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Die Kirche und die Frauenfrage

In Fulda geht das Treffen der katholischen Bischöfe zu Ende

Die katholischen Bischöfe treffen sich regelmäßig in Fulda (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi)
Die katholischen Bischöfe treffen sich regelmäßig in Fulda (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi)

In Fulda endet die Herbstvollversammlung der katholischen Bischöfe. Mit der zur Zeit umstrittensten Personalie hatte das viertägige Treffen begonnen, zum Schluss steht ein kontroverser Dauerbrenner auf der Agenda – der auch dank des Papstes wieder an Aktualität gewonnen hat.

Am letzten Tag ihrer Herbstvollversammlung beschäftigen sich die deutschen katholischen Bischöfe auch mit der Rolle der Frau in der Kirche. Reformgruppen fordern seit langem, Frauen den Zugang zu verantwortungsvolleren Positionen zu gewähren.

"Wir sind Kirche" wirft der katholischen Kirche vor, Frauen zu diskriminieren, weil sie nicht zu Weiheämtern zugelassen werden. Die Oberhirten schlügen bei der Diskussion über das Thema nur "theologische Pirouetten", sagte eine Sprecherin der Laienorganisation.

Mehr Aufgaben für Frauen, aber nicht im Priesteramt

Papst Franziskus (dpa / picture alliance / Antonio Lacerda)Papst Franziskus (dpa / picture alliance / Antonio Lacerda)Rückenwind bekommt sie vom Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann. Seiner Ansicht nach sollten mehr Aufgaben an Frauen vergeben werden. "Dafür besteht genügend positiver Anlass", sagte Lehmann der Nachrichtenagentur dpa. "Ich hätte mir gewünscht, dass die Frage der möglichen Weihe von Frauen zu ständigen Diakoninnen im Lauf der letzten 20, 30 Jahre verbindlicher geklärt worden wäre." Für Frauen im Priesteramt sieht Lehmann aber keine Möglichkeit.

Er verwies auf Dokumente der Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI., die besagten, dass Frauen nicht zum Priester geweiht werden könnten. Auch Franziskus forderte jüngst in einem aufsehenerregenden Interview größere Mitspracherechte für Frauen, deutete aber zugleich an, dass dies nicht automatisch einen Zugang zu Weiheämtern bedeute.

Der Papst äußerte sich der italienischen Zeitschrift "La Civiltà Cattolica", das im Deutschlandfunk nachhörbare Gespräch hatte bei vielen Hoffnungen auf Reformen weckte. Er könne "keine Revolution erkennen", kommentierte im Deutschlandfunk dagegen der Bonner Kirchenrechtler Norbert Lüdecke. Franziskus sei zwar ein sehr sympathischer Papst, in der Sache rücke er jedoch keinen Millimeter von der katholischen Lehre ab. Die Bischöfe selber rechnen dagegen mit Folgen der Papst-Worte auch für das deutsche Episkopat.

Kommission soll Limburger Finanzaffäre klären

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst segnet im August 2013 eine Kinder-Krabbelstube in Frankfurt am Main (Hessen). (picture alliance / dpa / Boris Roessler)Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst (picture alliance / dpa / Boris Roessler)Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, rief die übrigen 66 Orts- und Weihbischöfe Bischöfe auf, dem Appell von Papst Franziskus zu folgen. Die katholische Kirche müsse sich als pilgernde, hörende und dienende Kirche kümmern.

Mit Blick auf die Negativschlagzeilen wegen der Finanzaffäre um den Bischofssitz-Neubau in Limburg sagte Zollitsch: "Die ganze Kirche in Deutschland leidet darunter. Wir alle sind davon betroffen." Eine Kommission werde nun untersuchen, warum die Kosten für das neue Domizil von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst auf mehr als zehn Millionen Euro gestiegen seien. Die Kosten würden öffentlich dargelegt.

Appell in Sachen Syrien

Während ihrer turnusgemäßen Begegnungsprachen die Bischöfe auch über die Syrien-Krise. Sie forderten mehr deutsche Hilfe für syrische Flüchtlinge. Das für 2017 anstehende 500-Jahr-Gedenken der Reformation soll nach Ansicht der Bischofskonferenz als ein gemeinsames Christusfest von Protestanten und Katholiken gefeiert werden.

Das Treffen in Fulda geht am Abend mit einem Gottesdienst zu Ende.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:18 Uhr

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