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Der Tag der roten Schleife

Aktivisten erinnern am Welt-Aids-Tag an Immunschwächekrankheit

Eine rote Schleife als Zeichen der Solidarität mit HIV-Infizierten. (dpa / Arne Dedert)
Eine rote Schleife als Zeichen der Solidarität mit HIV-Infizierten. (dpa / Arne Dedert)

Seit 24 Jahren steht der 1. Dezember im Zeichen von Aids. Weltweit warnen Aktivisten vor der Ansteckung mit der Immunschwächekrankheit und rufen zu Solidarität mit Betroffenen auf. In Deutschland leben etwa 78.000 Menschen mit dem HI-Virus, der Aids auslösen kann, jährlich infizieren sich 500 neu.

"Die Diagnose verändert einen", sagt der 25-jährige Moritz. "Ich leb ein bisschen mehr im Moment, ich kann auch den Moment mehr genießen, weil man natürlich mit Leben und Tod konfrontiert wird durch so eine Diagnose. Ich bin viel gelassener geworden, und durch die Gelassenheit kam auch ein enormer Optimismus", erzählt er im Interview im Deutschlandradio Kultur. Moritz hat seinen Weg gefunden, mit seiner HIV-Infektion umzugehen. Wie er die bekommen hat, weiß er nicht mehr genau: "Es ging dabei nicht um ungeschützten Sex. Es ging um Sex, aber wie genau es passiert ist, kann ich nicht nachvollziehen." Eine HIV-Erkrankung ist nach wie vor nicht heilbar. Aber mit der richtigen Therapie können Betroffene mit ihr leben. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert nicht nur am heutigen Welt-Aids-Tag, sondern dauerhaft im Internet über sexuell übertragbare Infektionen.

Kampagne gegen Benachteiligung

Moritz, Botschafter zum Welt-Aids-Tag 2012 (BZgA)Moritz, Botschafter zum Welt-Aids-Tag 2012 (BZgA)Moritz zeigt sein Gesicht für die die Anti-Diskriminierungs-Kampagne "Positiv zusammen leben!", die die Bundeszentrale gemeinsam mit der Deutschen Aids-Hilfe und der Deutschen AIDS-Stiftung durchführt. Auf Plakaten und im Internet erzählt er seine Geschichte. Die Kampagne wendet sich in diesem Jahr vor allem gegen die Diskriminierung HIV-positiver Menschen im Beruf. Eine Studie für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigt, dass 61 Prozent der befragten HIV-Positiven ihre Infektion am Arbeitsplatz verschweigen – häufig aus Angst vor Benachteiligung. Die Direktorin der Bundeszentrale, Elisabeth Pott, hält die Kampagne deswegen für wichtig: "Alarmierende 77 Prozent der befragten Menschen mit HIV haben im Jahr vor der Befragung Diskriminierung im Alltag erlebt." Deswegen macht auch Moritz bei der Kampagne mit: "Natürlich kämpfen wir genau darum, dass wir das irgendwann nicht mehr brauchen, dass diese Stigmatisierung abgebaut wird, und ein völlig normaler – noch viel normalerer Umgang als jetzt schon – möglich ist."

Mehr bei dradio.de:
In Polen ist die Angst vor Aids in den Köpfen junger Menschen nicht mehr präsent, berichtet Sabine Adler aus Warschau. In Südafrika müssen sich viele Großmütter um ihre Enkelkinder kümmern, nachdem deren Eltern an Aids gestorben sind erzählt Leonie March aus Südafrika. Von dort meldet Claus Stäcker auch die Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation HIV-Infizierter.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:02 Uhr

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