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Deutsche Drohne fast mit afghanischem Airbus kollidiert

"Luna" flog 2004 offenbar nur zwei Meter an Passagierjet vorbei

Eine Bundeswehr-Drohne des Typs "Global Hawk" beim Erstflug (undatiertes Foto) (picture alliance / dpa / Bobbi Zapka)
Eine Bundeswehr-Drohne des Typs "Global Hawk" beim Erstflug (undatiertes Foto) (picture alliance / dpa / Bobbi Zapka)

Die Drohnenaffäre macht Verteidigungsminister de Maizière immer mehr zu schaffen: Wie das Magazin "Der Spiegel" berichtet, soll eine Bundeswehrdrohne vor neun Jahren beinahe ein Passagierflugzeug zum Absturz gebracht haben. Zudem wollte die Bundeswehr offenbar Euro-Hawk-Daten löschen.

<p>Wenn es stimmt, was das Magazin "Der Spiegel" berichtet, hat das Debakel um deutsche Bundeswehrdrohnen eine neue Dimension erreicht: Nach Informationen des Blattes entging 2004 ein im Landeanflug befindlicher Airbus auf dem Flughafen von Kabul nur um Haares Breite einem Zusammenstoß mit einem der unbemannten Fluggeräte. <br /><br />Die Drohne vom Typ "Luna" rauschte offenbar in einem Abstand von nur zwei Metern an dem mit etwa hundert Passagieren besetzten Airbus der Fluggesellschaft Ariana vorüber, bevor sie abstürzte. Videomaterial der Drohne soll seither von der Bundeswehr unter Verschluss gehalten worden sein. Bereits vor Jahren aber tauchte das Material auf der Videoplattform "<papaya:link href="http://www.youtube.com/watch?v=_NOar22TX2k" text="YouTube" title="German Army Luna UAV vs Ariana Afghan Airlines Airbus A300B4" target="_blank" />" auf.<br /><br /></p><p><strong>17 Drohnen-Abstürze in fünf Jahren</strong></p><p>Ein Sprecher des Bundeswehr-Einsatzführungsstabes bestätigte den Vorfall inzwischen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Da das Video aber seit Dezember 2006 öffentlich aufzurufen sei, könne nur schwerlich "von Geheimniskrämerei" die Rede sein.<br /><br />Zuletzt war eine Drohne der Bundeswehr im März 2010 in einen Unfall verwickelt. Damals rollte ein Aufklärungsflieger vom Typ "Heron 1" in eine abgestellte Transall-Transportmaschine. Nach Zahlen der Bundesregierung sind in den fünf Jahren vor Februar 2012 insgesamt 17 Bundeswehr-Drohnen abgestürzt.<br /><br /></p><p><strong>Akten als geheim eingestuft, Löschung von Festplatten angeordnet</strong></p><p>Wie "Spiegel Online" <papaya:link href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/euro-hawk-bundeswehr-ordnete-datenloeschung-an-a-903291.html" text="berichtet" title="De Maizières Drohnen-Debakel: Bundeswehr ordnete Löschung von" target="_blank" />, soll die Bundeswehr versucht haben, in der Euro-Hawk-Affäre Vorgänge zu vertuschen: So ließ die für die Zulassung des Euro Hawk zuständige Bundeswehrbehörde in Koblenz offenbar umfangreiche Aktensammlungen als "geheim" einstufen. <br /><br />Zudem wurde angeordnet, Festplatten mit Euro-Hawk-Daten löschen zu lassen. Die Weisung in der Wehrtechnischen Dienststelle 61 am Militärflugplatz von Manching soll am folgenden Tag allerdings wieder aufgehoben worden sein.<br /><br /></p><p><strong>Rüstungsindustrie: Euro Hawk wäre noch zu retten gewesen</strong></p><p>Für Verteidigungsminister Thomas de Maizière kommen die Berichte zur Unzeit: Er erlebt die bisher schwerste Phase seiner Amtszeit. Am Mittwoch muss er zum Euro-Hawk-Debakel Rede und Antwort stehen. Er steht für die Verschwendung hunderter Millionen Euro an Steuergelderm in der Kritik: So wurde das milliardenschwere Rüstungsprojekt Euro Hawk erst kürzlich gestoppt, obwohl bereits seit Dezember 2011 bekannt gewesen sein soll, dass die Zulassung der Drohne für den europäischen Luftraum mehr als fraglich ist. <br /><br />Seit einigen Tagen hat die Rüstungsindustrie die Frage ins Spiel gebracht, ob der Euro Hawk nicht doch noch zu retten gewesen wäre. Demnach hätte de Maizière das Rüstungsprojekt nicht zu spät sondern zu früh gestoppt. Die nötigen Zertifikate für eine Zulassung wären demnach bereits für 200 Millionen Euro erhältlich gewesen, das Verteidigungsministerium spricht dagegen von einem Betrag zwischen 500 bis 600 Millionen Euro. <br /><br /></p><p><strong>Koalition drängt auf Regress und bremst Kauf von Panzerwagen</strong></p><p>Aus den Reihen von Koalition und Opposition werden inzwischen Regressforderungen gegenüber den Herstellern laut. Der FDP-Haushaltspolitiker Jürgen Koppelin sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ("FAS"): "Es kann nicht sein, dass wir zahlen und das Flugzeug wird nicht zugelassen. Kein vernünftiger Mensch kauft etwas, das nicht zugelassen ist." <br /><br />Und noch ein weiteres Großprojekt des Verteidigungsministeriums gerät in den Blickpunkt: De Maizière eigene Koalition hat den Kauf von 176 "Eagle V" Panzerwagen für rund 109 Millionen teilweise auf Eis gelegt.<br /><br /><br /><em>Mehr auf dradio.de:</em><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253390" text="De Maizière soll Drohnenprojekt noch 2012 gefördert haben" alternative_text="De Maizière soll Drohnenprojekt noch 2012 gefördert haben" />- <br> Hielt das Verteidigungsministerium Informationen zurück? <br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253376" text="Skepsis gegenüber Drohnen wächst" alternative_text="Skepsis gegenüber Drohnen wächst" /> - Auch Koalitionspolitiker fordern Stopp deutscher Beteiligung an "Global Hawk"<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="248341" text="Bundeskabinett billigt Kauf von Drohnen" alternative_text="Bundeskabinett billigt Kauf von Drohnen" /> - Entscheidung aber erst nach der Bundestagswahl</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:12 Uhr

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