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Deutsche Botschaft im Sudan angegriffen

Gewaltsame Proteste in vielen islamisch geprägten Ländern

In Khartum liefern sich Demonstranten mit Sicherheitskräften Auseinandersetzungen (picture alliance / dpa/Str)
In Khartum liefern sich Demonstranten mit Sicherheitskräften Auseinandersetzungen (picture alliance / dpa/Str)

Die Empörung in der arabischen Welt gegen ein islamfeindliches Video ebbt nicht ab. Aufgebrachte Demonstranten griffen die deutsche Botschaft in der sudanesischen Hauptstadt Khartum an. In Tunis gab es mehrere Tote.

<p>Die <papaya:link href="http://www.khartum.diplo.de/" text="deutsche Botschaft in Sudans Hauptstadt Khartum" title="Deutsche Botschaft in Khartum" target="_blank" /> ist von Demonstranten attackiert worden. Dabei haben sie die deutsche Flagge von dem Gebäude geholt und eine islamistische Fahne gehisst. Dies berichtet der britische Sender BBC. Der Fernsehsender Al-Dschasira zeigte Bilder, auf denen hohe Flammen vor dem Botschaftsgebäude zu sehen sind. Hunderte Menschen hatten versucht, die Vertretung zu stürmen. Auch vor der britischen und der US-amerikanischen Botschaft kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menge fernzuhalten. Bei dem Zwischenfall in Khartum wurden zwei Menschen getötet.<br /><br />Die Proteste richteten sich gegen den bei YouTube veröffentlichten Anti-Islam-Film.<br /><br />Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte in Berlin, er habe den Gesandten des ostafrikanischen Landes einbestellt und ihn auf die Pflicht seines Landes zum Schutz diplomatischer Einrichtungen hingewiesen. Derzeit seien die Botschaftsangehörigen in Sicherheit, betonte Westerwelle. Er verurteilte den Angriff auf die deutsche Botschaft im Sudan. Das anti-islamische Video aus den USA sei zwar schändlich, aber keine Rechtfertigung für Gewalt, so Westerwelle. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich in die gleiche Richtung. Er rief in New York zur Ruhe auf und sagte, der in den USA produzierte Film über den Propheten Mohammed sei zwar abstoßend, rechtfertige aber nicht die Gewalt.<br /><br /></p><p><strong>Proteste in mehreren Ländern - Tote in Tunis</strong></p><p><papaya:media src="dc511ac41d4c76c60a53aa0203bbcaa3" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Proteste gegen das Mohammed-Video in Kairo" popup="yes" />In anderen Ländern in Nordafrika und Asien demonstrierten nach den traditionellen Freitagsgebeten ebenfalls zahlreiche Menschen. In Tunis wurde das Gelände der amerikanischen Vertretung gestürmt - mindestens drei Menschen kamen dabei ums Leben, 28 weitere seien verletzt worden, berichtet die Nachrichtenagentur TAP. Außerdem kam es in der Umgebung der US-Botschaft in Kairo zu <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/09/14/dlf_20120914_1218_1a93a124.mp3&lt;br /&gt;" title="Bericht im Deutschlandfunk vom 14.09.2012 (MP3-Audio)">Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei.</a> Im Jemen feuerten die Sicherheitskräfte Warnschüsse ab und setzten Wasserwerfer ein, um die Menge von der US-Vertretung fern zu halten. <br /><br />Auch im Iran, in Bangladesch und in Indonesien gingen zahlreiche Menschen auf die Straße. In Libyen wurde der aus Sicherheitsgründen gesperrte Flughafen von Bengasi inzwischen wieder geöffnet. Dort waren zu Beginn der Woche vier US-Diplomaten getötet worden. <br /><br /></p><p><strong>Muslime in Deutschland reagieren mit Kritik</strong></p><p>Auch die Islamverbände in Deutschland haben entsetzt auf die Gewalt in vielen islamisch geprägten Ländern reagiert. Die Muslime in Deutschland verurteilten die Gewaltexzesse als Reaktion auf das Mohammed-Schmähvideo, sagte der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya. Beleidigung sei eine Sache, die Reaktion eine andere. Der Chef des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, meinte im Bayerischen Rundfunk, Extremisten versuchten, die Situation zu instrumentalisieren. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) warnte davor, den Film weiter zu verbreiten und damit Muslime in Deutschland aufzustacheln. Die rechtspopulistische Partei Pro Deutschland hatte angekündigt, den Film zeigen zu wollen.<br /><br /></p><p><strong>Auch Deutschland verstärkt Sicherheitsvorkehrungen</strong></p><p>Deutschland verschärfte die Sicherheitsmaßnahmen an Vertretungen in islamischen Ländern. Die
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:58 Uhr

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