Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Die EU berät über ihre Zukunft

EU-Gipfel: Kanzlerin Merkel will Wettbewerbsfähigkeit der EU dauerhaft steigern

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Ankunft in Brüssel
Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Ankunft in Brüssel (picture alliance / dpa / EPA / Julien Warnand)

Nach der Einigung auf eine zentrale Bankenaufsicht haben die EU-Regierungschefs in Brüssel weitere Reformen zum Umbau der Eurozone angeschoben. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die anderen Gipfelteilnehmer wollen die 17 Länder mit der gemeinsamen Euro-Währung krisenfest machen.

"Wir werden einen Fahrplan aufstellen, wie wir in den nächsten Monaten weiterarbeiten", formulierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Erwartungen an den Gipfel. Ihr gehe es vor allem darum, die Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Staaten dauerhaft zu steigern - und die Währungszone so vor weiteren Krisen zu schützen. "Bei unseren Beratungen wird es vor allem darum gehen, die wirtschaftliche Koordinierung zu verstärken», fügte sie hinzu.

Griechenland gerettet - Banken unter Aufsicht

In der Nacht hatten sich die EU-Finanzminister über den Aufbau einer europäischen Bankenaufsicht geeinigt, die Risiken für den Finanzsektor künftig eindämmen soll. Die Einigung sei ein gutes Signal, sagte Merkel: "Das ist ein großer Schritt zu mehr Verlässlichkeit und Vertrauen in der Eurozone." Zudem beschloss die Eurogruppe am Vormittag die Freigabe weiterer Hilfskredite in Höhe von rund 34 Milliarden Euro an Athen, mit denen Griechenland vor dem Staatsbankrott bewahrt werden soll.

"Das Schlimmste liegt nun hinter uns, aber natürlich muss noch viel getan werden", sagte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy zu Beginn des EU-Gipfels in Brüssel. Nach den wichtigen Durchbrüchen der Finanzminister hat sich der EU-Gipfel den nächsten Schlüsselfragen zugewandt, vor allem mit dem Thema, wie die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden kann.

Frankreichs Präsident Hollande will Haushaltsdisziplin aufweichen

Die Kanzlerin empfängt den französischen Präsidenten zum AbendessenMerkel und Hollande sind sich bei der EU-Haushaltsdisziplin uneinig (picture alliance / dpa / Jacky Naegelen / Pool)Vor dem Spitzentreffen der EU-Chefs sorgte Frankreichs Staatschef François Hollande für neuen Zündstoff: Er will gemeinsam mit Italien die EU-Defizitziele aufweichen, um nicht so streng sparen zu müssen. Für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bleibt die Abkehr von einer strengen Haushaltsdisziplin ein rotes Tuch.

Italiens Regierungschef Mario Monti kämpft seit langem dafür, dass die EU-Kommission bei der Berechnung der Neuverschuldung "Zukunftsinvestitionen" herausrechnet, also etwa Ausgaben in Forschung und Entwicklung. "Es ist möglich, dass wir den Vorschlag von Mario Monti aufnehmen", sagte Hollande nun bei seiner Ankunft in Brüssel. Sein Motiv: Er könnte sich vor weiteren Kürzungen zu Hause drücken, die notwendig wären, um wie versprochen das französische Defizit im kommenden Jahr wieder unter die erlaubten drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu drücken.

Europaparlamentschef Schulz erwartet "eher eine kürzere Sitzung"

Konkrete Beschlüsse sind von dem zweitägigen Gipfeltreffen nicht zu erwarten. Für die Weiterentwicklung der Union hatte die EU-Spitze um Van Rompuy Vorschlägegemacht, die in den Vorverhandlungen von den EU-Staaten allerdings entschärft wurden. Van Rompuys Konzept sah unter anderem vor, ein Extra-Budget neben dem eigentlichen EU-Haushalt zu schaffen - um einen Puffer für Krisenstaaten zu installieren. Besonders Deutschland lehnte die Idee eines Eurozonen-Budgets zur Abfederung wirtschaftlicher Verwerfungen in einzelnen Euro-Ländern strikt ab. "Mein Eindruck ist, dass da eine Menge vertagt werden wird", kritisierte der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD).

Programmhinweis:
05:10 Uhr – Deutschlandradio Kultur (Ortszeit):
Der letzte EU-Gipfel des Jahres: Ein Zwischenstand

07:15 Uhr – Deutschlandfunk (Informationen am Morgen)
EU Gipfel und Ergebnisse – Interview mit Jürgen Trittin (B90/Die Grünen)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:03 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 18:40 Uhr Hintergrund

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 18:05 Uhr Feature

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Stichwahl in BrasilienSchlammschlacht vor laufender Kamera

Brasiliens Staatschefin Dilma Rousseff.

Brasilien steht vor der Stichwahl um das Präsidentenamt und der Wahlkampf artet zu einer politischen Schlammschlacht aus. In den Fernsehduellen zwischen Amtsinhaberin Dilma Roussef und Herausforderer Aécio Neves lässt niemand auch nur ein gutes Haar am anderen.

Vor 58 Jahren Hitler für tot erklärt

1956. Hitler ist tot. Eigentlich schon lange. Doch erst heute vor 58 Jahren wird er offiziell von Amtsgericht Berchtesgaden für tot erklärt. Kurz zuvor sind Zeugen aus dem ehemaligen Führerbunker aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt und können nun sein Ableben bezeugen.

Armin PetrasWie man das Herz der Schwaben erobert

Armin Petras, Intendant am Schauspiel Stuttgart, aufgenommen am 6.6.2013

Seit einem Jahr leitet der ehemalige Maxim-Gorki-Intendant Armin Petras das Schauspiel in Stuttgart. Es war ihm wichtig, diese neue Stadt und ihr Publikum zu erobern. Wie ihm das gelungen ist, verrät er im Interview.

Abel Gance Zwischen Heroisierung und Anklage

Der französische Regisseur Abel Gance (r) während der Dreharbeiten zu seinem Film "Napoleon" im Jahr 1926.

Vor 125 Jahren wurde der französische Filmpionier Abel Gance geboren. Er drehte den ersten Antikriegsfilm der Geschichte, später allerdings auch ein verklärendes Epos über Napoleon. Schon damals sah er im Film "das größte Medium des menschlichen Geistes".

IndienDas Milliardengeschäft mit dem Sandraub

Eine Mann watet aus dem Wasser, auf dem Rücken trägt er einen Eimer voll Sand.

Wer baut, braucht Sand. In einem Land wie Indien mit stets wachsenden Super-Metropolen ist illegaler Sandabbau ein lukratives Geschäft. Das Geld fließt schnell. Alles, was notwendig ist, sind ein Lkw und ein paar Männer. Doch wird das zum Problem für Mensch und Umwelt. 

Milliarden-Nachzahlung"Briten wussten, was auf sie zukommt"

Monika Hohlmeier, Tochter des ehemaligen Verteidigungsministers und Ministerpräsidenten von Bayern, Franz-Josef Strauß.

Die CSU-Europapolitikerin Monika Hohlmeier hat kein Verständnis für den Unmut des britischen Premiers Cameron. Er lehnt die von der EU-Kommission geforderte Nachzahlung in Höhe von 2,1 Milliarden Euro ab. Großbritannien habe selbst jahrelang von der Regelung profitiert, sagte Hohlmeier im DLF.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Thüringen:  SPD geht mit neuer Parteispitze in rot-rot-grüne Koalitionsverhandlungen | mehr

Kulturnachrichten

Georg-Büchner-Preis an Jürgen Becker:  Festakt im Staatstheater Darmstadt | mehr

Wissensnachrichten

Ello  Anti-Facebook schreibt Werbe-Verzicht fest | mehr