Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Die Ehe für Homosexuelle und "ein Geschenk an Springer"

Bundesrat winkt Leistungsschutzrecht durch

Blick durch eine Glastür mit dem Schriftzug Bundesrat in den Plenarsaal während der Bundesratssitzung in Berlin
Blick durch eine Glastür mit dem Schriftzug Bundesrat in den Plenarsaal während der Bundesratssitzung in Berlin (AP)

Der Bundesrat will gleiche Rechte für homosexuelle Paare - obwohl die Union es mehrheitlich noch ablehnt. Und segnet ein Leistungsschutzrecht ab, gegen das weite Teile der Internetnutzer Sturm laufen. Die Länderkammer hat schon weniger kontroverse Entscheidungen getroffen.

<p>Nach dem Hin und Her der vergangenen Wochen will der Bundesrat die Ehe für Homosexuelle öffnen und damit deren vollständige rechtliche Gleichstellung erreichen. Die Länderkammer beschloss am Freitag in Berlin, einen entsprechenden Gesetzentwurf im Bundestag einzubringen. Die Vorlage geht damit über andere Initiativen hinaus, die eine Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften beispielsweise im Steuerrecht vorsehen.<br /><br /><papaya:media src="97a5fd7c65ba8df9609cc7db6b5e7c10" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Eine Hochzeitstorte für zwei Männer" popup="yes" />Auf diese rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen dringen SPD, Grüne und Linke, aber auch die FDP. In der Union ist diese Frage umstritten, mehrheitlich wird eine volle Gleichstellung aber abgelehnt. Allerdings hat das Bundesverfassungsgericht in den vergangenen Monaten wiederholt die Rechtsstellung eingetragener Lebenspartnerschaften gestärkt.<br /><br /></p><p><strong>"Keine haltbaren Gründe"</strong></p><p>"Angesichts des gesellschaftlichen Wandels und der damit verbundenen Änderung des Eheverständnisses gibt es keine haltbaren Gründe, homo- und heterosexuelle Paare unterschiedlich zu behandeln und am Ehehindernis der Gleichgeschlechtlichkeit festzuhalten", heißt es in dem vom Bundesrat vorwiegend mit den Stimmen rot-grün-regierter Länder beschlossenen Gesetzentwurf. Und das Ganze wird nun im Bundestag weiterbehandelt. Fortsetzung folgt. <br /><br /></p><p><strong>Was dürfen Google und Co. künftig?</strong></p><p>Nicht minder kompliziert: der Beschluss zum Leistungsschutzrecht, wo viele Kritiker gerade den SPD-geführten Ländern vorwerfen, eingeknickt zu sein. Nach der heutigen Entscheidung dürfen Internet-Suchportale wie Google künftig nur einzelne Wörter oder Textteile anderer Anbieter unentgeltlich verwenden. Der Bundesrat ließ trotz massiver Bedenken mehrerer Bundesländer das Leistungsschutzrecht passieren, nach dem nur für die Nutzung ganzer Texte oder wesentlicher Teile davon eine Gebühr an die Verlage abgeführt werden muss. <br /><br /><papaya:media src="dc42924fd4364cff8d4e4a7db7028c89" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Was dürfen Suchmaschinen künftig noch verbreiten?" popup="yes" />SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hatte das Abstimmungsverhalten der rot-grünen Mehrheit in der Länderkammer schon am Vortag ausgegeben: "Es gibt deshalb keine Aussichten auf ein erfolgreiches Vermittlungsverfahren." Das Gesetz könne nicht aufgehalten werden. Die Länder folgten aber einem Entschließungsantrag von Hamburg und Baden-Württemberg, in dem der vom Bundestag mit schwarz-gelber Mehrheit beschlossene Gesetzentwurf als handwerklich schlecht bezeichnet wird. Beobachter erwarten, dass dieses Gesetz voraussichtlich jahrelange juristische Auseinandersetzungen nach sich zieht. Wenn es nicht überhaupt nach der Bundestagswahl am 22. September novelliert wird<br /><br />Das Gesetz lässt offen, wie lang die "kleinsten Textteile" höchstens sein dürfen, die von der Lizenzpflicht ausgenommen sein sollen. Presseverlage hatten Druck gemacht, die Regelung zu verabschieden. Der Vorstandschef der Axel Springer AG, Matthias Döpfner, hatte den Gesetzentwurf zur "Schicksalsfrage" erklärt. Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, Volker Beck, erklärte nach dem Bundesratsvotum, das Gesetz sei "ein Geschenk an Springer".<br /><br /><strong>Mehr auf dradio.de:</strong><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="238976" text="Ausnahmen für Google?" alternative_text="Ausnahmen für Google?" /> - <br> Bundestag stimmt über Leistungsschutzrecht ab<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="252894" text="Kein Kurswechsel der CDU bei Homo-Ehe" alternative_text="Kein Kurswechsel der CDU bei Homo-Ehe" /> - <br> Präsidium weiter gegen Gleichstellung im Steuerrecht <br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="239913" text="FDP wählt Rösler erneut zum Parteichef" alternative_text="FDP wählt Rösler erneut zum Parteichef" /> - <br> Forderung nach Gleichstellung der Homo-Ehe beschlossen</p>


Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:08 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Fazit

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Feature

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Das Gesicht als SchlüsselSoftware "Facelock" ersetzt Passwörter

Eine Frau schaut durch ein Schlüsselloch.

Ob E-Mail, Facebook oder Online-Shopping - wer im Internet unterwegs ist, muss sich unzählige Passwörter merken. "Facelock" bietet nun eine Alternative: Der User muss zum Log-in vertraute Gesichter identifizieren.

Ferienzeit Vielfältige Kinderbetreuung

Eine Gruppe von Schulkindern spaziert durch den Wald.

Die Betreuung der Kinder während der Schulferien zu organisieren, ist für berufstätige Eltern eine echte Herkulesaufgabe. Dabei gibt es zahlreiche und unterschiedliche Angebote in einigen Städten, wie zum Beispiel in Düsseldorf.

Musik Das Model und der Writer

Josh Beech und Oliver Som machen Musik. Der eine als Männermodel und Sänger, der andere als Songwirter und Produzent. Nun erscheint ihr erstes Album: "Letters Written In The Sky".

Sad RapTraurige Rapper im 21. Jahrhundert

Der US-Rapper Kanye West

Bei amerikanischen Rappern wie Drake, Kanye West oder Future gehört es längst zum guten Ton, die eigene Traurigkeit in den Vordergrund ihrer lyrischen Reflexionen zu stellen. Im Internet kursieren schon Genre-Bezeichnungen wie Sad Rap. Woher kommt dieses Interesse für die Traurigkeit?

KostenWarum Cannabis bei uns so teuer ist

In Deutschland ist Hanf fast doppelt so teuer wie in den Niederlanden. Ein Patient, der Cannabis gegen Schmerzen oder zur Krampflinderung einnehmen darf und zwei Gramm pro Tag konsumiert, zahlt im Monat etwa 900 Euro. Warum?

Bürger-ProtesteBallern oder leben

Das ehemalige "Bombodrom" in Brandenburg

Ob in Brandenburg oder in der "Serengeti Ostwestfalens": Der Krieg ist in manchen Regionen noch lange nicht vorbei. Als Reaktion auf Bombenabwurfplatz oder Schießstand direkt neben einem Kloster formiert sich Widerstand in der Bevölkerung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Gaza-Streifen:  Humanitäre Lage verschlimmert sich | mehr

Kulturnachrichten

Landgericht:  Amazon darf keine Provision an Schulfördervereine zahlen | mehr

Wissensnachrichten

Studium  Hochschulen öffnen sich für Berufstätige ohne Abi | mehr