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Deutschland hat seine 38. Welterbestätte

Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe von der UNESCO ausgezeichnet

Herkules-Figur im Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe
Herkules-Figur im Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe (picture alliance / dpa / CHROMORANGE / Dieter Möbus)

Kassel kann stolz sein: Das UNESCO-Welterbekomitee hat der Stadt den "Ritterschlag" verpasst. Sein Bergpark steht nun in einer Reihe mit den Pyramiden von Giseh, dem Kölner Dom oder der Altstadt von Florenz.

Experten aus aller Welt würdigten die Wilhelmshöhe mit der Herkules-Skulptur und den Wasserspielen als beeindruckendes Beispiel der Baukunst im europäischen Absolutismus. Der "Herkules" sei technisch und künstlerisch die anspruchsvollste Großskulptur der Frühen Neuzeit, hieß es. An keinem anderen Ort der Welt sei zuvor eine am Hang gelegene Parkarchitektur mit vergleichbaren Ausmaßen und einer technisch so vollkommenen Wasserarchitektur ausgestattet worden wie in Kassel seit 1691 unter Landgraf Karl.

Der 560 Hektar große im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegte Bergpark zählt zu den größten Anlagen ihrer Art weltweit. Das zu Beginn des 18. Jahrhunderts angelegte Herkules-Bauwerk mit seinen vorgelagerten Kaskaden gilt zudem als Wahrzeichen Kassels.

"Das ist die Krönung."

Das ist Ehre und V "Die Freude ist groß", sagte Gerd Weiss, Präsident des hessischen Landesamtes für Denkmalpflege, in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh, wo das Komitee tagt: "Kassel ist damit nicht mehr nur als Documenta-Stadt bekannt, die alle fünf Jahre die aktuelle Kunstszene anzieht, sondern wird ein Treffpunkt für Leute, die an der Landschafts- und Gartenarchitektur interessiert sind." Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) freute sich in Kassel mit den Worten: "Das ist die Krönung." Der Titel bedeute für Hessen Ehre und Verpflichtung gleichermaßen. Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) nannte die Auszeichnungen einen "Ritterschlag".

Nur acht Minuten brauchten die Experten der Kulturorganisation der Vereinten Nationen, um die Anlage einhellig zu würdigen. Nur mit der Aussprache von "Wilhelmshöhe" hatte der kambodschanische Vorsitzende des Komitees seine Mühe: Er ließ den Hammer schließlich zugunsten des Antrags "Wilmschöh" fallen. Der Parkbesuch soll übrigens auch zukünftig kostenlos bleiben.

Die Wasserspiele unterhalb des Herkules im Bergpark Wilhelmshoehe in Kassel (Bild: picture alliance, dpa, Uwe Zucchi)

Viele weitere Natur- und Kulturstätten in die Liste aufgenommen

Deutschland hat nun 38. Welterbestätten. 2014 will man sich mit dem mehr als 1200 Jahre alten ehemaligen Benediktinerkloster Schloss Corvey bei Höxter in Nordrhein-Westfalen bewerben. Treuhänder von Welterbestätten verpflichten sich, das Gelände zu erhalten und zu schützen und müssen regelmäßig über ihre Anstrengungen berichten. Das Elbtal bei Dresden wurden 2009 wegen des Baus der Waldschlösschenbrücke aus dem Welterbe gestrichen.

Außer dem Bergpark nahm das Welterbekomitee fast zwei Dutzend weitere Natur- und Kulturstätten in die begehrte Liste auf. Welterbe-Weltmeister Italien konnte gleich zwei weitere Auszeichnung verbuchen: die Villen, die die Familie Medici zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert rund um Florenz bauen ließ, wurden ebenso als Welterbe anerkannt wie der Vulkan Ätna. Kein Land hat so viele Welterbestätten wie Italien: 49. Auf den Plätzen folgen China und Spanien, dahinter Frankreich, Deutschland und Mexiko. Ägypten hat sieben Welterbestätten, Griechenland 17, und die USA haben 21. In Deutschland gehören der Aachener Dom und die Museumsinsel in Berlin sowie die Zeche Zollverein in Essen dazu. Die Liste umfasst insgesamt 981 Stätten in mehr als 150 Ländern.

Der einstige Sitz des Schah in Teheran gehört nun auch dazu

Auch der einstige Sitz des Schahs in der iranischen Hauptstadt Teheran, der Golestan-Palast wird Welterbe. Dort wurde der 1979 vertriebene Schah Mohammed Reza Pahlavi 1941 gekrönt und dort heiratete er seine Frau Soraya. In Nordkorea wurde die alte Königshauptstadt Kaesong aus dem 10. Jahrhundert als Welterbe ausgezeichnet und auf der Halbinsel Krim in der Ukraine die einstigen griechischen Kolonien um Chersones aus dem 5. Jahrhundert vor Christus. Am Samstag hatten es unter anderem der Vulkan Fuji in Japan, die Reisterrassen in der chinesischen Provinz Yunnan und die Altstadt von Agadez in Niger auf die Liste geschafft.

Das Expertenkomitee der UNESCO tagt noch bis zum 27. Juni


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:13 Uhr

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