Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Die Grünen wollen an die Macht

Bundesdelegiertenkonferenz in Hannover eröffnet

Die Bundesvorsitzenden Özdemir und Roth stellen sich am Samstag der Wiederwahl (picture alliance / dpa / Emily Wabitsch)
Die Bundesvorsitzenden Özdemir und Roth stellen sich am Samstag der Wiederwahl (picture alliance / dpa / Emily Wabitsch)

Die Grünen bereiten sich auf das Wahljahr 2013 vor. In der niedersächsischen Landeshauptstadt ist die Partei zusammengekommen, um die personellen Weichen zu stellen - und um einige strittige Fragen zu klären.

Soll es bei der Rente mit 67 bleiben? Wie hoch sollen die Hartz-IV-Sätze steigen? Was wird aus den Minijobs? Wie soll es außenpolitisch weitergehen? Die Grünen haben ihre Bundesdelegiertenkonferenz in Hannover eröffnet. Zu dem dreitägigen Parteitag sind 820 Delegierte eingeladen. Das Treffen werde der "Startschuss" zur Ablösung der schwarz-gelben Regierung unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sein, sagte Grünen-Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke zum Auftakt der Beratungen.

Am Abend sollen zunächst die außenpolitischen Grundsätze festgezurrt werden. Dabei geht es darum, unter welchen Bedingungen die Vereinten Nationen Militärinterventionen zur Rettung von Menschen beschließen können. So will der Vorstand die Variante zur Abstimmung stellen, dass die UNO-Generalversammlung den Sicherheitsrat als blockiert erklären und friedenserzwingende Schritte beschließen kann. Zudem wird sich das von den Mitgliedern gewählte Wahlkampf-Spitzenduo Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin den Delegierten präsentieren.

Wahlergebnis von Roth besonders interessant

Morgen wird es auch um Personalfragen gehen. Turnusgemäß werden die Parteivorsitzenden, der gesamte Bundesvorstand sowie der Parteirat neu gewählt. Dabei dürfte der alte Bundesvorstand wahrscheinlich auch der neue werden: Es gibt keine neuen Bewerber und damit auch keine Gegenkandidaten für die sechsköpfige engere Führung der Grünen. Neben Claudia Roth und Cem Özdemir bewirbt sich Steffi Lemke wieder um das Amt der Politischen Geschäftsführerin. Auch Schatzmeister Benedikt Mayer und Malte Spitz wollen wieder in den Bundesvorstand. Als sechstes Mitglied kandidiert Astrid Rothe-Beinlich für das Amt der frauenpolitischen Sprecherin.

Insbesondere das Ergebnis von Roth dürfte interessant sein: Nach ihrer Niederlage bei der Urwahl zur Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl - sie selbst sprach von einer Klatsche - hatte die 57-Jährige überlegt, nicht noch einmal zu kandidieren. Nach viel Zuspruch aus der Partei habe sie es sich dann doch überzeugen lassen, erklärte Roth.

Göring-Eckardt: Fehler bei Hartz-Reformen

Einer schwarz-grünen Koalition nach der Bundestagswahl im kommenden Jahr verpasste die frisch gekührte Spitzenkandidatin Göring-Eckardt im Deutschlandradio Kultur eine Absage. "Ich sage ganz klar und eindeutig: Es geht ja nicht darum, dass irgendwelche Zahlen zusammenpassen, sondern es muss inhaltlich eine Grundlage da sein. Und die sehe ich nicht." Deswegen werde man für Rot-Grün kämpfen. Ob Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein oder Rheinland-Pfalz - überall hätte man es den Grünen und der SPD nicht zugetraut, dass es am Ende reicht "und da sitzen wir überall in den Landesregierungen".


Mehr auf dradio.de

Trittin: Für Mehrheit von Rot-Grün sorgen- Spitzenkandidat der Grünen unterstützt Grünen-Chefin
Kommentar - Claudia Roth, die Alternativlose- Claudia Roth, die Alternativlose
Claudia Roth hat "überraschend deutlich verloren"- Grünen-Gründungsmitglied Hubert Kleinert zur Urwahlniederlage der Bundesvorsitzenden
Syrien-Konflikt: Grünen-Chefin hält Lage in Flüchtlingslagern für "verzweifelt"- Claudia Roth besucht Grenzgebiet zur Türkei

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:01 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 06:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 06:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Ermittlungen der UNUkraine verweigert Antifolterkomitee den Zutritt

Ein Keller in Dscherhinsk - hier wurden Zivilisten und Angehörige der ukrainsichen Armee bzw. Freiwilligen-Bataillone festgehalten und gefoltert. (Von der Hilfsorganisationen "Recht auf Frieden im Donbass" zur Verfügung gestellt)

Die Menschenrechtsverletzungen im Kriegsgebiet in der Ostukraine halten an. Die Verbrechen sollen geahndet werden, die Dokumente stapeln sich in Den Haag und Straßburg. Die Ukraine will die Strafverfolgung - doch von Kontrollen auf ihrem Territorium hält sie offenbar nicht viel.

Bastei Lübbe für höhere Buchpreise"Für Kunden ist der Preis zweitrangig"

Buchhandlung (picture alliance / dpa / Foto: Ralf Hirschberger)

Bücher müssen teurer werden: Das fordert Klaus Kluge, Vorstand im Verlag Bastei Lübbe. Dabei gehe es vor allem um das Einkommen von Autoren und die Existenz von Buchläden. Für Käufer sei der Preis nicht entscheidend, sagt er.

KatholikentagAls Mann und Frau und … schuf er sie

Hochzeitstorte mit zwei Frauenfiguren (AFP / Gabriel Bouys)

Gender ist gerade für konservative Christen ein Reizwort, denn sie sehen dadurch Gottes Schöpfungsplan in Frage gestellt. Doch die Veränderungen der Geschlechterbilder machen nicht vor den Toren der Kirche Halt. Zwei große Podien widmen sich auf dem Katholikentag in Leipzig dem Thema Gender und lassen kontroverse Diskussionen erwarten.

FrankreichWie sicher sind die französischen Atomkraftwerke?

Das Atomkraftwerk in Fessenheim in Frankreich (dpa / picture-alliance / Patrick Seeger)

Die französische Atomaufsicht hat ihren Jahresbericht vorgelegt - und den Kraftwerken im Land insgesamt gute Noten ausgestellt. Doch Behördenchef Chevet gab auch zu, dass seine Behörde bei der Aufgabe, die französischen Kernkraftanlagen zu überwachen, zunehmend überlastet sei.

100 Jahre Schlacht von VerdunDas deutsch-französische Verhältnis ist gestörter denn je

Frankreichs Präsident Francois Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel - voneinander abgewandt (imago / Belga)

In der Energie- und Umweltpolitik: nur Gegensätze und Konflikte. Aber auch in der Außenpolitik sucht man vergeblich nach Gemeinsamkeiten. Deutschland und Frankreich sind weit auseinander gerückt, meint der Historiker Klaus Manfrass.

Präsidentschaftskandidat TrumpTweets statt Sicherheitspolitik

Donald Trump bei einer Rede nach den Vorwahlen in Indiana. (picture alliance / dpa / Justin Lane)

Donald Trump hat es geschafft: Nach aktuellen Zählungen wird er der Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Am Rande des G7-Gipfels zeigte sich Präsident Barack Obama besorgt. Er sei mehr an Schlagzeilen und Tweets interessiert, statt an Amerikas Sicherheit zu denken.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Nach Entführung  Journalistin in Kolumbien wieder freigelassen | mehr

Kulturnachrichten

"Fritz Bauer" ist der große Gewinner beim Deutschen Filmpreis  | mehr

Wissensnachrichten

Hate-Speech  Studie: Hälfte aller frauenfeindlichen Tweets von Frauen | mehr