Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Der Weg zu einem stabilen Mali

Konferenz in Brüssel zu Lage und Zukunft im Krisenstaat

Malische Landschaft mit Affenbrotbäumen (EPA/Nic Bothma)
Malische Landschaft mit Affenbrotbäumen (EPA/Nic Bothma)

Die internationale Gemeinschaft hat Mali ihre Unterstützung zugesichert. 45 Delegationen haben in Brüssel über die Krise in dem westafrikanischen Land beraten. Es ging um den Militäreinsatz, um humanitäre Hilfe für zehntausende Flüchtlinge und um die politische Zukunft, denn in Mali soll im Juli gewählt werden.

Die EU-Außenbeauftrage Catherine Ashton stellte in Brüssel klar: Die Hilfe wird fortgesetzt, und zwar solange, bis die gesamte Sahel-Region sicher ist. Insgesamt 45 Delegationen nehmen an der Konferenz teil: Sie stammen aus Mali und den angrenzenden Staaten, aus EU-Ländern sowie von der Afrikanischen Union und den Vereinten Nationen. Und sie wollen sich über ihre Ziele verständigen, die sie in Mali verfolgen - und die sind durchaus unterschiedlich: Frankreich zum Beispiel hilft im Moment noch der malischen Armee, den Norden wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Der wird in Teilen noch von Islamisten beherrscht, diese zogen sich aber in den vergangenen Wochen aus mehreren großen Städten zurück. Die Islamisten wollen im Norden Malis einen islamistischen Gottesstaat errichten.

Die Außenminister Djibrill Bassole (Burkina Faso, l.) und Hubert Coulibaly (Mali) auf der Mali-Konferenz in BrüsselDie Außenminister Djibrill Bassole (Burkina Faso, l.) und Hubert Coulibaly (Mali) auf der Mali-Konferenz in BrüsselDie französische Armee soll demnächst von einer afrikanischen Mali-Truppe abgelöst werden, die von der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas geführt wird. Auf der Konferenz in Brüssel soll es um die Fortschritte bei der Entsendung und Unterstützung dieser Eingreiftruppe namens MISMA gehen. Malis Außenminister Hubert Coulibaly sagte zu Beginn der Konferenz: "Wir hoffen, dass die internationale Gemeinschaft weiterhin mobilisiert bleibt." Sein Land erwarte, dass die Länder Genaueres dazu sagen, wie sie die Mali-Truppe finanziell unterstützen wollen. In Brüssel wird es auch um die Planung der EU-Mission EUTM gehen, in der die malische Armee ausgebildet werden soll. Bisher haben 16 EU-Länder sowie Norwegen zugesagt, sich an dem Einsatz mit 450 Soldaten zu beteiligen. Deutschland will etwa 40 Ausbilder nach Mali schicken.

EU hält Wahltermin im Juli für ambitioniert

Der EU geht es in Brüssel aber auch darum, dass die von der Übergangsregierung für Juli geplanten freien Wahlen tatsächlich stattfinden. Ein EU-Vertreter bezeichnete das allerdings als ambitioniert: "Wenn ein Staat auseinanderbricht, braucht es Zeit, ihn wieder aufzubauen", sagte er. "Es wird Jahre brauchen, dieses Ziel zu erreichen. Ich hoffe, dass wir nur Monate brauchen, um dafür ein sicheres Umfeld zu schaffen." Solange der Norden des Landes nicht unter der Kontrolle der Regierung ist, dürfte es schwierig bis unmöglich sein, dort freie Wahlen abzuhalten.

1800 Soldaten aus Tschad in Kidal

Unterdessen haben nach der Vertreibung islamistischer Kämpfer aus der Stadt Kidal im Norden Malis 1800 Soldaten aus dem Tschad dort Stellung bezogen. Die afrikanischen Unterstützungstruppen sollten die Stadt im Nordosten des Landes nach dem Rückzug der Aufständischen sichern, sagte ein Sprecher der französischen Streitkräfte in Paris. Ein Sprecher sagte, der Flughafen der Stadt werde weiterhin von der französischen Armee kontrolliert. Der französische Außenminister Laurent Fabius hatte gestern erklärt, dass sich die Streitkräfte seines Landes so rasch wie möglich wieder aus den zurückeroberten Städten Malis zurückziehen wolle.

Mehr auf dradio.de:

Westerwelle nennt deutsche Mali-Hilfe vorbildlich - Hilfsorganisationen: Westerwelle missbraucht Ansehen der humanitären Hilfe
Angst um die Heimat Mali - Frankreichs Malier stehen hinter der französischen Regierung
Scheitern im Wüstensand - Warum Mali zerfällt
Nationale Interessen überwiegen in Mali - Es fehlt ein EU-Hilfseinsatz
"Eine gewisse Interventionsmüdigkeit" der Staatengemeinschaft - Nato-Forschungsdirektor: Frankreichs Initiative für Mali ist naheliegend, aber die EU muss nicht überall hin

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:05 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 18:10 Uhr Informationen am Abend

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 18:05 Uhr Feature

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 18:00 Uhr Hörsaal

Aus unseren drei Programmen

Agenda 2010"Es ist immer wieder gut, Dinge in Frage zu stellen"

BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise nimmt am 25.02.2016 in Berlin im Haus der Wirtschaft an der Veranstaltung "Ankommen in Deutschland", dem Aktionsprogramm der Industrie- und Handelskammern zur Integration von Flüchtlingen teil. (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, hat die Agenda 2010 gelobt und sich zugleich für Änderungen ausgesprochen. Berufe, Arbeitsverträge und Arbeitsorte veränderten sich. Deshalb könne man erwarten, dass die Politik diese Entwicklungen nach vorne gerichtet unterstütze, sagte er im Deutschlandfunk.

Aretha Franklins GeburtstagSoul-Ikone und Bürgerrechtlerin feiert 75.

Aretha Franklin  (picture alliance / dpa / Ron Sachs)

Aretha Franklin sang für Martin Luther King und bei der Amteinführung von Barack Obama, die afroamerikanische Sängerin gilt als eine der erfolgreichsten Musikerinnen überhaupt. Nun ist die Soul-Diva 75 Jahre alt geworden - und denkt über einen Abschied von der Bühne nach.

Behandlung von ZwangsneurosenFehlendes Gen Schuld an Waschzwang

Mit ihren Händen verdeckt eine Frau ihr Gesicht. (picture alliance / ZB)

Allein in Deutschland leiden 800.000 Menschen an Zwangserkrankungen. Die häufigste Form ist der Waschzwang. Forscher haben jetzt die Ursache dafür gefunden.

KaczynskilandWie polnische Geschichte und Kultur umgedeutet werden

Das Denkmal "Westerplatte" zu Ehren der polnischen Verteidiger in der gleichnamigen Gedenkstätte in Danzig in Polen, aufgenommen am 17.06.2012. (picture alliance / dpa / Jens Wolf)

Mit dem deutschen Beschuss der Westerplatte vor Danzig beginnt am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Die Polen wehren sich tapfer und unterliegen. So wird die Geschichte im Museum der Stadt Gdansk erzählt. Und das, findet die neue polnische Regierung, ist viel zu unpatriotisch.

FamilienkonflikteGeschichten vom Loslassen

Eine Frau zerreißt ein Foto ihrer Eltern. (imago/epd )

Wenn sich Familienkonflikte nicht lösen lassen, bleibt noch die Möglichkeit, sich ganz zu trennen. Die "Lange Nacht" porträtiert Menschen, die genau das getan haben.

Sir Elton John wird 70"Musik ist meine Liebe, Shoppen meine Sucht"

Elton John in Brasilien  (picture alliance / dpa / Foto: EPA/Antonio Lacerda)

Seit mehr als fünf Jahrzehnten steht Elton John auf der Bühne. Er zählt zu den erfolgreichsten Popstars aller Zeiten. Rund 300 Millionen Alben hat der exzentrische Brite verkauft. Doch ans Aufhören denkt Sir Elton John noch lange nicht: Die Show wird weitergehen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

60-Jahr-Feier  Optimismus beim EU-Jubiläumsgipfel in Rom | mehr

Kulturnachrichten

Anti-Trump-Kunstinstallation erneut abgebrochen  | mehr

 

| mehr