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Deutschland kann viele Zuwanderer nicht halten

OECD-Studie zu Migrationsströmen in Europa

Grenzübergang zur BRD (dpa / Armin Weigel)
Grenzübergang zur BRD (dpa / Armin Weigel)

Deutschland zieht immer mehr Zuwanderer an, ist oft aber nur eine Heimat auf Zeit. Das ist das Ergebnis einer jetzt veröffentlichten OECD-Studie. Besonders für Migranten aus EU-Krisenländern ist die Bundesrepublik ein beliebtes Ziel - viele von ihnen hält es hier aber kein Jahr.

<p>Zwar stieg die Migration nach Deutschland von 2010 bis 2011 laut der Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) so stark wie in kaum einem anderen Industrieland – viele Einwanderer kehren der Bundesrepublik aber schon bald wieder den Rücken. Wie dem "Internationalen Migrationsausblick" zu entnehmen ist, ließen sich 2011 etwa 300.000 Menschen dauerhaft in Deutschland nieder – ein Plus von 68.000 im Vergleich zum Vorjahr. Damit rangiert Deutschland auf Platz 5 der von der OECD untersuchten Zielländer. <br /><br /></p><p><strong>Nur jeder dritte Spanier bleibt länger als ein Jahr</strong></p><p>Ein Großteil der Einwanderer stammt demnach aus südlichen EU-Krisenländern, in denen eine dramatisch hohe Jugendarbeitslosigkeit zu verzeichnen ist, wie Griechenland, Spanien und Portugal. Unter diesen Migranten ist die Fluktuation besonders hoch: Etwa jeder zweite Grieche trat innerhalb eines Jahres die Heimreise an, bei den Spaniern waren es im Schnitt sogar zwei von drei.<br /><br />Dabei gilt die Bundesrepublik für Arbeitssuchende aus Krisenstaaten der EU eigentlich als Top-Adresse. Zuletzt hatten sich auch die Rahmenbedingungen für Arbeit erheblich verbessert. Die Beschäftigungsquote unter Zuwanderern zog in Deutschland um fünf Prozentpunkte an. Jedoch – so die OECD in ihrer Studie – sind gleichzeitig Männer mit türkischen Wurzeln doppelt so häufig von Erwerbslosigkeit betroffen wie jene ohne Migrationshintergrund.<br /><br /></p><p><strong>OECD: Krisenbedingte Wanderung stieg 2012 weiter an</strong></p><p><papaya:media src="95e10084bffd04fc6903349933ffbc21" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Flüchtlinge vor Lampedusa" popup="yes" /><In den Jahren 2007 bis 2011 verzeichnet die OECD starke Zuwächse der Einwanderungsströme aus Griechenland (73 Prozent) und Spanien (etwa 50 Prozent) – ferner bei Italienern und Portugiesen (jeweils 35 Prozent). Im Krisenjahr 2012 setzte sich der Trend offenbar weiter fort: "Vorläufigen Zahlen für 2012 zufolge stieg die krisenbedingte Wanderung vor allem aus Griechenland und aus Spanien weiter an", teilte die OECD mit.&lt;br /><br />Insgesamt wanderten im Jahr 2011 über vier Millionen Menschen aus ihrer Heimat in einen der 34 OECD-Staaten ein. Obwohl der Zuzug damit gegenüber 2010 um zwei Prozent anschwoll, liegen die Zahlen damit immer noch unter den Migrationsbewegungen vor der Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise (4,7 Millionen). <br /><br />Nach Schätzungen der OECD-Autoren ist Integration aus volkswirtschaftlicher Sicht bedeutsam: Wären Migranten und Deutsche gleichermaßen auf dem Arbeitsmarkt vertreten, könnten die Staatseinnahmen um etwa 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zulegen.<br /><br /></p><p><strong>Hilfsorganisationen kritisieren bürokratische Hürden</strong></p><p>Vonseiten Hilfsorganisationen wurde zuletzt Kritik an den <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="249786" text="bürokratischen Hürden für europäische Arbeitsmigranten laut" alternative_text="bürokratischen Hürden für europäische Arbeitsmigranten laut" />. So müssen sich arbeitssuchende Zuwanderer in der slowakischen Hauptstadt Bratislava etwa mit stundenlangen Wartezeiten und einem überforderten Beamtenapparat herumschlagen.<br /><br />In Sachen Asylpolitik führt die EU nach Einschätzung des Historikers Klaus J. Bade sogar "<papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="248051" text="eine Art Krieg gegen Flüchtlinge" alternative_text="eine Art Krieg gegen Flüchtlinge" />" von außerhalb ihrer Grenzen. Ein vom EU-Parlament am Mittwoch unter Dach und Fach gebrachtes Gesetz schreibt allen EU-Ländern in Zukunft einheitliche Standards für Asylverfahren vor. <br /><br /><em>Mehr Informationen auf dradio.de:</em><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="249455" text="Der Sound der Migration" alternative_text="Der Sound der Migration" /> - Corso-Gespräch mit Autor Mark Terkessidis<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="248985" text="Interkultureller Hürdenlauf zur Kita" alternative_text="Interkultureller Hürdenlauf zur Kita" /> - In welchem Umfang Migranten Kinderbetreuung wahrnehmen<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="236888" text="Schlepperroute ins Saarland" alternative_text="Schlepperroute ins Saarland" /> - Das kleine Bundesland wird zum Fluchtziel vieler junger Afghanen<br /><br /><em>Weitere Informationen zum Thema:</em><br /><br /><papaya:link href="http://www.oecd.org/berlin/50652154.pdf" text="Deutsche Zusammenfassung des Internationalen Migrationsausblicks 2012" title="International Migration Outlook 2012" target="_blank" /></p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:12 Uhr

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