Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Deutscher Luftraum wieder frei

Vulkan Grimsvötn legte zeitweise auch deutsche Flughäfen lahm

Eine Karte mit der schematischen Darstellung der Aschewolke. (AP)
Eine Karte mit der schematischen Darstellung der Aschewolke. (AP)

Die wegen der Aschewolke aus Island geschlossenen Lufträume sind wieder freigegeben. Die unterschiedlich gehandhabten europaweiten Sperrungen werfen die Frage nach einem einheitlichen Luftraum auf.

Wegen der Vulkan-Aschewolke aus Island wurden die Flughäfen in Bremen und Hamburg heute früh geschlossen, beide sind wieder geöffnet. Berlin will seine Sperrung um 14:00 Uhr aufheben. Die Deutsche Flugsicherung in Langen hatte gestern Abend ein Verbot für alle Starts und Landungen erlassen. Begründet wurde die Maßnahme mit der hohen Aschekonzentration in der Luft über Norddeutschland - die sich aber in den letzten Stunden verringerte. Gestern waren bereits in Schottland, Nordirland, Dänemark und Norwegen zahlreiche Flüge ausgefallen.

Die EU-Mitgliedsländer verhindern die Einführung eines gemeinsamen Luftraums, sagt EU-Parlamentarier Dieter-Lebrecht Koch (CDU). Eine Konsequenz seien unnötig verhängte Flugverbote als Reaktion auf die Vulkanasche.

Als Reaktion auf die Aschewolke hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit Experten Grenzwerte für die Dichte von Aschepartikeln in Flugkorridoren veröffentlicht: Die offiziellen Asche-Grenzwerte für Flüge in Deutschland. Ramsauer fordert auch verbindliche Grenzwerte für Europa - denn einig ist man sich über die richtigen Grenzwerte nicht: "Ein international einheitliches und abgestimmtes Vorgehen innerhalb der EU ist aber weiterhin notwendig. Dafür hat sich Deutschland von Beginn an eingesetzt. Wir brauchen nach wie vor einheitliche und verbindliche Grenzwerte. Hier müssen seitens der EU-Kommission weitere Schritte folgen."

Der Ausbruch des isländischen Eyjafjallajökull behinderte den Flugverkehr. (AP)Der Ausbruch des isländischen Eyjafjallajökull behinderte 2010 den Flugverkehr. (AP)

Lehren aus dem Ausbruch des Eyjafjallajöküll 2010

Als 2010 wegen des Ausbruchs des Eyafjallajöküll praktisch der gesamte europäische Luftverkehr lahmgelegt wurde, ging man von einer akuten Gefährdung des Flugverkehrs aus. Kurz danach aber änderten die Flugexperten ihre Meinung: Die britische Luftfahrtbehörde CAA hob den Grenzwert für Vulkanasche in Flugkorridoren massiv an. Er wurde verdoppelt, von 2000 auf 4000 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. In solchen Konzentrationen können Flugkapitäne den Vulkanstaub nach Aussage von Atmosphärenforschern sogar mit bloßem Auge erkennen. Ian Hall, einer der Direktoren der britischen Flugsicherung NTAS in Southampton:

"Die kritische Schwelle konnte angehoben werden, weil Triebwerks- und Kabinenhersteller inzwischen bestätigt haben, dass auch 4000 Mikrogramm für Flugzeuge tolerierbar sind."

Service-Informationen zur Aschewolke und Flugausfällen:
Luftfahrt Bundesamt: Aschewolke - Ihre Rechte als Fluggast
Liste deutscher Flughäfen
Deutsche Flugsicherung

Ein Lufthansatechniker untersucht eine Flugzeugturbine auf dem Flughafen Tegel. (AP)Ein Lufthansatechniker untersucht eine Flugzeugturbine auf dem Flughafen Tegel. (AP)

Kleine Partikel - große Wirkung

Forscher sind sich einig, dassVulkanasche für Flugzeugtriebwerke gefährlich werden kann. Die feinen Partikel können verklumpen, schmelzen und so das Triebwerk lahmlegen. Eine fundierte wissenschaftliche Prüfung allerdings ist schwierig, wie der Vulkanologe Andrew Tupper zusammenfasst:

"Das war immer schon unser Problem, dass wir Flugzeuge nicht direkt in die Wolke schicken können um zu schauen was passiert. Wenn ein Flugzeug aus Versehen in eine Aschewolke hineingerät, analysieren wir es natürlich nachher so genau wie möglich. Aber eigentlich versuchen wir ja, solche Zusammenstöße zu verhindern. Aber während des Vulkanausbruchs in Island sind sehr viele wissenschaftliche Daten gesammelt worden. Gleichzeitig versuchen wir die Aschemengen, die bei einem Vulkanausbruch in die Atmosphäre gelangen, so genau wie möglich zu bestimmen, so dass wir zumindest sagen können, das ist eine dünne, eine mittlere oder eine sehr dichte Aschewolke. Das ist wirklich harte Arbeit, denn Sie können nicht nur nicht durch die Wolke durchfliegen, Sie können sich auch nicht einfach an den Vulkankrater setzen und die Aschekonzentrationen messen. So funktionieren Vulkane nicht. Aber wir können das Problem von verschiedenen Seiten angehen."

Aus dem dradio.de-Angebot:

CDU-Politiker Dieter Lebrecht Koch: Egoismen schuld an fehlenden EU-weiten Luftraumregelungen

Vulkanologe erklärt die Gefährlichkeit von Vulkanaschewolken für den Flugverkehr

Vulkanasche-Grenzwert drastisch angehoben

Lehren aus dem Vulkanasche-Chaos nach dem Ausbruch des Eyjafjallajöküll 2010

2010: Eyafjallajöküll legt deutsche Flughäfen lahm

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:42 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:10 Uhr Informationen am Mittag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Netzpolitik.org"Generalbundesanwalt sollte über Rücktritt nachdenken"

Der Obmann der SPD im NSA-Untersuchungsausschuss, Christian Flisek. (picture alliance / dpa / Gregor Fischer)

Er habe den Eindruck, dass Generalbundesanwalt Harald Range dem NSA-Komplex nicht gewachsen sei, sagte Christian Flisek, SPD-Obmann im NSA-Untersuchungsausschuss, im DLF. Das Ermittlungsverfahren gegen das Blog Netzpolitik.org sei nun der "letzte dicke Tropfen, der das Fass zum Überlaufen" bringe.

Strafverfahren gegen "netzpolitik.org""Es ist nicht legitim, einfach alles zu veröffentlichen"

Teilnehmer einer Demonstration von Unterstützern des Internetportals Netzpolitik.org halten am 01.08.2015 in Berlin bei der Demonstration ein Schild "Ein Abgrund von #Landesverrat.!" (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)

Der Historiker Peter Hoeres hält die Aufregung um das Strafverfahren gegen "netzpolitik.org" für "etwas überzogen". Zwar bezweifle er, dass die Reaktion der Behörden in diesem Fall sinnvoll sei - grundsätzlich habe der Staat aber das Recht, geheime Informationen zu schützen und Durchstechereien zu verfolgen.

Probleme bei der Kölner OperEin konsequentes Risikomanagement fehlt

Die Sanierung der Kölner Oper und des Schauspielhauses dauert länger als geplant - hier ein Bagger auf der Baustelle. (imago / JOKER)

Was haben Berliner Lindenoper, Hamburger Elbphilharmonie und Kölner Oper gemeinsam? Alle drei Bauvorhaben sprengen Zeit- und Kostenrahmen. Der Politologe Jobst Fiedler hat öffentliche Bauvorhaben untersucht und sagt: Wenn der Staat mitbaut, wird's meist teurer.

Autonome Waffensysteme"Roboter kennen keine Empathie"

Eine Drohne am Boden vor dem schneebedeckten Bergen des Hindukusch. (AFP / Bonny Schoonak)

Werden Soldaten in Kampfhandlungen künftig durch autonom agierende Robotersysteme ersetzt, die gezielt töten? Für die meisten Menschen ist das eine Horrorvorstellung. Auch der Sicherheitsexperte Robin Geiß warnt vor einem "Tod durch Algorithmen".

KrisenberichterstattungDie lange Nacht der Nachrichten nimmt kein Ende

Die ARD-Nachrichtensendung "Tagesschau" im Januar 2014 mit Susanne Holst (dpa / picture alliance / Marcus Brandt)

Die Abendnachrichten als Fernsehkrimi: Der Schriftsteller Hans Christoph Buch fiebert täglich den allabendlichen Meldungen entgegen - als seien sie die nächste Folge seiner Lieblingsserie. Wird die Wirklichkeit damit zur TV-Unterhaltung?

John CockerillWegbereiter der Industrialisierung

Auch heute noch trägt das Stahlwerk seinen Namen: Arbeiter von Cockerill-Seraing demonstrieren 2003 vor einer Statue von John Cockerill gegen die gefürchtete Übernahme durch Arcelor. (GUY MOSSAY / BELGA / AFP)

Mit 23 Jahren leitete er seinen ersten Betrieb. Später baute John Cockerill die größte Eisengießerei und Maschinenfabrik Europas auf. Vor 225 Jahren wurde der britisch-belgische Industrielle in Haslingden in Lancashire geboren.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Griechenland  Börse verliert bei Wiedereröffnung fast 23 Prozent | mehr

Kulturnachrichten

Theaternetzwerk Mecklenburgische Seenplatte gegen geplante Reform  | mehr

Wissensnachrichten

Ernährung  Mäkelige Kinder sind häufig auch ängstlich | mehr