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Der Pechvogel

Der französische Kunstturner Gael da Silva

Von Ursula Welter, Studio Paris

Der französische Kunstturner Gael da Silva bei der Europameisterschaft 2012 in Montpellier. (picture alliance / dpa / Guillaume Horcajuelo)
Der französische Kunstturner Gael da Silva bei der Europameisterschaft 2012 in Montpellier. (picture alliance / dpa / Guillaume Horcajuelo)

Gael da Silva ist der Pechvogel in der französischen Kunstturn-Nationalmannschaft. Vor den Olympischen Spielen 2004 verunglückte er mit dem Motorrad. 2008 riss sein Kreuzband. Nun, beim dritten Anlauf, will er endlich teilnehmen. Wohl die letzte Chance für den 27-Jährigen.

Spot: "You can't always get what you want."

Frankreichs Kunst-Turn-Nationalmannschaft kennt ihre Grenzen - der offizielle Werbespot handelt davon, dass nicht immer alles geht. Aber: "versuchen lohnt sich!"

Kunst-Turnen , das ist Perfektion, Präzision, Körperkontrolle, Kreativität, wirbt der offizielle Spot des französischen Turnverbandes, eine Symphonie der Bewegungen. Die allerdings , nicht selten, zu Verletzungen führen Die französische Mannschaft weiß ein Lied davon zu singen, und einer ganz besonders: Gael da Silva ist heute 27 Jahre alt. Seine Karriere ist die Abfolge von Fehlschlägen. 2004, die Olympischen Spiele sind zu Gast in Athen, verunglückt da Silva mit dem Motorrad, die Ärzte können nur mit Mühe sein verletztes Bein retten.

2008: Die Koffer für die Peking sind gepackt, der smarte, dunkelhaarige da Silva hat wieder Anschluss an die Weltspitze gefunden, den Motorradunfall weggesteckt, ist qualifiziert für die Olympischen Spiele, die Werbekampagne läuft bereits.
Da reißt das Kreuzband, fünf Tage vor der Abreise nach China.

Schon mit neun Jahren hat Gael da Silva zum Kunstturnen gefunden. Zuvor sind Fußball und Schwimmen die Leidenschaften des Jungen. Mit neun Jahren beginnt er sein Training, als junger Mann seien die Ausbilder auch psychologische Stütze gewesen, denn er habe viel Zeit in der Halle verbracht.

Nach der Verletzung 2008 heißt es wieder: Schmerzen wegstecken, wieder Anschuss halten, trainieren bis zum Umfallen. Wieder vier Jahre Hoffen auf Olympia. Und wieder hat sich Gael da Silva qualifiziert. Mehr noch, bei den Europameisterschaften in Montpelllier, vor wenigen Wochen, holt er für die französische Nationalmannschaft eine Medaille, seine erste auf internationaler Bühne – allerdings: auch die fällt ihm nicht in den Schoß:

"Fünf Minuten vor der Zeremonie habe ich erst erfahren, dass ich eine Medaille bekomme. Meine Schwiegermutter hat meine Freundin angerufen und die kam mit Tränen in den Augen angelaufen und rief: 'Das Fernsehen berichtet, Du bist Dritter geworden'."

Den dritten Platz muss sich da Silva teilen, erst ein Einspruch seines Teams und eine Juryentscheidung bringen ihn aufs Treppchen.

"Vier Jahre nach dieser schwierigen Zeit stehe ich da mit einer Medaille. Das ist eine tolle Belohnung und auch ein Zeichen der Hoffnung. Aber die allerbeste Belohnung, das werden die Olympischen Spiele sein."

Die olympischen Spiele in Großbritannien - auf dieses Ziel hat Gael da Silva hin trainiert. Er sei mit ganzer Seele Sportler, heißt es von ihm, der als Hobbys angibt : Freunde, Musik, Entspannen , und natürlich:

Seit 18 Jahren Kunstturner, ein Pfeiler der französischen Nationalmannschaft , ein Pechvogel bislang, der jetzt auf "La victoire " hofft, in London, auf den Sieg und darauf, dass nicht wieder eine Verletzung die Reise ins Olympische Dorf verhindert.

Unser Reihe "Mein Olympiafavorit für London 2012" im Überblick

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:55 Uhr

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