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Der lange Weg zur Einigung

Die Afrikanische Union feiert ihr 50-jähriges Bestehen

Tagungssaal der Afrikanischen Union in Addis Abebea, Äthiopien (picture alliance / dpa)
Tagungssaal der Afrikanischen Union in Addis Abebea, Äthiopien (picture alliance / dpa)

Am Anfang stand der Kampf gegen Apartheid und Kolonialismus, später der Traum von einem vereinten Afrika, geträumt vom libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi. Heute wird die Afrikanische Union 50 Jahre alt und umfasst alle Länder des Kontinents - bis auf eines.

Unter dem Motto "Afrikanische Einheit und Afrikanische Renaissance" feiern die Staats- und Regierungschefs Afrikas das 50-jährige Bestehen der Afrikanischen Union. Auch US-Außenminister John Kerry und der stellvertretende chinesische Regierungschef Wang waren ins äthiopische Addis Abeba angereist.

Außenminister Guido Westerwelle sagte in Berlin, der Staatenbund könne mit Stolz auf seine Geschichte zurückblicken. Zugleich würdigte der Minister die erreichten Fortschritte. Die AU sei die Stimme eines Kontinents im Aufschwung. Deutschland bleibe auch künftig ein zuverlässiger Partner.

Stimme der jungen afrikanischen Staaten

In Addis Abeba wurde an die Gründung der Organisation für Afrikanische Einheit am 25. Mai 1963 erinnert. Sie ist die Vorgängerorganisation der AU, die den jungen afrikanischen Staaten im Kampf gegen den Kolonialismus eine Stimme gab. Bei der Gründung gab es erst 30 unabhängige afrikanische Staaten, heute sind es 54. Die AU setzte sich vor allem gegen das rassistische Apartheid-Regime in Südafrika ein, galt aber vielfach als ineffizient.

Es war der ehemalige libyische Diktator Muammar al-Gaddafi, der den Anstoß zur Neugründung 2002 im südafrikanischen Durban gab. Nach eigenem Bekunden wollte er den Grundstein für die "Vereinigten Staaten Afrikas" legen.

Schwache Verwaltung, wenig Geld

Seit 2012 an der Spitze der AU: Nkosazana Dlamini-Zuma, Kommissionspräsidentin (picture alliance / dpa)Seit 2012 an der Spitze der AU: Nkosazana Dlamini-Zuma, Kommissionspräsidentin (picture alliance / dpa)Das Mandat der AU erstreckt sich auf alle Bereiche des Zusammenlebens in Afrika - mit den Schwerpunkten Friedenssicherung, Wahrung von Menschenrechten sowie Förderung von Demokratie und guter Regierungsführung. Die jährliche Generalversammlung ist das höchste Organ, Gipfeltreffen finden regelmäßig in Addis Abeba statt, dem Hauptsitz der Union. Alle afrikanischen Länder gehören der AU an, bis auf Marokko, das wegen des Westsahara-Konflikts austrat. Die von Marokko annektierte Westsahara, die nach Unabhängigkeit strebt, ist dagegen Mitglied. Kommissionspräsidentin ist seit 2012 die südafrikanische Politikerin Nkosazana Dlamini-Zuma.

Nach dem Vorbild der Europäischen Union will die AU ein gemeinsames afrikanisches Parlament, einen Gerichtshof und eine Zentralbank schaffen. Doch damit kommt sie langsam voran. Als große Schwäche der AU gilt die Administration, rund die Hälfte der Positionen ist nicht besetzt. Immer wieder bleiben Mitglieder ihre Beiträge schuldig, Kritiker bemängeln, das Geld werde schlecht verwaltet. Der Großteil wird von Südafrika und Nigeria getragen.

Friedensmaßnahmen in Somalia und im Sudan

Eine Einigung des Kontinents mit seiner einen Milliarde Einwohnern liegt zwar in weiter Ferne. Doch das Versprechen größerer Effizienz hat die AU teilweise eingelöst. Im Vergleich zu ihrer Vorgängerorganisation hat sie damit begonnen, eine aktive Rolle in innerafrikanischen Angelegenheiten zu übernehmen. Die Entsendung von Beobachtern in die sudanesische Krisenregion Darfur ist ein Beispiel dafür. Im Bürgerkriegsland Somalia kämpft eine AU-Friedensmission seit 2007 gegen islamistische Milizen. Im Konflikt zwischen dem Sudan und dem 2011 abgespaltenen Südsudan hat die AU den Ausbruch eines Krieges bisher verhindert. Die AU beteiligt sich auch mit rund 50 Millionen Dollar am afrikanisch geführten Militäreinsatz in Mali.


Weitere Informationen auf dradio.de:

Afrikanische Union hat Mali wieder aufgenommen - <br> Debatte um internationalen Einsatz geht weiter

Entwicklungspolitik-Experte: Afrikanische Eliten mitschuldig an Hungersnot <br> Joachim von Braun beklagt mangelnde Partizipation in Ländern am Horn von Afrika

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:11 Uhr

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