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Deutsche Schüler verbessern sich

Die Pisa-Studie 2009 bescheinigt in Teilen überdurchschnittliche Leistungen

Deutsche Schüler schneiden beim Pisa-Test besser ab. (AP)
Deutsche Schüler schneiden beim Pisa-Test besser ab. (AP)

Deutsche Schüler konnten sich beim internationalen Pisa-Bildungstest von 2009 verbessern, zeigen aber im internationalen Vergleich nur durchschnittliche Leistungen. Überdurchschnittlich sind die Leistungen in Mathematik und den Naturwissenschaften.

In den Bereichen Mathematik und den Naturwissenschaften waren die Leistungen sogar signifikant über dem Durchschnitt der Teilnehmerländer. In der Kompetenz Lesen und Textverständnis hat es vor allem bei den leistungsschwachen Schülern und bei Schülern mit Migrationshintergrund erhebliche Verbesserungen gegeben. Allgemein ist die Lesefreude gestiegen, in Deutschland mehr als in anderen Ländern.

Über Einzelheiten zu den Pisa-Ergebnissen berichtet Korrespondent Jürgen König im Deutschlandfunk.

Kritiker sagen, die deutschen Schüler hätten diesmal besser abgeschnitten, weil sie die Pisa-Aufgaben besser kennen. Pisa-Erfinder Andreas Schleicher ist im Deutschlandfunk der Meinung, man könne Kompetenz nicht in wenigen Monaten trainieren.Pisa messe auch eher, wie Schüler Wissen in auf andere Zusammenhänge übertragen könnten.

Hans-Otto Carmesin berichtet als frischgekürter "bester Lehrer für Naturwissenschaften", wie er seine Schüler zu guten Leistungen bringt und sie motoviert. Sein Geheimnis: Die Schüler dürfen eigenen Ideen mit in die Stunde einbringen - und tragen dadurch selber zu einem besseren Unterricht bei. Heraus kommt: mehr Spaß und Erfolg auf beiden Seiten.

Der Leiter des deutschen Pisa-Konsortiums, Eckhard Klieme, lobt an den Pisa-Ergebnissen besonders, dass es mehr Gleichheit im deutschen Bildungssystem gebe. Die Kopplung an die soziale Herkunft habe sich verringert, sagte er im Deutschlandradio Kultur.

"Es gibt aber keinen Grund zum Jubeln", sagt Bildungspolitikerin Ulla Burchardt im Deutschlandfunk über Deutschlands Abschneiden bei Pisa.

Auch aus Sicht von Bundesbildungsministerin Annette Schavan ist Deutschland beim internationalen Pisa-Schulvergleich ungeachtet deutlich besserer Ergebnisse noch nicht am Ziel. Die Ministerin sagte in Berlin, die Qualität des deutschen Bildungssystems sei zwar besser geworden. Es müsse aber noch mehr getan werden. Schavan schlug einen Drei-Punkte-Aktionsplan vor. So müssten etwa die Programme zur Leseförderung weiterentwickelt werden. Nach dem jüngsten Pisa-Test ist die Lesefähigkeit der 15-jährigen deutschen Schüler im internationalen Vergleich spürbar besser geworden. Der Abstand zu den Spitzenländern ist nach Ansicht der Pisa-Macher aber nach wie vor beträchtlich.

Von einer "pädagogischen Kulturrevolution", die nach dem Pisa-Schock von 2001 eingesetzt habe, spricht Erziehungswissenschaftler Klaus Hurrelmann im Interview mit dem Deutschlandfunk.

Welchen besonderen Nutzen gerade die Lesekompetenz hat, erklärt Christoph Schäfer von der Stiftung Lesen im Interview bei DRadio Wissen. (MP3)

Als Konsequenz aus dem internationalen Pisa-Schulvergleich ruft die Kultusministerkonferenz zu einer intensiveren Förderung leistungsschwacher Schüler auf. Für sie müsse es mehr Hilfe beim Lesen und Schreiben geben, forderte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Ludwig Spaenle, in Berlin. Eine solche Förderung sollte frühzeitig einsetzen und auch in den weiterführenden Schulen gezielt fortgesetzt werden.

Am Dienstag wurde der neue Pisa-Test von 2009 der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vorgestellt. An 223 Schulen wurden 4970 15-jährige Schülerinnen und Schüler in Deutschland getestet. Insgesamt nahmen 470 000 Schülerinnen und Schüler aus 65 Staaten an dem Test teil, so viele wie noch nie zuvor.

Ausblick in andere Länder:

In Dänemark galten bisher große Freiheitenbei der Gestaltung des Unterrichts. Jetzt kommt mehr Staat ins Klassenzimmer.

Obwohl Finnland zu den Pisa-Meistern zählt, klagt der finnische Direktor des Zentralamts für Unterrichtswesen, Timo Lankinen, über Bildungsprobleme.

Japan setzt trotz des guten Abschneidens nach der letzten Pisa-Studie auf mehr Unterrichtsstunden und Lehrpersonal.

PISA-Website der OECD

PISA-Bildungstests im Überblick
Bildungsforschung seit PISA 2000
Stöhnen über PISA - Vor der Veröffentlichung der neuen Bildungsstudie



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:39 Uhr

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