Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Deutscher Wetterdienst: Extreme Wetterlagen nehmen zu

Katastrophenschützer kritisieren unzureichende Vorbereitung

Das Orkantief "Kyrill" machte 2007 aus dem Bodensee bei Bregenz ein tosendes Meer. (AP)
Das Orkantief "Kyrill" machte 2007 aus dem Bodensee bei Bregenz ein tosendes Meer. (AP)

Hurrikan "Sandy" fegt über die USA. Forscher gehen davon aus, dass in den nächsten Jahrzehnten auch in Deutschland häufiger extreme Wetterlagen auftreten werden. Darauf sei Deutschland nicht ausreichend vorbereitet, warnen Katastrophenschützer.

In den kommenden Jahrzehnten gebe es vor allem im Süden mehr Hitzeperioden, Flüsse würden häufiger über die Ufer treten und gerade im Winter seien mehr Stürme zu erwarten. Auf Deutschland kommen in Zukunft häufiger extreme Wetterlagen zu. So die Ergebnisse einer Studie von Forschern des Deutschen Wetterdienstes. Sie haben Wetterdaten analysiert und angesichts des fortschreitenden Klimawandels Ausblicke bis ins Jahr 2100 erstellt.

Orkane wie "Kyrill", der im Januar 2007 übers Land fegte, könnten demnach ab dem Jahr 2100 alle fünf Jahre auftreten. Stürme mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 125 Kilometern pro Stunde bedrohten bislang nur alle 25 Jahre Deutschland, erklärte der Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes, Paul Becker, in Berlin.

Im Süden heiß, im Norden mehr Niederschlag

Vor allem in Küstennähe könne sich zukünftig die Zahl der Niederschläge im Winter verdoppeln. Zugleich werde es im Sommer wärmer: In Mannheim werde ab dem Jahr 2100 etwa vier Mal im Jahr die Temperatur auf das Extrem von 39 Grad Celsius steigen. Einen so heißen Tag habe es bislang nur etwa alle 25 Jahre gegeben.

Die deutschen Städte seien deshalb gefordert, sich auf die zunehmende Hitze vorzubereiten. "Sie heizen sich stärker auf als das Umland", sagte der Leiter des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Harald Herrmann. Er forderte mehr Investitionen in den Klimaschutz und in den Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels.

Bürger sollen sich besser auf Notfälle vorbereiten

Deutschland ist nur unzureichend auf extreme Wetterlagen vorbereitet, sagte der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Christoph Unger. Er forderte die Bürger auf, sich besser auf Notfälle vorzubereiten und ihre Häuser besser abzusichern. Auch die Verwaltungen seien nicht ausreichend auf große Evakuierungen vorbereitet, wie sie derzeit in den USA wegen des Hurrikans "Sandy" stattfinden.

Unger kündigte mit anderen Behörden für Ende 2015 eine große Sturmflut-Übung in Norddeutschland an. Dort solle vor allem die Zusammenarbeit von Bundesbehörden, der Bundeswehr, den Ländern sowie den Kommunen und den Nachbarstaaten auf die Probe gestellt werden.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:00 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 22:05 Uhr Historische Aufnahmen

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 22:30 Uhr Studio 9 kompakt

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

MogelpackungenGroße Packung, wenig Inhalt

Blick auf ein Supermarktregal. (imago / Waldmüller)

Ob Parfüm, Pralinen oder Cappuccino-Pulver: In vielen Produktverpackungen ist oft weniger drin, als es auf den ersten Blick scheint. Von aufwendig gestalteten Verpackungen sollten sich Käufer also nicht blenden lassen. Aber das ist nur eine Möglichkeit, Mogelpackungen zu erkennen.

Fotoausstellung in Frankfurt am MainPostmoderne Blicke auf die Realität

"Fotografien werden Bilder - Die Becher-Klasse" im Kunstmuseum Städel  (picture alliance/dpa/Foto: Arne Dedert)

Ob Andreas Gursky, Candida Höfer oder Thomas Ruff - sie alle waren Schüler von Bernd und Hilla Becher und eroberten mit ihren zumeist großformatigen Fotografien die Kunstszene. Unter dem Titel "Fotografien werden Bilder" zeigt das Städel-Museum in Frankfurt am Main nun 200 Werke.

GAFFER-PROZESSKein Respekt vor Rettungskräften

Der Feuerwehrmann Jörg Nießen hat Verständnis dafür, dass Menschen neugierig sind. Aber wenn Gewalt ins Spiel kommt, würden definitiv Grenzen überschritten.

Erdogans Referendum"In diesem Lande werden Menschenrechte mit Füßen getreten"

Die HDP-Abgeordnete Feleknas Uca (im Jahr 2015) (imago/ZUMA Press)

Die Türkei sei kein Rechtsstaat, sagte die Abgeordnete der kurdischen HDP, Feleknas Uca, im DLF. Weil sie auf Pressekonferenzen ihre Meinung gesagt habe, sei ihre Immunität aufgehoben worden. Dabei hätten 48 Prozent der Bevölkerung gegen das Referendum gestimmt. Uca hofft auf ein gemeinsames Vorgehen der oppositionellen Kräfte.

Renaissance des "Und was ist mit…?"Perfider Trick aus der Mottenkiste der Rhetorik

US-Präsident Donald Trump auf dem Weg ins Weiße Haus.  (picture alliance / Ron Sachs/Consolidated News Photos/Ron Sachs - Pool via CNP)

Donald Trump beherrscht ihn perfekt und auch viele Diskutanten in den sozialen Medien: Mit "Und was ist mit…?" kann man jede Debatte torpedieren und als Sieger hervorgehen. Doch die Strategie lässt sich auch entlarven.

Schlafstörungen"Ein Wunder, dass man überhaupt noch schlafen kann"

Eine Frau liegt in einem Bett und schläft. Sie liegt dabei auf dem Bauch und streckt einen Arm zur Seite aus. (imago stock&people)

80 Prozent der Arbeitnehmer schlafen schlecht, so eine neue Krankenkassen-Studie. Er gehe zwar von einer niedrigeren Zahl aus, sagt Schlafforscher Peter Clarenbach. Dass aber vor allem Arbeiter und Angestellte betroffen seien, liege an Entwicklungen in der Arbeitswelt.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Überbuchungen  Fluggesellschaften ziehen Konsequenzen | mehr

Kulturnachrichten

Ariane Mnouchkine erhält Goethepreis  | mehr

 

| mehr