärkeren Integration auf der internationalen Ebene sei zu rechnen. Vorteil für Penguin und Random House sei, dass sie das Lizenzgeschäft für Übersetzungen stärker unter einem Dach behalten könnten. Für die anderen Verlage bedeute dies, dass sie in einer Liga mitbieten müssten, "die für sie außer Reichweite" liege.

Zwei der "Big Six"

Random House und Penguin zählen zu den sechs größten Verlagsgruppen der Welt, die Belletristik und Sachbücher verlegen. Nach Angaben des Mutterkonzerns Bertelsmann sei Random House "mit mehr als 11.000 Neuerscheinungen und 500 Millionen verkauften Büchern im Jahr die größte Buchverlagsgruppe der Welt."

Die Penguin Gruppe würde zu Random House und Bertelsmann passen, da sich die Briten auch in Weltregionen eine gute Position erarbeitet haben, in denen Bertelsmann besonders wachsen möchte. Neben Nordamerika geht es dabei auch um Schwellenländer wie China, Brasilien und Indien. Der Traditionsverlag mit dem Pinguin als Emblem ist vor allem für seine preiswerten Klassiker-Taschenbücher bekannt.



Mehr auf dradio.de:
E-Books, Online-Buchhandel und Erlebnisläden - Der deutsche Literaturmarkt auf der Frankfurter Buchmesse
E-Books zwischen Buchpreisbindung und freie Preisgestaltung -Die Geschäftspolitik von Amazon gefährdet klassischen Buchhandel
Ist die Zukunft digital? - Der Buchhandel zum Start der Frankfurter Buchmesse 2011

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:00 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 21:05 Uhr Musik-Panorama

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 20:03 Uhr In Concert

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Landlust/Landfrust (1/2)Dorfleben im Wandel

Zwei ältere Dame tragen nach einem Einkauf ihre Lebensmittel nach Hause. (picture alliance/ dpa/ David Ebener)

Die Sehnsucht nach Natur, Ruhe und Dorfidylle ist in der Gesellschaft groß. Mit der Realität hat diese Vorstellung des Landlebens oft wenig zu tun. Kerstin Faber hat sich intensiv mit ländlichen Regionen auseinandergesetzt. Ein Problem seien Dörfer mit großer Überalterung, sagte sie im DLF. "Da haben wir es mit einem Abbau der Daseinsvorsorge zu tun."

Berlinale 2017"Vollmundiger Jahrgang mit kratzigem Abgang"

Die Filmkritiker Peter Körte ("FAS") und Katja Nicodemus ("Zeit") nach ihrem Gespräch mit Deutschlandradio Kultur auf der Berlinale 2017. (Deutschlandradio / Cornelia Sachse)

Das Gleichnis eines guten Weines fällt der Filmkritikerin Katja Nicodemus zum Wettbewerb des diesjährigen Berliner Filmfestivals ein. "Ich habe wenig gesehen, was mich umgehauen hätte", hält ihr Kollege Peter Körte dagegen.

Hanya Yanagihara: "Ein wenig Leben"Ein umwerfender und suspekter Roman

"Ein wenig Leben" von Hanya Yanagihara. Im Hintergrund: die Skyline von New York. (Hanser / picture-alliance / dpa)

Dieser Roman geht an Grenzen: Die amerikanische Schriftstellerin Hanya Yanagihara erzählt in "Ein wenig Leben" von exzessivem menschlichen Leid. Im Zentrum stehen vier Männer aus New York. Einer von ihnen, Jude, ist von einem düsteren Geheimnis umgeben, das seine Freunde, aber auch den Leser in Bann hält.

Deutscher KolonialismusUnheilvolle Kontinuitäten

A performance shows the treatment of Hereros in 1904 at a ceremony commemorating the killing of thousands of Hereros by German troops, at Okakarara, 250 km northwest of Windhoek, Namibia, Saturday, 14 August 2004. Germany on Saturday asked the Herero people of Namibia to forgive it for the massacres committed by its troops during a three year uprising 100 years ago. (picture alliance / dpa / WIEBKE GEBERT)

Prügel mit dem Tauende oder doch mit der Nilpferdpeitsche? Die Frage, wie die zwangsverpflichteten schwarzen Arbeiter in den deutschen Kolonien "zur Arbeit erzogen", "zivilisiert" werden sollen, diskutierten Politiker und Mediziner vor etwas mehr als hundert Jahren in aller Öffentlichkeit.

GewaltenteilungFinanz als vierte Gewalt?

Legislative, Exekutive, Judikative und Finanzwesen: So zählt der Kulturwissenschaftler und Philosoph Joseph Vogl die Gewaltenteilung auf. Das mit dem Finanzwesen kennen wir aber so nicht aus der Schule. Er sagt: Wer das Finanzwesen als vierte Macht im Staate nicht (an)erkennt, sitzt einer Legende auf.

Petras inszeniert O'NeillSippe mit unheilvoller Vergangenheit

Armin Petras, der Intendant des Schauspiels Stuttgart, steht am 02.06.2016 im Opernhaus in Stuttgart (Baden-Württemberg) im Foyer an einer Treppe. (picture alliance / dpa / Bernd Weißbrod)

Eine Familie steuert in den Untergang: Überraschend fein und intim inszeniert Armin Petras "Eines langen Tages Reise in die Nacht" von Eugene O'Neill am Schauspiel Stuttgart. In der Rolle der schuldbeladenen Mutter glänzt - der Schauspieler Peter Kurth.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Brüssel  US-Vizepräsident Pence sichert Kooperation mit EU zu | mehr

Kulturnachrichten

Grundsteinlegung für Historisches Archiv Köln  | mehr

Wissensnachrichten

Trump-Rede  Schweden scherzen über angeblichen Anschlag | mehr