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"Deutschland heute" und "Das Wochenendjournal"

Zu sehen ist das Technikpult im Innneren eine Übertragungswagens des Deutschlandradios.
Blick ins Innere eines Übertragungswagens (Foto: Bettina Straub)

Es ereignet sich vieles in Deutschland, jeden Tag. Auch jenseits der Orte, an denen die großen politischen Entscheidungen getroffen werden. In Gemeinde- und Landesparlamenten, in Familie und Schule, in Vereinen, in Kneipen, auf der Straße. "Deutschland heute" und "Das Wochenendjournal" kümmern sich um den Blick hinter die Entscheidungen und Entwicklungen in Deutschland.

Deutschland heute   

Montag bis Freitag live von 14:10–14:30 Uhr

In Bayern ärgert man sich über zu hohe Mietpreise, im Saarland wackelt die Erde wegen Bergbauschäden, in Frankfurt bleiben die Flieger wegen eines Streiks auf dem Boden und die Berliner beschweren sich über zu viele Schwaben in Prenzlauer Berg. Welche Themen werden aktuell diskutiert, was brennt den Menschen unter den Nägeln und was steht ganz oben auf der innenpolitischen Tagesordnung?

"Deutschland heute" berichtet aber auch über Ereignisse und Entwicklungen, die "heutzutage" von Bedeutung sind. Wir fragen nach, auch jenseits der Orte, an denen die "großen" politischen Entscheidungen getroffen werden. In Gemeinden, in Familie oder auf der Straße.

Wir berichten aus den Ländern für die Länder - heißt: interessantes, Bedeutsames und manchmal auch Aberwitziges. Das Nebensächliche kann bei uns zur Hauptsache werden. Etwa wenn die "kleine Hufeisennase", eine Fledermaus, dafür sorgt, dass die Bauarbeiten der Waldschlösschenbrücke gestoppt werden müssen - oder aber wenn das Gipfelkreuz der Zugspitze aus für arabische Urlauber aus den Werbebroschüren wegretuschiert wird.

Und das gilt auch für …

 

Das Wochenendjournal
Samstag live von 9:10-10:00 Uhr

Gesellschaft und Brauchtum, Alltag und Freizeit, Kultur und Lebensart - das sind die Themenfelder, in denen wir uns bewegen. Wir sind als Autoren und Reporter selbst auch unterwegs in Deutschland, in Ost und West, Nord und Süd.

Die Bandbreite der Themen ergibt sich aus verschiedenen Motivationen: Da wäre zum einen die Aktualität. Als etwa der isländische Vulkan Eyjafjallajökull den Flugverkehr in Europa erlahmen ließ, sendeten wir live vom lahmgelegten Düsseldorfer Flughafen und erlebten wie spannend es in einer (scheinbar) leeren Abfertigungshalle zugehen kann.

Andererseits pflegen wir die zeitlosen und oft charmanten regionalen Themen, die bestens geeignet sind, ins Wochenende zu starten, mit Titeln wie: "Willkommen und weiterhin gefürchtet – Wie der Wolf Deutschland zurückerobert" oder "Bis er schwarz wird - Der Ostfriese und sein Tee". Aber auch gesellschaftskritische Themen, die mit dem nötigen Feingefühl angepackt werden müssen "Schläge, Scham und Schweigen – Die Last der Erinnerungen an DDR-Kinderheime" oder "Gefangen im Körper – Über die wachen Momente von Koma-Patienten" finden in unserer 50-minütigen Sendung Platz.

"Das Wochenendjournal" und "Deutschland heute" - zwei unterschiedliche Sendungen, zusammengehalten von einer Redaktion, deren Mitglieder als Redakteure, Moderatoren und Reporter tätig sind. Eine Konstellation, die in der deutschen Hörfunklandschaft die große Ausnahme darstellt.

 

 

Sabine Demmer Sabine Demmer (Deutschlandradio - Bettina Fürst-Fastré) Sabine Demmer
Leitende Redakteurin und Moderatorin in der Deutschland-Redaktion

"Ich sollte über Pferde schreiben, besser gesagt über die Auftaktveranstaltung des Aachener Weltreitturniers CHIO. Mein erster Termin für eine Aachener Zeitung. Auch wenn ich gebürtig aus der Reiterstadt komme, hatte ich keine Ahnung von Pferden. Ich merkte schnell, dass wir Journalisten mit fundierter Recherche jedes Thema spannend umsetzen können.

Nach meinem ersten Hörfunkpraktikum entdeckte ich, dass es im Journalismus noch mehr gibt als Notizblock, Computer und Dunkelkammer. Senkel, Bandmaschine und Mikrofon waren die Hilfsmittel. Auch, wenn es sich für viele junge Radiomacher anhört, als käme ich aus der Steinzeit - das war 1998, nach meinem Abitur.

Irgendwann folgten Moderationen und ich musste nicht mehr in die Fabrik, kellnern oder Medikamente ausliefern, um mein Studium zu finanzieren. Nein, ich habe nicht "Pferdewissenschaften" studiert, das gab es damals an der RWTH in Aachen nicht. Ich dachte mir, mit "Kommunikationswissenschaften" lerne ich das journalistische Handwerk, mit "Psychologie" durchschaue ich meine Interviewpartner besser und mit "Politischen Wissenschaften" runde ich mein Basiswissen ab.

Während des Studiums hospitierte ich u.a. beim WDR, ZDF, der dpa, Belgischer Rundfunk und SternTV. Nach Abschluss meines Studiums folgte ein Volontariat beim Deutschlandradio, danach ein paar Jahre als freie Hörfunk- und Fernsehjournalistin. Seit 2013 bin ich beim Deutschlandfunk fest angestellt.

Als Journalistin zu arbeiten ist für mich ein Traumberuf: Sich jeden Tag mit neuen Inhalten beschäftigen, interessanten Menschen begegnen, spannende Geschichten aufdecken, hinter die Kulissen schauen und andere – Sie - daran teilhaben lassen."

 



Ulrich Gineiger Ulrich Gineiger (Deutschlandradio - Bettina Fürst-Fastré) Ulrich Gineiger
Redakteur und Moderator in der Deutschland-Redaktion

"Live auf Sendung? Eine Horrorvision! Ich war eben aus dem Volontariat einer Tageszeitung und meiner ersten Redakteursstelle entwachsen, heuerte beim Bayerischen Rundfunk an und war mit Begeisterung am Werk: Immer wieder gab es vor dem Mikrofon magische Augenblicke, die ich selbst nicht beeinflussen konnte oder wollte. In solchen Momenten mutierte das Mikrofon zum Zauberstab. Das galt allerdings nur für aufgezeichnete Reportagen. Vor der Livesendung dagegen hatte ich einen unüberwindbaren Respekt. Es war wie eine Liebeserklärung: Ein einmal gesprochenes Wort ist draußen in der Welt, und keine Macht kann es zurückholen.

Die "Angst vor Live" brach der Zufall. Es geschah in einem Tierheim unter freiem Himmel. Die Nachrichten liefen, wir waren noch eine Minute von der Sendung entfernt, etwas ängstlich sah ich Richtung Rotlicht, das jeden Augenblick aufblinken würde. Plötzlich richteten sich alle Augen auf einen frei laufenden Schlittenhund, der selbstbewusst auf uns zu trottete, über der Hauptleitung der Mikrofone stehen blieb und das Bein hob. Die Nachrichten, die über Lautsprecher übertragen wurden, gingen im Inferno des allgemeinen Gelächters unter – und wir waren auf Sendung!

Es war eine Lehrstunde: Live auf Sendung sein bedeutet: Trotz optimaler Vorbereitung gefasst sein auf Ereignisse, die überraschend auftreten und die dem Hörer natürlich spontan erklärt werden müssen – eben wie der Schlittenhund, der für einen überraschend humoristischen Einstieg in die Sendung sorgt. Von dieser Stunde an war der Livecharakter mein Steckenpferd.

Volontiert habe ich mit 18 Jahren in Würzburg, zugleich entstanden erste Reportagen und Stundensendungen für den Bayerischen Rundfunk. Schon als Jugendlicher hörte ich mit Vorliebe das "Wochenendjournal" im Deutschlandfunk, für den ich als freier Mitarbeiter nebenbei tätig war. 1998 schließlich kam der Umzug nach Köln und die Redakteursstelle in der Deutschland-Redaktion am Raderberg. Zum Schreiben fand ich immer wieder zurück, etwa für die "Zeit" oder den "Rheinischen Merkur". Das Tolle an diesem Beruf: Was mich als Mensch interessiert, kann ich als Journalist recherchieren und umsetzen. Das ist ein großartiges Geschenk."

Im Fokus

1914-2014100 Jahre Erster Weltkrieg

Französische Infanterie auf dem Schlachtfeld von Verdun im 1. Weltkrieg (1914-1918).

Der Erste Weltkrieg wird auch als die "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Die Auseinandersetzung zeigte der Welt, wozu Menschen mit damals hochmodernen Waffen fähig waren. Doch es sollte bei Weitem nicht die schlimmste Ausprägung von Gewalt sein. Der Deutschlandfunk widmet dem Thema einen Schwerpunkt.

 

100 Jahre Erster Weltkrieg

Ein Mädchen aus einem Flüchtlingstreck mit ihrer Puppe im Arm in den Wirren der Nachkriegszeit.

Auch Deutschlandradio Kultur beleuchtet die bis dahin größte Auseinandersetzung zwischen Nationen mit einem eigenen Schwerpunkt.

FreizügigkeitDie EU-Zuwanderungsdebatte

Am Busbahnhof der bulgarischen Hauptstadt Sofia besteigen am 1. Januar 2014 Leute einen Bus nach London über Deutschland und Frankreich. 

Seit dem Jahreswechsel ist es für Rumänen und Bulgaren wesentlich leichter, in Deutschland zu leben und arbeiten, das Prinzip der Freizügigkeit innerhalb der EU greift. Schon streitet die Politik um einen europäischen Kerngedanken: den einer offenen, toleranten und durchlässigen europäischen Gesellschaft. Hier finden Sie Beiträge zum Thema.