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DeutschlandRadio Berlin ist jetzt Deutschlandradio Kultur

Start der Programmreform am 7. März

Neuer Look für neues Programm - Ü-Wagen vor dem Berliner Funkhaus (Deutschlandradio)
Neuer Look für neues Programm - Ü-Wagen vor dem Berliner Funkhaus (Deutschlandradio)

"Wir freuen uns auf Deutschlandradio Kultur!" Das haben uns in den letzten Tagen und Wochen viele geschrieben oder gesagt, darunter auch sehr namhafte Vertreter der schönen Künste wie Iris Berben, Wim Wenders, Kent Nagano, Anne-Sophie Mutter, Durs Grünbein oder Gitte Haenning.

Selten war Zuspruch so willkommen! In den zurückliegenden Wochen und Monaten wurde im Berliner Funkhaus auf Hochtouren gearbeitet. Ideen wurden geboren, diskutiert, ausprobiert. Nicht alles überstand die Klangprobe. Aufregend vor allem die letzten hundert Meter vor dem Neustart. Wie das so ist! Da wurde – war das Thema nicht längst abgehakt? – plötzlich der ultimative, alles auf den Kopf stellende Gedanke auf den Plan geworfen. Hindernisse, an die niemand gedacht hatte, stellten sich fordernd in den Weg. Der Zeitplan drohte aus den Fugen zu geraten … Sisyphus war Programmreformer.

Warum die ganze Anstrengung? Hätte unser gutes Programm nicht noch weitere zehn Jahre seine Aufgabe erfüllt? Die Frage stellen hieße, die Welt zur Scheibe zu machen. Lebendiges muss wachsen. "Ecclesia semper reformanda." Wenn selbst die Kathedralen den ewigen Bewegungsgesetzen folgen, wird sich die Redaktion als Versammlung von Kreativen ihnen nicht verweigern.

Erfolg ist das Resultat aus Wägen und Wagen. Sie werden deshalb im reformierten Programm zunächst viel Bekanntes wieder finden. Die großen Konzertflächen am Abend beispielsweise. Oder die vielgestaltigen Plätze für künstlerische Wortproduktionen. Von Farbtupfern abgesehen, ist das ganze Wochenende unverändert. Schönes bleibt!

Es bleibt überhaupt, was man vom klassischen Kulturradio erwartet: Genuss, Unterhaltung, Musik, Relativierung des Alltags. Das Neue setzt auf diesem stabilen Fundament auf. Kultur ist mehr als der Aufzug des Schönen, weihevoll zelebriert. Kultur ist, je länger je mehr, ein eigenes Thema. Sie hat ihre Tragödien wie die Politik, ihre Bedingtheiten wie die Wirtschaft, ihr Gleißendes wie der Boulevard. Und sie offeriert Erklärungen. Wer die großen Zeitungen liest, findet Antworten auf die Fragen der Zeit immer häufiger im Kulturteil. Bei uns finden Sie sie im "Radiofeuilleton", wie wir das reformierte Tagesprogramm genannt haben.

Reform ist einerseits Verdichtung: Wir senden ab sofort "Fazit", die kulturelle Tageszusammenfassung, zweimal täglich; sechsmal am Tage hören Sie eine Buchvorstellung. Reform ist auch Innovation: Die politischen Nachrichten werden durch Kulturnachrichten jeweils zur halben Stunde ergänzt. Mit ihnen betreten wir genauso Neuland wie mit der "Wurfsendung", einer radikalen Miniaturisierung des Hörspiels, die neben das klassische Hörspiel tritt. Mit der "Wurfsendung" demonstriert Deutschlandradio Kultur, wie lebendig das Hörspiel ist.

Alles Kultur? Reformen gehen schief, wenn sie die Banane gerade biegen wollen. Kulturinteressierte Hörerinnen und Hörer stehen mit beiden Beinen im Leben. Sie wollen auch über das allgemeine Zeitgeschehen informiert sein. Daher sperren wir die Politik aus unserem Programm nicht aus. Vor allem in der Primetime am Morgen, am Mittag und selbstverständlich in gründlichen Nachrichtensendungen wird sie auch künftig unverzichtbarer Bestandteil unseres ganzheitlichen Angebots sein. Aus demselben Grunde sind auch die Kultursendungen im Schwesterprogramm Deutschlandfunk, dem nationalen Informationsprogramm, nicht wegzudenken.

In der Antike wurde von einem guten Gedicht verlangt, es müsse entweder nützlich oder ergötzlich sein. Wir meinen, dass Brot und Aufstrich zusammengehören (auch in den mageren Jahren). Daher verbindet Deutschlandradio Kultur beide Grundbedürfnisse miteinander. Zugegeben, ein bisschen Wagnis ist dabei. Urteilen Sie selbst.

Dr. Günter Müchler
Programmdirektor Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur

Die Programmreform


Kernstück der Reform und Markenzeichen von Deutschlandradio Kultur ist ein sechsstündiges "Radiofeuilleton" aus Wort, Musik und viel Service in der Zeit von 9:07 bis 12:00 und von 14:07 bis 17:00. Angesprochen werden aktuelle Themen aus den Bereichen Kunst und Kultur, Politik und Geschichte, Wirtschaft und Wissenschaft. Eine klare Gliederung der Programmstunde – in der ersten Hälfte das Aktuelle, in der Zweiten das Kulinarische, dazwischen zur halben Stunde die neuesten Kulturnachrichten – dient der besseren Orientierung. Neu ist auch ein Kulturinterview um 9:09 und ein Pressegespräch um 10:15 mit dem Feuilletonchef einer Zeitung, eines Senders oder einer Zeitschrift. Bücherfreunde kommen jeweils nach den Kulturnachrichten auf ihre Kosten, wenn neue Literatur oder Sachbücher vorgestellt werden. Mittwochs ist am Vor- und am Nachmittag eine aktuelle Filmkritik zu hören. Auch die eingespielte Musik muss sich an den Kriterien Aktualität und Relevanz orientieren.

Veränderungen gibt es auch am Vorabend. So bekommt die Sendung Fazit – die weiterhin um 23:05 ausgestrahlt wird – einen Ableger. Bereits um 19:07 bietet "Fazit am Abend" einen Überblick über die wichtigsten Kulturereignisse des Tages.

"In Concert" heißt es jeweils am Mittwoch, wenn ab 20:03 die besten Rock-, Pop- und Soulkonzerte der letzten Jahrzehnte dokumentiert werden. Die Reihe startet am 9. März mit dem legendären Konzert der Rolling Stones im Madison Square Garden von New York: Get Yer Ya-Ya’s Out.

Wollen Sie sich ein eigenes Bild von unserer Programmreform, dann laden Sie sich ausführliche Informationen zu unserer neuen Sendung 'Radiofeuilleton' herunter. Oder informieren sich in unserer Programmvorschau über alle Neuerungen (Links in der rechten Spalte).

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:09 Uhr

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