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Deutscher Buchpreis 2010 geht an Melinda Nadj Abonji

Auszeichnung für "Tauben fliegen auf"

Melinda Nadj Abonji gewinnt den Deutschen Buchpreis 2010. (AP)
Melinda Nadj Abonji gewinnt den Deutschen Buchpreis 2010. (AP)

Im Kaisersaal des Frankfurter Römer ist Melinda Nadj Abonji mit dem Deutschen Buchpreis 2010 für ihren Roman <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="139211" text="&quot;Tauben fliegen auf&quot;" alternative_text="&quot;Tauben fliegen auf&quot;" /> ausgezeichnet worden. Der Roman erzählt die Geschichte einer ungarischen Familie aus der serbischen Vojvodina, die in die Schweiz emigriert.

In der Begründung der Jury heißt es:
"Was als scheinbar unbeschwerte Balkan-Komödie beginnt, wenn die Familie mit einem klapprigen braunen Chevrolet die sommerliche Reise in die alte Heimat antritt – darauf fallen bald die Schatten der Geschichte und der sich anbahnenden jugoslawischen Kriege. So gibt das Buch ,Tauben fliegen auf’ das vertiefte Bild eines gegenwärtigen Europa im Aufbruch, das mit seiner Vergangenheit noch lang nicht abgeschlossen hat "

Neben Melinda Nadj Abonji waren noch fünf weitere Titel auf der sogenannten Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

Jan Faktor: "Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder Im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag"
(Kiepenheuer & Witsch, März 2010)

Thomas Lehr: "September. Fata Morgana"
(Carl Hanser Verlag, August 2010)

Doron Rabinovici: "Andernorts"
(Suhrkamp Verlag, August 2010)

Peter Wawerzinek: "Rabenliebe"
(Galiani Berlin, August 2010)

Judith Zander: "Dinge, die wir heute sagten"
(Deutscher Taschenbuch Verlag September 2010)

Auszüge aus den nominierten Titeln stehen über www.libreka.de kostenlos zum Download bereit.

Der Buchpreis wird seit 2005 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen und soll den besten deutschen Roman der Büchersaison küren. Der Preis wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben. Die Preisträgerin erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro. Der Preis wirkt extrem verkaufsfördernd und gilt auch als Richtschnur für ausländische Verlage, welche Übersetzungen sich lohnen könnten.

Die Jury hat insgesamt 148 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2009 und dem 8. September 2010 erschienen sind. Aus diesen Romanen wurde eine Longlist mit 20 Titeln zusammengestellt. Daraus wurde später eine sogenannte Shortlist destilliert mit sechs Büchern. Aus den sechs Finalisten wurde dann der beste Roman des Jahres gekürt und mit dem Deutschen Buchpreis prämiert.

In der Jury saßen in diesem Jahr Julia Encke (Literaturkritikerin bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung), Jobst-Ulrich Brand (Focus), Thomas Geiger (Literarisches Colloquium Berlin), Ulrich Greiner (Die ZEIT), Burkhard Müller (Süddeutsche Zeitung), Ulrike Sander (Osiandersche Buchhandlung, Tübingen) und Cornelia Zetzsche (Bayerischer Rundfunk).

Sendungen zur Frankfurter Buchmesse 2010 - Programm von Deutschlandradio Kultur und Deutschlandfunk auf einen Blick

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:38 Uhr

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