Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Deutsche Welthungerhilfe: Spenden für Pakistan ist "humanitäre Pflicht"

Sarkozy: EU-Eingreiftruppe für Naturkatatstrophen

Ein Pakistaner baut seine Notunterkunft auf. (AP)
Ein Pakistaner baut seine Notunterkunft auf. (AP)

Die Spendenbereitschaft für die 20 Millionen Menschen in Not in Pakistan hält sich nach wie vor in Grenzen. Nach UN-Generalsekretär Ban ki Moon bittet auch die Welthungerhilfe um Spenden. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy schlägt eine EU-weite Katastrophenhilfe vor.

Dafür sollten alle EU-Staaten Geld bereit stellen, schrieb Sarkozy an Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

Ein Leben ohne - alles

"Es fehlt an allem", sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann im Deutschlandradio Kultur (MP3-Audio). Es gebe nach wie vor noch Orte in Pakistan, die noch nicht Hilfe erhalten hätten, nicht erreicht werden konnten, "Menschen, die noch keinerlei Hilfe bekommen haben". Das große Problem sei "die Zerstörung der gesamten Infrastruktur: Brücken, Straßen, Schulen, man erreicht Dörfer überhaupt nicht, die Regenfälle gehen weiter, es ist wirklich eine verheerende Katastrophe".

Der Wiederaufbau in Pakistan werde viel Zeit in Anspruch nehmen, glaubt Dieckmann:

"Das wird sehr lange dauern und es wird nicht ohne internationale Hilfe gehen, deshalb wünsche ich mir sehr, dass sowohl die Spendenbereitschaft von Privaten steigt, aber auch dass internationale Hilfe zur Verfügung gestellt wird. Und ich will nochmal sagen: Eine Katastrophe diesen Ausmaßes, wenn die Hälfte der BRD mit Wasser überflutet wäre, wäre auch in Industrieländern, in wohlhabenden Ländern eine riesige Herausforderung."

Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti spendeten die Deutschen beispielsweise über 200 Millionen Euro. Für Pakistan werden bislang etwa zwei Millionen Euro verzeichnet, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen, Burkhard Wilke, am Sonntag im NDR-Hörfunk.

Bei einem Besuch in Pakistan sicherte Ban Ki Moon den Opfern der Flutkatastrophe weitere Unterstützung der internationalen Gemeinschaft zu. Die Vereinten Nationen unternähmen alles, um die Hilfe zu beschleunigen, sagte Ban in Islamabad bei einem Treffen mit Premierminister Yousuf Raza Gilani.

Nach Angaben der UNO ist bislang erst ein Viertel der für den ersten Einsatz benötigten rund 460 Millionen Dollar angekommen. Ban will sich heute erstmals in den Überschwemmungsgebieten ein Bild vom Ausmaß der Katastrophe machen. Der Regierung zufolge starben bislang bis zu 1600 Menschen, 20 Millionen wurden obdachlos. Nach Darstellung der Vereinten Nationen warten sechs Millionen Menschen auf Nahrung, Wasser und Medikamente.

Pakistan: Auch Deutschland stockt Mittel für Flut-Opfer auf

Die Flutopfer sind auf die Verteilung von Nahrungsmitteln angewiesen (AP)Die Flutopfer sind auf die Verteilung von Nahrungsmitteln angewiesen (AP) Die Bundesregierung stockte inzwischen ihre Hilfe für die pakistanischen Flutopfer auf 15 Millionen Euro auf. UNO-Sprecher Giuliano wies zudem auf riesige Schäden für die pakistanische Landwirtschaft hin. Sie gingen vermutlich in die Milliarden.

Spendenkontenübersicht auf ard.de für Pakistan-Flut

Der ständige Vertreter Pakistans bei den Vereinten Nationen, Haroon, rechnet damit, dass fast 5000 Dörfer durch die Wassermassen völlig zerstört wurden. Nach letzten Schätzungen kamen bei der Flutkatastrophe mehr als 1800 Menschen ums Leben, etwa 20 Millionen sind von den Überschwemmungen betroffen.

Forschung Aktuell: Die Katastrophensucher - Münchener Rückversicherung dokumentiert seit Jahrzehnten Naturkatastrophen

Interview: "Langfristig nehmen die Naturkatastrophen zu" - Experte der Munich Re: Klimawandel ist nicht mehr zu stoppen

Interview: "Wir brauchen einfach mehr Wissen" - Über Wege, besser mit Naturkatastrophen und Krisen umzugehen

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 11:55 Uhr Verbrauchertipp

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 11:07 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Larsen / Schneider: "Das Leben und ich"In den Herzen der anderen weiterleben

Ein Engel liegt auf einem Grab auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt am Main, aufgenommen am 17.04.2009. (picture alliance / dpa / Wolfram Stein)

Was bedeutet es, wenn jemand stirbt? "Das Leben und ich" von der norwegischen Autorin Elisabeth Holland Larsen und der belgischen Illustratorin Marine Schneider macht Kindern die Unabdingbarkeit des Todes verständlich – in magisch schönen Worten und Bildern.

ÖsterreichMehr Polizeibeamte an den Brenner

Farbfoto von zwei Schildern vor einer Hauswand, auf einem steht Republik Österreich Grenzübergangsstelle, auf dem anderen Brennerpass (imago/Oryk HAIST)

68,1 Prozent der Bevölkerung haben bei der Stichwahl in Gries im österreichischen Südtirol für den FPÖ-Kandidaten Hofer gestimmt. Sie fühlten sich unsicher angesichts der Fremden. Seit einer Woche gelangten wieder verstärkt Flüchtlinge über die Brenner-Grenze, durchgewunken von Italien, so der Vorwurf des Bürgermeisters von Gries an die Regierung in Rom.

InvestierenGeldanlage mit gutem Gewissen

Geld auf dem Konto bringt keine Zinsen, Immobilien sind viel zu teuer - wie könnt ihr trotzdem Geld für später anlegen? Zum Beispiel mit Aktienfonds. Das Problem: Nicht jedes Unternehmen, das hohe Renditen erzielt, wirtschaftet auch ökologisch und moralisch gut. Aber es gibt Hilfe.

Verstörende Scheindebatte Gehört der Islam zu Deutschland oder nicht?

Ein syrischer Flüchtling spricht in einer Moschee mit einem anderen Mann. Er hält seine kleine Tochter auf dem Arm, die ihren Lutscher lachend in die Kamera hält. (dpa/ picture-alliance/ Oliver Berg)

Die Frage der Zugehörigkeit des Islams zu Deutschland ist verstörend und kontraproduktiv, meint die Schriftstellerin Susanne Schädlich: Es mache keinen Sinn, eine ganze Gruppe von Menschen, die hier lebt und arbeitet, wegen ihres Glaubens pauschal auszugrenzen.

Literaturwissenschaftler über Bob Dylan"Der Nobelpreis braucht ihn"

Der Musiker Bob Dylan während eines Konzertes in Spanien. (picture alliance / dpa / Domenech Castello)

Bob Dylan gilt als einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts. Wie der Poet mit der krächzenden Stimme die US-Songtradition mit Literatur verbinde, sei einmalig, sagt der Literaturwissenschaftler Heinrich Detering anlässlich des 75. Geburtstages des Musikers.

Gotthard-BasistunnelCountdown für ein Stück Verkehrsgeschichte

Arbeiter auf der Baustelle des Gotthard-Basistunnels feiern am 15.10.2010 den Durchstich des letzten Abschnitts. (picture alliance / dpa / Martin Ruetschi)

Der längste Eisenbahntunnel der Welt unter dem Gotthard in den Alpen steht vor der Eröffnung. Das gesamte Tunnelsystem umfasst mit Schächten und Querstollen mehr als 150 Kilometer. Seit Monaten laufen Tests mit Zügen, die mit bis zu 200 Stundenkilometer durch den Tunnel rasen. 

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Idomeni  Räumung des Flüchtlinglagers verläuft bislang friedlich | mehr

Kulturnachrichten

Bob Dylan wird 75 Jahre alt  | mehr

Wissensnachrichten

China  Schon früh Lust auf Bier | mehr