Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Die deutsch-französische Freundschaft: eine Bestandsaufnahme

Ergebnisse der Umfrage von Deutschlandradio, Radio France, ARD, und Arte

50 Jahre Unterzeichnung des Elyseevertrages (www.frankreich-deutschland.diplo.de)
50 Jahre Unterzeichnung des Elyseevertrages (www.frankreich-deutschland.diplo.de)

Etwa 25.000 Deutsche und Franzosen haben auf unsere Fragebogenaktion anlässlich des 50. Jahrestages der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags zwischen Deutschland und Frankreich geantwortet. Wir wollten wissen, wie sie über das Verhältnis der beiden Länder zueinander denken - jetzt liegen die Ergebnisse vor.

Im Juli 1962 traf der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer Staatspräsident Charles de Gaulle in Frankreich. Die Zusammenkunft gilt als Beginn der deutsch-französischen Aussöhnung.

Bundeskanzler Konrad Adenauer und Präsident Charles de Gaulle in Paris, Juli 1962 (dpa / picture alliance / Horst Schäfer)Bundeskanzler Konrad Adenauer und Präsident Charles de Gaulle (dpa / picture alliance / Horst Schäfer)Am 22. Januar 1963 unterzeichneten die Staatslenker schließlich den Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrag, auch Elysée-Vertrag genannt. 50 Jahre danach wollten wir von Ihnen wissen, wie Sie über das Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich denken. An der Umfrage haben sich über 25.000 Deutsche und Franzosen beteiligt. Sie konnten anhand von 28 gleichlautenden Fragen auf deutsch und französisch von Juli his November 2012 - via Internet - ihre Einschätzung zu den deutsch-französischen Beziehungen mitteilen bzw. ihre Sicht auf den jeweiligen Nachbarn. Der Saarländische Rundfunk (SR) als der vorsitzende Sender in der Deutsch-Französischen Hörfunk-Kommission (DFHK) hatte dabei die organisatorische Federführung.

Die Ergebnisse der Onlinebefragung wurden von der Deutsch-Französischen Hochschule mit Sitz Saarbrücken ausgewertet. Die Langfassung in deutscher und französischer Sprache können Sie als PDF-Dokumentdownloaden.

Hier die Kurzfassung der Ergebnisse:

1. Persönliche Beziehungen

46 Prozent der Franzosen und 45 Prozent der Deutschen denken trotz der kriegerischen Vergangenheit der Länder weder an Krieg noch Frieden.

88 Prozent der Franzosen und 74 Prozent der Deutschen sehen die Herausforderungen in der Gegenwart.

Frankreich verliert an Anziehungskraft für die Deutschen, Deutschland dagegen gewinnt: Zwei Drittel der Franzosen würden gern mal Urlaub in Deutschland machen und 60 Prozent würden in Deutschland arbeiten.

Fast 80 Prozent der Befragten mögen das jeweils andere Land.

2. Gegenseitige Wahrnehmung

Das Deutschlandbild ist positiv, entspricht aber auch altbekannten Klischees: So gelten die Deutschen gelten als gründlich, diszipliniert, fleißig, die Franzosen hingegen als genießerisch, individualistisch-kreativ, verführerisch.

Die allgemeine Lebensqualität wird als in Frankreich besser wahrgenommen.

Die Wirtschaft und Beschäftigungsverhältnisse werden in Deutschland besser beurteilt.

Kaum Unterschiede sind zu finden bei persönlicher Freiheit und Bildung.

Jedes Land bevorzugt tendenziell sein eigenes Sozialsystem.

3. Politische und wirtschaftliche Beziehungen

78 Prozent der Franzosen und 94 Prozent der Deutschen kennen den Elysée-Vertrag, der 1963 die deutsch-französische Freundschaft nach dem Zweiten Weltkrieg begründete.

Eine große Mehrheit beider Völker sieht in der wechselseitigen Beziehung eine Notwendigkeit. Deutschland gilt als wichtigstes EU-Land, danach folgen Frankreich und Großbritannien.

Deutschland besitzt eine größere Bedeutung meinen 85 Prozent der Deutschen und 94 Prozent der Franzosen.

Erstaunlich: Zwei Drittel der Deutschen sehen sich auf Augenhöhe mit Frankreich, aber nur 53 Prozent der Franzosen.

Dass die Beziehungen besser als früher sind, denken 62 Prozent der Deutschen und 25 Prozent der Franzosen.

3. Offene Frage: Welches Europa wollen wir?

Die Franzosen wünschen sich ein starkes, soziales Europa als Föderation oder Konföderation. Die Deutschen sehen Europa als Garant für den Frieden und wünschen sich eine stärkere demokratische Legitimation der Union.

Europa soll zusammenrücken und mehr als nur ein Staatenbund sein, wünschen sich beide Völker.

Weitere Beiträge zum Thema und historische Videoaufnahmen finden Sie auf unserer Seite 50 Jahre Elysée-Vertrag.


Prominente Patin mit Wahlheimat Frankreich

ie Schauspielerin Hanna Schygulla am 24.03.2011 in der Staatskanzlei in München, nachdem sie den Bayerischen Verdienstorden aus der Hand des bayerischen Ministerpräsidenten erhalten hatte. (picture alliance / dpa / Frank Leonhardt)Die Schauspielerin Hanna Schygulla (2011) (picture alliance / dpa / Frank Leonhardt)Hanna Schygulla hatte sich als Patin für unsere Fragebogenaktion zur Verfügung gestellt. Für uns berichtet und reflektiert sie ihre ganz persönliche Sicht zum deutsch- französischen Verhältnis, die Datei können Sie als PDF-Dokument [/url] herunterladen. Zudem können Sie den Text auch - von Hanna Schygulla selbst vorgetragen - als Audio zum Nachhören abrufen.

 

Letzte Änderung: 27.11.2013 14:20 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:05 Uhr Gottesdienst

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:05 Uhr Sonntagmorgen

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Parteitag der AfD"AfD hat sich chamäleonhaft entwickelt"

Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte. (dpa/picture alliance/Karlheinz Schindler)

Die AfD sei eine Partei, die sich fliegende Ziele suche, sagte der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte im Deutschlandfunk. Das sei typisch für eine Empörungsbewegung. Je disparater, je unterschiedlicher die Partei heute und morgen agiere, umso interessanter werde sie für weitere Empörungswähler.

"Die Fleischlüge" und "Vom Land in den Mund"Was Tofu mit Demenz zu tun hat

Geräucherter und roher unbehandelter Tofu auf einem Markt in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi (picture alliance / dpa / Johanna Hoelzl)

"Die Fleischlüge" von Autor Hans-Ulrich Grimm enthält viele unangenehme Überraschungen in knalligen Formulierungen zum Thema Nahrungsmittelproduktion. Wirtschaftsredakteur Jan Grossarth zeichnet in "Vom Land in den Mund" ein differenzierteres Bild.

Deutsch seinWas ist German Identity?

Unser New Yorker Jim Kavanaugh ist Amerikaner: "born and raised in New York". Seit ein paar Jahren lebt er in Deutschland. Ein echter Ausländer also. Was er nicht versteht: Warum sich Menschen nicht als Deutsche fühlen, die hier geboren und aufgewachsen sind.

Anna Katharina Hahn: "Das Kleid meiner Mutter"Raffinierte Zeitdiagnose

(picture alliance / dpa / Javier Lizon)

Eine junge Spanierin scheitert in Deutschland. Zurück in der Heimat muss sie wieder bei ihren Eltern einziehen. Doch dann geschehen die bizarrsten Dinge. Anna Katharina Hahn erzählt in "Das Kleid meiner Mutter" vom Leben, wie es ist – und einer fantastischen Parallelrealität.

ElektroTanz in den Mai

Könnte der Maifeiertag besser fallen, als auf einen Samstagabend? Wir sind der Meinung: nein! Denn so ist der Club der Republik quasi Pflichtprogramm zum Aufwärmen für den Maitanz.

Hasskommentare auf Facebook & CoDie Online-Müllabfuhr des Internets

Facebook-Symbole und darüber steht Hass gesprüht. (Imago / Ralph Peters)

Hasskommentare auf Facebook und auf anderen Plattformen werden gelöscht. Diese Müllmänner des Internets leisten diese Arbeit im Verborgenen, ihre Auftraggeber lassen sich nur ungern in die Karten schauen. Ein Berliner Theaterregisseur hat einige von ihnen auf den Philippinen getroffen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Türkei  Ein Toter bei Anschlag auf Polizeiwache in Gaziantep | mehr

Kulturnachrichten

Urheberschutz für Ravels "Bolero" läuft aus  | mehr

Wissensnachrichten

Insekten  Sex wie in einem Splatterfilm | mehr