Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Deutscher Filmpreis für Krebsdrama

"Halt auf freier Strecke" erhält vier "Lola"-Trophäen

Deutscher Filmpreis für Regisseur Andreas Dresen und seinen Film "Halt auf freier Strecke" (dpa / Britta Pedersen)
Deutscher Filmpreis für Regisseur Andreas Dresen und seinen Film "Halt auf freier Strecke" (dpa / Britta Pedersen)

Das intime Krebsdrama "Halt auf freier Strecke" hat beim Deutschen Filmpreis gewonnen. Der Streifen von Regisseur Andreas Dresen erhielt vier goldene "Lola"-Trophäen. Roland Emmerichs Shakespeare-Drama "Anonymus" gewinnt sechs Preise in Nebenkategorien.

Ein Familienvater erhält die Diagnose Hirntumor und muss Abschied von seiner Frau und seinen zwei Kindern nehmen: Dieser mitreißende, tieftraurige Kinofilm "Halt auf freier Strecke" hat den Deutschen Filmpreis in den wichtigsten Kategorien bekommen, unter anderem als bester Spielfilm. "Das ist nicht mehr Europapokal, das ist Champions League", sagte Produzent Peter Rommel als er den Preis entgegennahm.

Die goldene "Lola" für die beste Regie ging an Andreas Dresen. Der 48-jährige Filmemacher ließ Schauspieler improvisieren und verpflichtete Laiendarsteller, die auch beruflich den Tod begleiten. Authentisch wirkt so auch Milan Peschel in der Hauptrolle; er war nach Auffassung der Filmakademie bester Hauptdarsteller. Otto Mellies wurde bester Nebendarsteller.

Dresen brach bereits mit seinem Film "Wolke 9" über Liebe und Sex im Alter ein Tabu. Dafür hatte er 2009 den Filmpreis in Bronze erhalten.

Die "Lolas" sind mit knapp drei Millionen Euro dotiert. Sie sind die wichtigste Auszeichnung für den deutschen Film und werden deshalb auch als "die deutschen Oscars" bezeichnet.

Drei Lolas für Neonazi-Drama

Schauspielerin Alina Levshin ist laut Filmakademie beste Hauptdarstellerin (dpa / Jens Kalaene)Schauspielerin Alina Levshin ist laut Filmakademie beste Hauptdarstellerin (dpa / Jens Kalaene)Der Kinofilm "Kriegerin" über eine junge Frau aus der Neonazi-Szene erhielt die Bronzene Lola für den besten Spielfilm. Regisseur David Wnendt wurde für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Die 27-jährige "Kriegerin" Alina Levshin ist als beste Hauptdarstellerin geehrt worden.

Das DDR-Drama "Barbara" bekam die Silberne Lola für den besten Spielfilm. Der Film von Christian Petzold war mit acht Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangen.

Emmerich-Thriller räumt ab

Roland Emmerichs Polit-Thriller "Anonymus" - im Studio Babelsberg bei Berlin gedreht - räumte gleich sechsmal ab, jedoch in Nebenkategorien. Die goldenen Lolas gab es für beste Tongestaltung, besten Schnitt, beste Kamera/Bildgestaltung, bestes Maskenbild, bestes Kostümbild und bestes Szenenbild.

Der Film über den Machtkampf um die Nachfolge der britischen Königin war auch für die Oscars nominiert. In der Kategorie "Bestes Kostümdesign" ging Lisy Christle jedoch leer aus. Hier gewann Mark Bridges für seine Kleider im Stummfilm "The Artist".

Den Ehrenpreis für "hervorragende Verdienste um den deutschen Film" erhielt Michael Ballhaus, einer der weltweit renommiertesten Kameramänner. Der gebürtige Berliner stand hinter der Kamera für Filme von Martin Scorsese ("Departed"), Robert Redford ("Die Legende von Bagger Vance") und Wolfgang Petersen ("Air Force One").

Der Regisseur, Produzent und Schauspieler Michael "Bully" Herbig wurde mit dem erstmals vergebenen Bernd-Eichinger-Preis ausgezeichnet. Mit dem neuen Preis werden Persönlichkeiten gewürdigt, die durch kreative Leistungen einen maßgeblichen Beitrag zur Kinokultur leisten.

Alle Preise im Überblick.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:51 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 11:30 Uhr Sonntagsspaziergang

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:30 Uhr Die Reportage

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 12:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Joschka Fischer"Marine Le Pen wäre für Deutschland der Super-GAU"

Ex-Bundesaußenminister Joschka Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) sitzt am 12.03.2015 im Rahmen des Literaturfestivals Lit.Cologne in Köln (Nordrhein-Westfalen) auf der Bühne, wo er über sein neues Buch "Scheitert Europa?" spricht. (dpa)

Deutschland könne Europa nicht alleine führen, sagte der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer im Deutschlandfunk. Von daher sei es für die EU und Deutschland existenziell, dass Marine Le Pen, die Frankreich aus der EU führen will, nicht französische Präsidentin werde. Ein anderer Wahlausgang wäre katastrophal.

Der Adel und der Wald in DeutschlandUnterwegs durch Privatwälder

Philipp zu Guttenberg – Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände. (Deutschlandradio / Nana Brink)

Die "Deutschlandrundfahrt" spaziert sowohl mit adeligen Waldbesitzern durch ihr Refugium als auch mit einem Waldphilosophen durch den Dschungel der Eigentumsfragen.

70 Jahre nach der "Aktion Weichsel"Gedenken an die Vertreibung der Ukrainer

Der Marktplatz von Przemysl. (imago/Brockes)

Vor 70 Jahren wurden über 100.000 Ukrainer aus Südostpolen zwangsumgesiedelt. An der sogenannten Aktion Weichsel wurde nun im südostpolnischen Przemyśl gedacht. Doch die nationalkonservative PiS-Regierung will die Erinnerung nicht unterstützen.

Die Lolas 2017Anerkennung für den Autorinnen-Film

Anne Zohra Berrached, Maren Ade und Nicolette Krebitz bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises (dpa / Britta Pedersen)

Anne Zohra Berrached, Maren Ade und Nicolette Krebitz - drei Frauen standen vor dem Galapublikum beim deutschen Filmpreis in Berlin auf der Bühne und freuten sich über ihre Lolas. Drei Frauen, die eint, dass sie als Regisseurinnen ihren Stoff selbst entwickelt haben.

NaturphänomeneMacht der Vulkane

Die Isländer behaupten, der Ausbruch einer ihrer Vulkane habe die französische Revolution ausgelöst. Und auch der Machtverlust der Kirche gehe auf das Konto eines Naturereignisses. Klingt abwegig? Ist es nicht: Tatsächlich bestimmen Vulkanausbrüche, Erdbeben und andere Katstrophen seit jeher den Lauf der Geschichte.

Die Lange Nacht über Jim Morrison und den DoorsIch kann alles - ich bin der Eidechsenkönig

Die Bilder der Rockmusiker Jim Morrison (l-r), Elton John und David Bowie des Künstlers Jürgen D.Flohr stehen in der Galerie " Niagara" in Düsseldorf (Foto vom 18.11.2008). Für seine neue Ausstellung in der Galerie "Niagara" in Düsseldorf hatte Flohr einen Zyklus von 12 großformatigen Portraits mit dem Titel "Rockstar Mythen III" geschaffen. Die Bilder, von Hand in Acryl auf Leinwand gemalt, haben alle die Maße 250x150 Zentimeter und zeigen verschiedene Rockstars.  (dpa / picture alliance / Horst Ossinger)

Mit ihrer Mischung aus Jazz und Rock waren die Doors eine der schillerndsten Bands der 60er-Jahre. Und doch waren sie nichts ohne ihren Sänger Jim Morrison (1943 - 1971). Jim Morrison begriff sich als Dichter, seine Texte als Poesie.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Brexit  May will gleichzeitige Verhandlungen über EU-Austritt und Handelsabkommen | mehr

Kulturnachrichten

Sybille Steinbacher tritt bundesweit erste Holocaust-Professur an  | mehr

 

| mehr