Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Deutschland einig Schneeland

Winter sorgt für Chaos auf allen Verkehrswegen

Nicht nur auf dem Feldberg liegt üppig Schnee. (AP)
Nicht nur auf dem Feldberg liegt üppig Schnee. (AP)

Der heutige Montag bringt ein Verkehrschaos in vielen Städten und auf allen Verkehrswegen: Ob Auto, Bahn oder Flugzeug - gut dran ist nur, wer nicht reisen muss. Websitetipps rund um die aktuelle Verkehrslage.

8:20 Uhr, Köln Hauptbahnhof. Bei der Bahn ständige Durchsagen an den Gleisen, dass Züge Verspätung haben, manche fallen sogar völlig aus. Und auf der Straße sieht es nicht anders aus: Die Buslinie 133 sollte eigentlich schon um 8:26 Uhr fahren, um 8:50 Uhr taucht sie auf, "und endet hier", sagt der Busfahrer. Sein Bus ist nämlich auch schon 30 Minuten zu spät. Die U-Bahnen unterirdisch sind verstopft, aber sie fahren wenigstens. Köln steht exemplarisch für viele Orte in Deutschland: Ob Gleis oder Straße - Glatteis und Schnee machen ein Vorankommen zur Geduldsprobe.

Winterwetter führt erneut zur Streichung Hunderter Flüge

Das Winterwetter hat auch heute früh zu Einschränkungen im Flugverkehr geführt. Am Flughafen Frankfurt am Main wurden 300 Verbindungen gestrichen. Inzwischen schneie es aber nicht mehr und die Start- und Landebahnen seien offen, sagte ein Sprecher. Auf Europas größtem Flughafen London-Heathrow lief nach eineinhalbtägiger Sperrung der Betrieb wieder an. Auch in Paris können inzwischen wieder Maschinen starten und landen.

Schnee kommt alle Jahre wieder

So überraschend ist der Wintereinbruch nicht, findet zumindest Sigfried Damm, Bundesvorsitzende des Verbandes Deutscher Straßenwärter, im Deutschlandradio Kultur. Er wirft kommunalen Politikern große Versäumnisse beim Streu- und Winterdienst vor. Die Kollegen säßen bis zu zwölf Stunden in ihren Räumfahrzeugen. Er befürwortet auch eine Winterreifenpflicht für LKW.

Diese fordert der Grünen-Politiker Winfried Hermann ebenfalls und wirft Verkehrsminister Peter Ramsauer Halbherzigkeit bei der Verschärfung der Wintervorschriften für LKW und Busse vor. Man sehe jetzt, dass Winterreifen nur für die Antriebsachse auf verschneiten Straßen nicht ausreiche, sagt er im Deutschlandfunk. Er habe "sehr stark den Eindruck, dass das Ministerium den Schreien der Lobby sofort gefolgt ist, es wäre zu teuer, wenn man alle LKW mit Rundum-Winterreifen ausrüsten würde".

Der FDP-Politiker Werner Simmling bestreitet hingegen jeglichen Einfluss der Logistik-Lobby auf die Entscheidung des Verkehrsministers - und hält eine Nachbesserung im laufenden Winter nicht für nötig. Man müsse jetzt erst einmal Erfahrungen mit der neuen Verordnung sammeln, sagte Simmling im Deutschlandfunk.

Hausbesitzer und Mieter müssen bei Eis und Schnee den Gehweg vor ihrem Haus freischaufeln. Streuen gegen Glätte ist dabei Pflicht. Doch in den meisten Städten und Gemeinden darf das sehr wirksame, aber umweltschädliche Salz mittlerweile nur noch in Ausnahmefällen verwendet werden.

Informationen rund um die Verkehrslage

Verschiedene Verkehrsunternehmen bieten auf ihren Websites aktuelle Daten zur Verkehrslage an:

  • Deutsche Bahn: Die Deutsche Bahn informiert über die Lage im Nah- und Fernverkehr auf einer eigenen Schwerpunktseite Wintereinbruch. Wer mit einem internetfähigen Handy unterwegs ist, kann sich entweder per App oder auf der Website m.bahn.de informieren.

  • Autoverkehr: Aktuelle Informationen zur Verkehrslage gibt es beim Deutschlandradio.

  • Bus und Bahn vor Ort: Informationen über die Lage vor Ort erteilen hoffentlich die örtlichen Verkehrsverbünde. Wikipedia bietet eine Liste aller Verkehrsverbünde an.

  • Flugverkehr: Die einzelnen Airlines informieren über den Winter. Lufthansa hat so auch für Montag den Sonderflugplan inkraft gesetzt. Auf einer Infosite informiert die Fluggesellschaft über den Status aktueller Flüge. Und natürlich bieten auch die Flughäfen selbst Informationen. Deren Dachverband Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen bietet eine Linkliste mit Flughäfen an. Wer sich informieren will, an welcher Stelle sich sein Flieger gerade aufhält, kann das auf der Website Flightradar24.com machen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:39 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 22:05 Uhr Atelier neuer Musik

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 22:00 Uhr Die besondere Aufnahme

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Club der Republik

Aus unseren drei Programmen

Neue deutsche TürkeipolitikMit Erdogan darf es keine Beitrittsgespräche geben

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD). (Kay Nietfeld/dpa)

Die Luft ist dick zwischen Deutschland und der Türkei, meint Michael Thumann im Dlf. Außenminister Sigmar Gabriel habe diese Woche die finanziellen Daumenschrauben ausgepackt. Doch nicht nur Deutschland, auch die EU stehe vor einer klaren Entscheidung.

Kräfteverhältnisse vor der WahlAlles Merkel – oder was?

Angela Merkel steht in einem hellblauen Blazer am Rednerpult des Bundestags. (dpa/Bernd von Jutrczenka)

Kritik, Attacken und Gemeinheiten - all das scheint Angela Merkel nichts auszumachen. Vor der Wahl im September zieht bislang keine Angriffstaktik der anderen Parteien. Der Politikwissenschaftler Thorsten Faas spricht über das "Phänomen Merkel".

Holyday SicknessDie erfundene Urlaubskrankheit

Eine Strandaußenaufnahme (imago / CHROMORANGE)

Vor allem britische Urlauber verklagen Reiseveranstalter, weil sie sich im Urlaub an einer Magen-Darm-Grippe angesteckt haben - angeblich. Die Regierung will dagegen vorgehen.

Dokumentarfilm über Bud Spencer Die alten Haudegen kommen wieder

Bud Spencer (l.) und Terence Hill bei den Dreharbeiten zum Film "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" von 1973 (imago/Granata Images)

Acht Jahre hat er an seinem Dokumentarfilm über Bud Spencer gearbeitet: ohne Geld und ohne Produktionsfirma. Mit der Hilfe von tausenden Fans hat Regisseur Karl-Martin Pold schließlich einen außergewöhnlichen Film hinbekommen.

DieselskandalDie Autoindustrie hat in Deutschland immer Vorfahrt

Ein junger Mann mit Atemmaske auf einer Anti-Feinstaub-Demo in Berlin-Neuköllnläuft während einer Feinstaub-Demo in Berlin-Neukölln. (Imago)

Stickoxide töten Menschen - das scheine der Gesetzgeber vergessen zu haben, kommentiert Silke Hahne. Anders sei die Hartnäckigkeit, mit der er seine Hand über die Autoindustrie halte, kaum zu erklären. Das sei Patenschaft, nicht Politik.

Porno PortaleSchon bald gesperrt?

Vor rotem Hintergrund ist das Wort "Porn" aus den Tasten einer Computertastatur gelegt. (Foto: dpa / Tuomas Marttila) (dpa / Tuomas Marttila)

XHamster, Pornhub, Youporn und so weiter - die Zahl der kostenlosen Porno-Portale im Netz ist endlos. Einen effektiven Jugendschutz haben die wenigsten Seiten. Das könnte sich bald ändern.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Venezuela  Wieder Proteste, wieder Krawalle | mehr

Kulturnachrichten

Medien: US-Schauspieler John Heard tot  | mehr

 

| mehr