Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Der Maschinenmacher

Zum 100. Geburtstag von Konrad Zuse

Konrad Zuse im Jahr 1980 in seinem Atelier in Hünfeld mit einem Nachbau einer seiner legendären Rechenmaschinen. (AP)
Konrad Zuse im Jahr 1980 in seinem Atelier in Hünfeld mit einem Nachbau einer seiner legendären Rechenmaschinen. (AP)

Eigentlich wollte er sich nur das ständige Kopfrechnen ersparen. Was Konrad Zuse 1938 mit der sogenannten "Z1" dann fertig vor sich stehen hatte, war im Nachhinein betrachtet nichts anderes als der erste Computer der Welt.

Der heute vor 100 Jahren geborene Konrad Zuse zeichnet als Gymnasiast Karikaturen und brilliert mit impressionistischen Bildern. Nach dem Abitur 1928 entscheidet er sich dann aber doch für Maschinenbau, wechselt zur Architektur, später zum Bauingenieurwesen.

Ein Nachbau der "Z1" steht heute im Deutschen Technikmuseum in Berlin. Dessen Mitarbeiter Hadwig Dorsch erklärt in einem Beitrag im Deutschlandradio Kultur:

"Diese Maschine besteht aus sehr, sehr vielen Blöcken. Es ist eine mechanische Maschine. Jeder einzelne Block besteht aus ganz vielen Schichten. Man sieht es ja, es sind immer übereinander gebaute Schichten von Blechen, die sich dann unterschiedlich verschieben können."

Das Geniale an der Z1: Sie ließ sich frei programmieren. Die Befehle kamen von Lochstreifen, die Zahlen wurden über eine Tastatur eingegeben.

Nach der "Z2" - einem weiteren Versuchsmodell - folgt 1941 die legendäre "Z3". Es ist der erste frei programmierbare, binär arbeitende Computer der Welt, der wie jeder moderne Rechner heute auf den Ziffern "Null" und "Eins" basiert.

Später gründet Zuse seine eigene Firma, die in den folgenden Jahren auf 1200 Mitarbeiter anwachsen sollte. 1964 jedoch geht die "Zuse KG" in den Konkurs. Schlimmer noch als die Pleite ist für Konrad Zuse das Urteil des Patentgerichts. Er will als Erfinder des Computers gelten, doch das Gericht entscheidet anders - bescheinigt eine "niedrige Erfindungshöhe".

Nach dem Konkurs beschäftigt sich Konrad Zuse wieder mit der Malerei, doch auch hier lassen ihn die Computer nicht mehr los: Er porträtiert viele Computerpioniere - darunter auch Microsoftgründer Bill Gates.

Horst Zuse, Sohn des Computerpioniers und selbst Professor für Informatik, sagte im Deutschlandradio Kultur, sein Vater habe niemals die Tasten eines modernen PCs angerührt.

Dennoch sagt Horst Zuse:

"Wenn man die Architektur der Zuse-Maschinen mit heutigen modernen PCs vergleicht, ist es wirklich erstaunlich, dass die eine unglaublich hohe logische Ähnlichkeit mit modernen PCs haben, also seine ersten Rechner."

Weitere Links:

Das Tagesthema bei DRadio Wissen: Konrad Zuse

Zuse-Institut Berlin

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:36 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 14:35 Uhr Campus & Karriere

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:07 Uhr Kompressor

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Brennelemente für Tihange 2"Es braucht in Europa insgesamt einen Atomausstieg"

Das umstrittene belgische Atomkraftwerk Tihange. (AFP / Belga / Eric Lalmand)

Brennelemente-Lieferungen aus Deutschland in das belgische Atomkraftwerk haben für massive Kritik gesorgt. NRW-Umweltminister Johannes Remmel nennt das Vorgehen der Bundesregierung im DLF "widersinnig". Sie fordere eine Abschaltung der Reaktoren, genehmige aber gleichzeitig Lieferungen.

Bloggen gegen Hetze im NetzWie ein slowakischer Rentner gegen Rechtsextreme kämpft

Unterstützer der rechtsextremen "Volkspartei Unsere Slowakei" bei einer Demonstration in der Ostslowakei. (dpa / picture alliance)

Ján Levoslav Benčík bietet Rechtsextremen in der Slowakei die Stirn. Detailliert dokumentiert er deren Hetze im Netz - und sorgt damit für Aufsehen. Ein Lehrstück darüber, wie selbst einzelne Menschen Rechtspopulisten Schranken aufzeigen können, findet Autor Michal Hvorecky.

FriedensethikAuf verlorenem Posten?

Ein Kind trägt am Potsdamer Platz in Berlin ein Plakat mit einer Friedenstaube (dpa / Florian Schuh)

Die Friedensbewegung Pax Christi kämpft um ihre kirchlichen Zuschüsse und damit ums Überleben. Dabei sind ethische Erkenntnisse angesichts von Terrorismus, Cyberwar und Drohneneinsatz gefragt.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Aufklärungsflüge in Syrien  Linke kritisiert Bundeswehr-Beteiligung | mehr

Kulturnachrichten

DJV fordert gesetzliche Garantien für Deutsche Welle  | mehr

 

| mehr