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Deutschland im Visier der NSA

Medienbericht über Späh-Liste Edward Snowdens

Die Bundesrepublik steht offenbar auf einer Spionageliste der NSA. (dpa / picture alliance / Rick Bowmer)
Die Bundesrepublik steht offenbar auf einer Spionageliste der NSA. (dpa / picture alliance / Rick Bowmer)

Der US-Geheimdienst NSA späht in Deutschland nach einem Medienbericht vor allem die Außen- und Wirtschaftspolitik aus. Grundlage ist eine interne Liste der NSA, die aus dem Archiv des Whistleblowers Edward Snowden stammen soll.

Deutschland ist eines der Spionageziele der NSA – angesiedelt im Mittelfeld der nachrichtendienstlichen Prioritäten. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf eine als "geheim" eingestufte Liste aus dem Archiv des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden vom April 2013. Das Magazin habe die Liste einsehen können.

Im Raster der US-Geheimdienste befänden sich vor allem die deutsche Außenpolitik sowie Fragen der wirtschaftlichen Stabilität und Gefahren für die Finanzwirtschaft, heißt es in dem Bericht.

Top-Ziele: China, Russland, Iran

Weniger hohe Priorität hätten für die USA deutsche Waffenexporte, neue Technologien und der Bereich des internationalen Handels. Das Interesse an Gegenspionage aus Deutschland und die Gefahr deutscher Cyberangriffe auf US-Infrastrukturen sei gemäß der Liste kaum vorhanden. Dem Bericht zufolge rangiert Deutschland bei den Spionagezielen auf einer Ebene mit Staaten wie Frankreich und Japan, aber vor Italien und Spanien.

Deutlich stärker im Visier der Geheimdienste stehen demnach aber China, Russland und der Iran sowie Pakistan, Nordkorea und Afghanistan. Das Geheimdokument bestätige außerdem, dass die Europäische Union zu den Zielen gehöre, die auf bestimmten Themenfeldern wie der Außenpolitik ausgeforscht werde.

Für Diskussionen sorgte an diesem Wochenende auch der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND). Er hält seine praktizierte Weitergabe von Mobilfunknummern terrorverdächtiger Personen an ausländische Geheimdienste für rechtmäßig - dabei werde die Weitergabe der Daten auch an die Bedingung geknüpft, dass auf ihrer Grundlage nicht gefoltert werde oder eine Verurteilung zum Tode erfolge.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:15 Uhr

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