Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Der Langzeit-Regierungsmann

Jean-Claude Juncker macht seit 30 Jahren Politik

Jean-Claude Juncker: Der 58-Jährige ging vor 30 Jahren in die Politik (picture alliance / dpa / EPA / Olivier Hoslet)
Jean-Claude Juncker: Der 58-Jährige ging vor 30 Jahren in die Politik (picture alliance / dpa / EPA / Olivier Hoslet)

Er ist seit fast 18 Jahren Luxemburgs Premierminister, seit genau drei Jahrzehnten in der Politik – aber bald nicht mehr der Wortführer der Euro-Länder. Der überzeugte Europäer Jean-Claude Juncker zieht eine Zwischenbilanz.

Die Politik habe sich im Laufe seiner Karriere fundamental verändert, findet Jean-Claude Juncker. Früher habe man als Politiker noch Dinge erklären können. Die Probleme unserer Tage kämen aber in Gestalt einer "Polykrise" daher – deren Facetten müssten auch vielschichtiger vermittelt werden. Aber dann höre eigentlich niemand mehr zu. Im Deutschlandfunk sagte Juncker über die Verhandlungsmarathons und Konferenzen der vergangenen Monate: "Es ist mir in den letzten Monaten ein bisschen zu bunt geworden".

Berufspolitiker wollte Juncker eigentlich nicht werden, sondern Rechtsanwalt. Schon bald nach seinem Jurastudium holte ihn aber der damalige Regierungschef Pierre Werner als Staatssekretär in sein Team, am 21. Dezember 1982. Von da an, erinnert sich Juncker, sei er "immer wieder gewählt worden", da habe er nicht von Bord gehen können.

Blick auf die Altstadt von Luxemburg (AP Archiv)Luxemburg-Stadt, mit rund 100.000 Einwohnern die Metropole des Großherzogtums (AP Archiv)Seit 1995 Premierminister, ist Juncker mittlerweile der dienstälteste Regierungschef in der Europäischen Union. Die Arbeit in Luxemburg sei etwas Besonderes: Er werde in dem kleinen Land oft von den Menschen auf der Straße angesprochen. Sie teilten ihm Dinge mit, die er sonst nie erfahren würde: "Man muss sich als luxemburgischer Premierminister schon sehr anstrengen, um abzuheben. Die Menschen verhindern das."

Einen Posten räumt Juncker Ende Januar: den Vorsitz der Eurogruppe. Wer diesen Arbeitskreis der 17 Euro-Finanzminister künftig leitet, ist noch offen. Fest steht dagegen aus heutiger Sicht, dass Juncker bei den luxemburgischen Wahlen 2014 noch einmal antreten will.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:03 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:00 Uhr Nachrichten für Kinder

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

US-Präsident"Hysterische Reaktionen auf Trump sind fehl am Platz"

Friedrich Merz (CDU), Vorsitzender der Atlantikbrücke (dpa / picture-alliance / Revierfoto)

Kurz vor der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Donald Trump hat der Vorsitzende der "Atlantik-Brücke", Friedrich Merz, zu mehr Gelassenheit aufgerufen. Trump habe sich schließlich nicht ins Amt geputscht, sagte der CDU-Politiker im DLF.

Politische RhetorikGlatt gelogen wirkt verdammt ehrlich

Der neue Präsident der USA: Donald Trump. (Imago / Zuma Press)

Eine vulgäre Sprache voller Verdrehungen und Lügen – wer das für ein neues Stilmittel der politischen Auseinandersetzung hält, sollte in die jüngere europäische Vergangenheit blicken. Die Philosophin Dunja Melčić erklärt, warum Lügen so wirkungsvoll sind.

PROTESTAKTIONEN ZUR AMTSEINFÜHRUNGMit Joints, Liebe und Musik gegen Trump

Es ist DER Tag für Donald Trump: Ab 12 Uhr Ortszeit wird er in Washington auf den Stufen des Kapitols als neuer, 45. Präsident der USA vereidigt. Ein guter Tag für ihn – für viele andere aber nicht. Gestern Abend gab es schon ein paar Proteste in New York. Heute gehen die Leute dann in Washington auf die Straße oder starten andere Protestaktionen.

Lage in Syrien"Es fehlt fast alles für ein normales Leben"

DRK-Generalsekretär Christian Reuter (imago / Jens Jeske)

Knapp sechs Jahre nach Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs bleibt die humanitäre Lage im Land prekär. Der Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes, Christian Reuter, sagte im DLF, in ganz Syrien fehle es an elementaren Dingen - auch dort, wo nicht gekämpft werde.

Prozess in Bad Godesberg Wie in einem Brennglas der Gesellschaft

Jugendliche stehen am 20.05.2016 in Bonn (Nordrhein-Westfalen) am Bahnstation des Stadtbezirkes Bad Godesberg. In dem Bonner Stadtteil an einem Rondell in Bahnhofsnähe wurde ein 17-Jähriger auf der Straße totgeprügelt. (dpa/picture alliance/Maja Hitij)

Der Schock war groß, als nach einer Prügelattacke der 17-jährige Niklas in Bad Godesberg starb. Heute beginnt der Prozess gegen zwei Verdächtige. Der örtliche Pfarrer Wolfgang Picken berichtet, wie Bevölkerung und Politik einen konstruktiven Weg gefunden haben, mit den Folgen der Tat umzugehen.

75 Jahre Wannsee-KonferenzDie Vorbereitung des Massenmords

Das Haus der Wannsee-Konferenz (imago/McPHOTO )

Vor 75 Jahren wurde in einer Villa am Wannsee über die Vernichtung der Juden beraten. Knapp zwei Stunden dauerte die Besprechung. Ziel der Wannsee-Konferenz war es, einen Plan zur Deportation und Vernichtung der Juden aus westeuropäischen Ländern festzulegen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Vor der Vereidigung  Merkel will Trumps Antrittsrede "mit Interesse studieren" | mehr

Kulturnachrichten

Enoch zu Guttenberg erhält Rheingau Musik Preis 2017  | mehr

Wissensnachrichten

Offener Brief in Magdeburg  Gehören AfD-Veranstaltungen an Unis? | mehr