Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Der moderne "007" auf der Cyberautobahn

Regierungsstellen sind durch Hackerangriffe bedroht

Netzwerkhub mit vier eingesteckten LAN-Kabeln (Stock.XCHNG / Vangelis Thomaidis)
Netzwerkhub mit vier eingesteckten LAN-Kabeln (Stock.XCHNG / Vangelis Thomaidis)

Der Verfassungsschutz schreibt, was schon lange Realität ist: Cyberspione hacken sich mit aufwändiger Maschinerie auch in deutsche Regierungsnetze hinein. Zeitgleich tagt der Chaos Computer Club in Berlin.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz schreibt in seinem Bericht "Spionage gegen Deutschland - Aktuelle Entwicklungen" (PDF) nichts Gutes über die Abwehr von Spionen aus dem Internet: "Eine zunehmende Bedeutung gewinnen in diesem Zusammenhang internetbasierte Angriffe auf Computersysteme von Wirtschaftsunternehmen, aber auch von Regierungsstellen. Angesichts der Auswahl der Angriffsziele und der angewandten Methoden ist eine nachrichtendienstliche Steuerung oder Beteiligung in vielen Fällen sehr wahrscheinlich."

Und weiter: "Nach Einschätzung von Fachleuten haben die meisten der derzeit festgestellten elektronischen Angriffe ihren Ursprung in China, vieles deutet auf eine Steuerung durch chinesische Nachrichtendienste hin."

Sandro Gaycken vom Institut für Technikphilosophie und Wissenschaftstheorie der Universität Stuttgart hält zumindest die Behauptung, alle Cyberattacken stammten aus China, für übertrieben beeziehungsweise nicht belegbar. Allerdings hält er weltweit Regierungsstellen für nicht ausreichend gesichert.

"Dass jetzt wirklich Regierungen Hackertruppen haben, ist ein neues Phänomen. Und die sind natürlich sehr viel besser ausgestattet, sehr viel mächtiger als so diese kleinen Durchschnittshacker", beschreibt er die Situation im Interview mit dem Deutschlandfunk über Cyberattacken. Der Wissenschaftler sieht deshalb massive Gefahren auch für die Infrastruktur.

Cyberattacke als Kongressthema: Hacker treffen sich in Berlin

Passend zur Diskussion hält der Chaos Computer Club gerade seinen Chaos Communication Congress in Berlin ab. Und die Hacker fahren einiges an Technik auf: Selbst ein eigenes GSM-Handynetz steht bereit für allerlei Experimente, so Wissenschaftsjournalist Jan Rähm im Deutschlandfunk-Interview.

Die Pressesprecherin des Chaos Computer Clubs, Constanze Kurz, sagte im Deutschlandfunk zum diesjährigen Motto "We come in peace": "Wir wollten betonen, dass wir in Frieden kommen. Vielleicht mit ein wenig Ironie."


Dazu in unserem Programm:

DRadio Wissen nimmt WikiLeaks, den Chaos Communication Congress und die aktuellen Cyberattacken-Analysen zum Anlass, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie sich Hacker selbst definieren und was sie antreibt.

Die Deutschlandfunk-Sendung <em>Forschung Aktuell</em> berichtet live vom Chaos Communication Congress.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:39 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Corso - Kultur nach 3

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:30 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Historiker Zimmermann"Von Peres' Vision ist nichts übrig geblieben"

Moshe Zimmermann im Gespräch. (dpa / Martin Schutt)

Der rechte Flügel in Israel sehe den verstorbenen israelischen Spitzenpolitiker Shimon Peres als Verräter, sagte der Historiker Mosche Zimmermann im DLF. Weil er mit den Palästinensern verhandelt habe, sei er bei ihnen zum Buhmann geworden - auch wenn Peres Visionär gewesen sei, der vom Frieden träumte.

"Umvolkung"AfD lockt CDU-Politikerin nach Twitter-Entgleisung

Die sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Bettina Kudla (privat / Laurence Chaperon)

AfD-Vize Beatrix von Storch lädt die umstrittene CDU-Abgeordnete Bettina Kudla nach ihrem "Umvolkungs"-Tweet zum Parteiwechsel ein. Und die Unions-Fraktion streitet heftig über den weiteren Umgang mit der Kollegin. "Twittert nicht gleich alles in die Welt!"

Mundarten in Deutschland Sterben unsere Dialekte aus?

Bayerin im Chiemgau mit Breitenstein und Geigelstein. (imago)

Berliner, die nicht berlinern oder Münchner, die nicht Bayerisch sprechen: Wird es irgendwann keine Dialekte mehr in Deutschland geben? Der Sprachwissenschaftler Sebastian Kürschner kann beruhigen: Ganz so schlimm wird es nicht kommen.

Nach den Anschlägen in DresdenEx-Grünen-Politikerin sieht ein gesamtdeutsches Problem

Die frühere Grünen-Politikerin Antje Hermenau. (dpa/picture alliance/Hendrik Schmidt)

Die Anschläge von Dresden und zunehmende Gewaltbereitschaft sind für die frühere Grünen-Politikerin Antje Hermenau ein gesamtdeutsches Problem. Es entlade sich lediglich in besonderem Maße in Sachsen, sagte Hermenau im Deutschlandfunk. Sie warnte davor, dass "immer mehr Menschen aus Verzweiflung zur Gewalt greifen".

KolumbienNicht jeder traut dem Frieden

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos und der Kommandeur der FARC-Guerrilla-Organisation Timoleon Jimenez, alias Timochenko, geben sich beim Festakt in Cartagena die Hand. (AFP / Luis Acosta )

Am Sonntag werden die Kolumbianer über den Friedensvertrag mit der Rebellengruppe FARC abstimmen. Guillermo Arboledo ist Abt eines Benediktiner-Klosters in der Metropole Medellin. Ihm genügt die Vereinbarung nicht, die sozialen Probleme müssten gelöst werden, sagt er. "Solange es keine wirkungsvollen Programme gibt, um den Ärmsten zu helfen, wird dieser Konflikt weitergehen".

Politische RhetorikAbscheu ist keine Lösung

Abscheu ist etwas Körperliches: Diese Frau ist angewidert von ihrem Getränk. (imago/Westend61)

Abscheu ist eine körperliche Reaktion auf etwas Widerwärtiges, ähnlich dem Ekel, und liegt damit im vorpolitischen Raum. Wer politische Positionen und Gegner verabscheut, verlässt den Raum der deliberativen Demokratie, meint der Journalist Alexander Kissler.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Flug MH17  Rakete von Rebellengebiet aus abgefeuert | mehr

Kulturnachrichten

Kontroverse über erste Muslimin mit Kopftuch im "Playboy"  | mehr

Wissensnachrichten

Youtube-Ripper  Musikindustrie klagt gegen mp3-Downloads | mehr