Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Deutschland bei Pressefreiheit auf Platz 17

Reporter ohne Grenzen bemängelt Zeitungsschließungen

Pressefreiheit: Reporter ohne Grenzen veröffentlicht Rangliste (Stock.XCHNG / Atena Caline Azevedo Kasper)
Pressefreiheit: Reporter ohne Grenzen veröffentlicht Rangliste (Stock.XCHNG / Atena Caline Azevedo Kasper)

Deutschland belegt beim Ranking der Pressefreiheit nach wie vor nur einen mittleren Platz. Die Journalistenorganisation "Reporter ohne Grenzen" sieht die Bundesrepublik im weltweiten Vergleich auf Platz 17 weit hinter Finnland und den Niederlanden. Der Grund: das Zeitungssterben.

Eigentlich sollte man glauben, dass man sich um die Pressefreiheit in Deutschland nicht sorgen muss. Schließlich garantiert das Grundgesetz jedem das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten. "Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt", heißt es in Artikel 5. Auch klagen Medienvertreter hierzulande nicht über Folter oder Gefängnisstrafen für kritische Kollegen.

Nach Einschätzung der Journalistenorganisation "Reporter ohne Grenzen" ist es um die Pressefreiheit in Deutschland dennoch nicht gerade gut bestellt. Sie stuft das Land auf der heute veröffentlichten weltweiten Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 17 ein. "Problematisch ist die abnehmende Vielfalt der Presse", kritisierte die Organisation in Berlin. Aus Geldmangel arbeiteten immer weniger Zeitungen mit eigener Vollredaktion, mehrere Redaktionen seien 2012 komplett geschlossen worden.

Positiv hervorzuheben sei ein neues Bundesgesetz vom August 2012, das Journalisten stärker vor Durchsuchungen schütze. In der Liste von 179 Ländern findet sich Deutschland hinter Tschechien, Irland, der Schweiz und Österreich. An der Spitze stehen Finnland, die Niederlande und Norwegen. Im vergangenen Jahr hatte Deutschland auf Platz 16 gelegen.

Verschlechterung in Ungarn und Griechenland

Kritisch beurteilt "Reporter ohne Grenzen" die Lage Ungarn. Wegen der umstrittenen Mediengesetze der nationalkonservativen Regierung wurde das Land um 16 Plätze auf Rang 56 herabgestuft. Griechenland fiel von Position 70 auf 84. Dort würden Journalisten immer häufiger von extremistischen Gruppen oder der Polizei angegriffen.

Die USA konnten sich um 15 Positionen verbessern und belegen Platz 32. Japan sei in Folge seiner restriktiven Informationspolitik nach der Atomkatastrophe von Fukushima auf Rang 53 abgerutscht. Schlusslichter sind unverändert Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan. Kein Land habe sich so sehr verschlechtert wie Mali, das einst Vorreiter der Pressefreiheit in Afrika gewesen sei. Nun wird es von "Reporter ohne Grenzen" auf Platz 99 eingestuft.

Mehr:

Europatrol fühlt der ukrainischen Politik auf den Zahn - Ukrainische Journalisten arbeiten für mehr Pressefreiheit
Die schwierige Lage für Journalisten in Venezuela - Der Umgang mit der Pressefreiheit unter Hugo Chavez
Bangen um neugewonnene Pressefreiheit - Ägyptisches Parlament benennt Zeitungsredakteure

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:05 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 14:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:07 Uhr Kompressor

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Politologin Gesine Schwan"Schweigen kann ich nicht"

Gesine Schwan am 17. Januar 2016 in der ARD-Talksendung "Anne Will" (dpa / picture alliance / Karlheinz Schindler)

Zweimal hat Gesine Schwan bereits für das Amt des Bundespräsidenten kandidiert. Ob sie auch ein drittes Mal antritt und warum sie sich als Erwachsene hat taufen lassen, verrät uns die Politikwissenschaftlerin im Gespräch.

Rücktritt von Schweinsteiger"Es war mir eine Ehre"

Bastian Schweinsteiger applaudiert dem Publikum bei der EM 2016 (imago sportfotodienst)

Der Weltmeistertitel bleibt sein krönender Abschluss: Kapitän Bastian Schweinsteiger beendet nach 120 Länderspielen seine Karriere in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Er habe den Bundestrainer gebeten, ihn in Zukunft bei der Nominierung nicht mehr zu berücksichtigen.

HaarigDie Frisur der Macht

Was haben Angela Merkel, Theresa May und Hillary Clinton gemeinsam? Sie sind einflussreiche Politikerinnen – und sie tragen alle eine ähnliche Frisur. Einen Bob. Ist das nur Zufall? Haben sie alle den gleichen Friseur? Oder müssen wir die nächste Verschwörungstheorie ausrufen?

SPD-Vize Ralf Stegner"Ein richtig klasse Parteitag" der US-Demokraten

Ralf Stegner, stellvertretender Vorsitzender der SPD (picture alliance / dpa / Christian Charisius)

Vize-SPD-Chef Ralf Stegner war beim Nominierungsparteitag der US-Demokraten dabei. Er sieht die Partei gut aufgestellt für den anstehenden Wahlkampf. Hillary Clinton habe mit ihrer Rede gezeigt, dass sie eine gute Chance habe, Präsidentin zu werden.

Türkei"Eine Art Lynchstimmung" gegen Schriftsteller

Die Titelseite einer Ausgabe der türkischen Tageszeitung Zaman (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)

Viele Schriftsteller in der Türkei hätten derzeit "wahnsinnige Angst", beschreibt Sascha Feuchert, Vizepräsident des deutschen PEN, im Deutschlandfunk. Für manche sei es deshalb im Moment besser, zu schweigen. Es gäbe aber Kollegen, die sehr bewusst in die Öffentlichkeit gingen - und denen müsse man den Rücken stärken.

Ausstellung in Genua "Migration ist der Motor unserer Gesellschaft"

Flüchtlinge auf einem Schiff der italienischen Marine. (dpa-Bildfunk / Ciro Fusco)

Historisch betrachtet ist Migration nicht der Ausnahmezustand, sondern der Normalfall der Geschichte. Das zeigt eine Ausstellung im Museo del Mare in Genua, die unser Italienkorrespondent Jan-Christoph Kitzler für uns besucht hat.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Pro-Erdogan-Demo  Appell zu friedlichen Kundgebungen | mehr

Kulturnachrichten

Polizeischutz beim Wacken Open Air wird verstärkt  | mehr

Wissensnachrichten

"Nationale Kohorte"  Schlechter Name für eine Studie | mehr