Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Deutscher Buchpreis für Terézia Mora

Auszeichnung für den Roman "Das Ungeheuer"

Die Autorin Terezia Mora freut sich im Rathaus Römer in Frankfurt nach der Auszeichnung mit dem Deutschen Buchpreises 2013. (picture alliance / dpa / Arne Dedert)
Die Autorin Terezia Mora freut sich im Rathaus Römer in Frankfurt nach der Auszeichnung mit dem Deutschen Buchpreises 2013. (picture alliance / dpa / Arne Dedert)

Den deutschen Buchpreis 2013 erhält Terézia Mora. Die Jury bezeichnete ihr Buch "Das Ungeheuer" als "tief bewegenden und zeitdiagnostischen Roman". Der Buchpreis wird seit 2005 vergeben und kürt "den besten Roman in deutscher Sprache".

Terézia Mora hat den Deutschen Buchpreis für den besten Roman des Jahres erhalten. Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Montagabend in Frankfurt bekannt. In ihrem knapp 700-seitigen Buch "Das Ungeheuer" erzählt die aus Ungarn stammende Autorin die tragische Geschichte eines Ehepaares, von dem die Frau Selbstmord begangen hat. Die Jury bezeichnete "Das Ungeheuer" als "tief bewegenden und zeitdiagnostischen Roman". Die in Berlin lebende Mora habe ein stilistisch virtuoses Werk und eine lebendige Road-Novel aus dem heutigen Osteuropa geschaffen. Mora sagte bei der Preisverleihung, sie habe in einem starken Jahr gewonnen. Alle Romane der Shortlist seien hervorragend gewesen. Die Verleihung fand am Abend im Frankfurter Römer statt.

Lange Karriere mit vielen Auszeichnungen

Terézia Mora blicke bereits auf eine lange Karriere mit vielen Auszeichnungen zurück seit sie vor 15 Jahren den Bachmann-Preis gewonnen habe, sagt Kolja Mensing in "Fazit am Abend". Ihr Buch "Das Ungeheuer" sei "formal unbedingt sehr interessant", aber auch etwas verspielt. Er hätte sich gefreut, wenn die Jury den Mut gehabt hätte, Clemens Meyer mit seinem Buch "Im Stein" auszuzeichnen - über diese Buch hätte man ma besten diskutieren können.

Neben Terézia Mora waren in die engere Auswahl, die sogenannten Shortlist, folgende Bücher gekommen:

Mirko Bonné: "Nie mehr Nacht", Verlag Schöffling & Co., August 2013

Reinhard Jirgl: "Nichts von euch auf Erden",Hanser Verlag, Februar 2013

Clemens Meyer: "Im Stein, S. Fischer Verlag, August 2013

Marion Poschmann: "Die Sonnenposition", Suhrkamp Verlag

Monika Zeiner: "Die Ordnung der Sterne über Como", Aufbau-Verlag


Der Deutsche Buchpreis wird seit 2005 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben. Er kürt "den besten Roman in deutscher Sprache". Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz dürfen Titel einreichen. Eine siebenköpfige Jury, deren Besetzung jährlich wechselt, wählt zunächst 20 Titel für die Longlist aus. Später wird die Auswahl auf eine Shortlist von sechs Titeln verkürzt.

Der Gewinner erhält 25.000 Euro, die anderen fünf Finalisten bekommen jeweils 2500 Euro. Traditionell findet die Preisverleihung am Vorabend der Eröffnung der Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt.

Der Preis wirkt extrem verkaufsfördernd und gilt auch als Richtschnur für ausländische Verlage, welche Übersetzungen sich lohnen könnten.

Die Jury bildeten in diesem Jahr Helmut Böttiger, Katrin Lange, Ursula März, Jörg Plath, Andreas Platthaus, Klaus Seufer-Wasserthal und Claudia Voigt.

Gewinner der letzten Jahre waren:
2012: Ursula Krechtel mit "Landgericht"
2011: Eugen Ruge mit "In Zeiten des abnehmenden Lichts"
2010: Melinda Nadj Abonji mit "Tauben fliegen auf"
2009: Kathrin Schmidt mit "Du stirbst nicht"
2008: Uwe Tellkamp mit "Der Turm"
2007: Julia Franck mit "Die Mittagsfrau"
2006: Katharina Hacker mit "Die Habenichtse"
2005: Arno Geiger mit "Es geht uns gut"

Programmtipp:
Ein Gespräch mit der frischgebackenen Preisträgerin hören Sie ab 23.05 Uhr in der Sendung "Fazit" im Deutschlandradio Kultur.

 

Letzte Änderung: 21.10.2013 11:34 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:10 Uhr Informationen am Mittag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Neuer Büchner-Preisträger "Ich bedaure Autoren, die nur Romane schreiben"

Der Schriftsteller Marcel Beyer (Deutschlandradio / Bettina Straub)

Gerne nimmt sich der neue Georg-Büchner-Preisträger Marcel Beyer der Nachkriegszeit in Bundesrepublik und DDR an - stets mit Rückbezügen auf die NS-Zeit. Auslöser, sich mit Geschichte zu befassen, war Beyer zufolge die Fernsehberichterstattung über den Fall der Mauer. "Geschichte ist etwas, was sich ganz akut in dieser Sekunde vollziehen kann", sagte der Schriftsteller im Deutschlandfunk.

Nobelpreisträgertagung in LindauKluge Köpfe am Bodensee

Das Handout vom 26.06.2016 zeigt das Publikum bei der Eröffnung der Nobelpreisträgertagung im Lindauer Stadttheater. (Christian Flemming  /Lindau Nobel Laureate Meetings / dpa)

Noch bis Ende der Woche läuft in Lindau das 66. Treffen der Nobelpreisträger, in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Physik. Dass die Teilnehmer neben ihrem wissenschaftlichen "Know How" einen Sinn für Humor haben, das erfuhr Thomas Wagner bei seinem Besuch.

Arabische Clans in Berlin-NeuköllnVon falschen und enttäuschten Hoffnungen

Polizisten führen bei einem Einsatz eine Person in Handschellen aus einem Haus in Berlin im Bezirk Neukölln. (dpa/ picture-alliance/ Gregor Fischer)

Im April haben Sondereinsatzkommandos der Polizei bei Razzien in Berliner Wohnungen acht Männer festgenommen. Sie gehörten zu kurdisch-arabischen Clans, die speziell im Berliner Stadtteil Neukölln für schwere und organisierte Kriminalität bekannt sind. Wer sich auf die Suche nach Gründen dafür macht, stößt auf Geschichten von Entwurzelung und enttäuschten Hoffnungen. Für den deutschen Staat wird es Zeit, aus Fehlern zu lernen.

Malawi zwischen Dürre und FlutHunger im Land der Wetterextreme

Menschen erhalten am 15.3.2016 an einem Verteilungspunkt des UN World Food Programme nordwestlich von Lilongwe, Malawi, Lebensmittelhilfe. (picture alliance / dpa / Unicef / Chipiliro Khonje)

Im April hat die Regierung in Malawi wegen der Hungerkrise den Notstand ausgerufen: Derzeit sind mehr als acht Millionen Menschen in dem afrikanischen Land von Lebensmittelhilfe abhängig. Diszipliniert stehen sie in der brennenden Sonne Schlange.

RaumfahrtWeltraumbahnhof, teilmöbliert, in ruhiger Lage zu vermieten

Spaceport America. Das klingt nach Raumfahrt, Rakten, Weltall. Die Raumfahrtsache im ganz großen Stil. Tatsächlicher aber warten und hoffen sie dort auf irgend wen, der den Spaceport nutzen will. Für den Flug ins All, als Partylocation oder auch als Filmkulisse. Hauptsache Geld kommt rein.

Kriminalität im PflegesystemGut gepflegt - oder gepflegt betrogen?

Krankenhaus (imago/Gerhard Leber)

Rund 14.000 ambulante Pflegedienste gibt es in Deutschland, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen zu alten oder kranken Menschen ins Haus und pflegen sie dort. Doch nicht immer wird geleistet, was bezahlt wird. Der Abrechnungsbetrug ist so lukrativ, dass sich schon die organisierte Kriminalität dafür interessiert. Eine Gesetzesänderung soll Abhilfe schaffen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Europäische Union  Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ausgeweitet | mehr

Kulturnachrichten

Deutschlandradio-Intendant will öffentlich-rechtliches Kinderradio  | mehr

Wissensnachrichten

Neu-Mitglieder  Oscars bald nur noch 89 Prozent weiß | mehr