Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Die Kosten des Irak-Kriegs

190.000 Tote und mindestens 2,2 Billionen Dollar

US-Soldaten im Irak (AP)
US-Soldaten im Irak (AP)

Am 20. März jährt sich der Einmarsch der USA in den Irak zum zehnten Mal. Der Krieg hat rund 190.000 Menschen das Leben gekostet und beträchtlich zur gegenwärtigen finanziellen Schieflage der Amerikaner beigetragen.

<p>Als US-Präsident Barack Obama im Haushaltsstreit mit dem Kongress keinen Kompromiss finden konnte, sagte er, er sei <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="252886" text="kein Diktator" alternative_text="kein Diktator" />, er könne "den Kongress nicht zwingen, das Richtige zu tun". Folglich traten automatische Kürzungen in Höhe von 85 Milliarden Dollar in Kraft, auch im Militärbudget. Diktator, bei dem Wort denken viele Amerikaner eher an Iraks früheren Präsidenten Saddam Hussein, den sie nach dem Einmarsch am 20. März 2003 gestürzt hatten. Obamas Vorgänger, George W. Bush, begründete den Präventivschlag damals mit einem angeblich vorbereiteten Angriff des Iraks auf die USA mit Massenvernichtungswaffen. Bush war auch davon ausgegangen, dass der Irak-Krieg nicht mehr als 50 bis 60 Milliarden Dollar kosten würde.<br /><br />Doch Bush hat sich gewaltig geirrt: Die Kosten für den Irak-Krieg liegen um das 40-fache höher als ursprünglich gedacht. Eine <papaya:link href="http://news.brown.edu/pressreleases/2013/03/warcosts" text="Studie der Brown University" title="Studie zu Kosten des Irak-Kriegs" target="_blank" /> beziffert die reinen finanziellen Kosten auf 2,2 Billionen US-Dollar, umgerechnet derzeit rund 1,7 Billionen Euro. In dieser Summe stecke bereits die Versorgung der Veteranen bis 2053, jedoch nicht die Kosten für die Zinsen, die für die Auszahlung der Ansprüche aufgebracht werden müssen. So könnte die Bilanz auf 3,9 Billionen Dollar steigen.<br /><br />Europäer schnauben schon bei Rechnungen, die über den Eine-Billion-Rettungsschirm hinausgehen. Die Amerikaner hingegen sorgen sich über eine <papaya:link href="http://www.treasurydirect.gov/govt/reports/pd/mspd/2013/opds022013.pdf" text="Staatsverschuldung von aktuell knapp 16,7 Billionen Dollar" title="Schuldenstand USA 2/2013" target="_blank" />. Die Eckwerte der Forscher ähneln der US-Haushaltsplanung: Von den 3,6 Billionen Dollar sind lediglich 2,5 Billionen durch Einnahmen gedeckt.<br /><br /></p><p><strong>134.000 Zivilisten getötet</strong></p><p>Mehr als 70 Prozent der durch direkte Kriegsgewalt getöteten Menschen seien Zivilisten, heißt es in dem Bericht der Forscher. Sie schätzen die Zahl auf 134.000, gehen aber außerdem von einer Vielzahl von Opfern aus, die an Kriegsverletzungen gestorben sind. Die USA verloren 4488 Soldaten. Die Amerikaner hatten ihre letzten Kampftruppen im Dezember 2011 aus dem Land abgezogen.<br /><br />An der Studie waren 30 Wissenschaftler von 15 Universitäten, den UN und weiteren Organisationen beteiligt. Hier eine Animation:<br /><br /><iframe src="http://player.vimeo.com/video/61802525?color=e21a22" width="480" height="317" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen="allowfullscreen" allowFullScreen></iframe></p>


Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:08 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 17:30 Uhr Kultur heute

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 17:30 Uhr Tacheles

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Sahra Wagenknecht"Europa ist wesentlich unsozialer und brutaler geworden"

Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht. (Imago / Metodi Popow)

Nach dem britischen Votum für einen Brexit hat die Linken-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Sahra Wagenknecht, ein sozialeres Europa angemahnt. Gerade Regionen mit einer hohen Arbeitslosigkeit hätten für den Austritt aus der EU gestimmt, sagte sie im DLF. Der Sozialstaat dürfe nicht weiter zerstört, sondern müsse wiederhergestellt werden.

Reaktionen in den USADie Beziehung zu den Briten kühlt ab

US-Präsident Obama wirbt in einer außenpolitischen Rede in Hannover für einstarkes und geeintes Europa. (AFP PHOTO/ Jim Watson)

Washington reagiert besorgt auf das Brexit-Votum. Nicht nur zu Großbritannien wird die Beziehung der USA komplizierter, sondern auch zur EU. Innenpolitisch könnte allerdings einer profitieren.

Referendum als perfekter Serien-TwistGame of Brexit

Leave! Bei Game of Thrones wäre die Brexit-Abstimmung der perfekte Cliffhanger gewesen. Und wie in der Serie verlieren die Guten viel zu oft. Unser Autor Stephan Beuting ist trotzdem gaaanz leicht optimistisch.

Multimedia-ReportageGrimme Online Award für Deutschlandradio Kultur

Tausende Sizilianer zogen in den 1960er-Jahren nach Solingen, um dort zu arbeiten. Was wurde aus ihrem Heimatgefühl, was aus ihren Träumen? Darum geht es in der ausgezeichneten Multimedia-Reportage.

Der Grimme Online Award geht unter anderem an eine Multimedia-Reportage vom Deutschlandradio Kultur. "Trappeto-Solingen-Trappeto" erzählt von Zuwanderern aus Sizilien, die nach Solingen kamen.

EU-Austritt Großbritanniens"Schotten könnten Unabhängigkeit vom Königreich verlangen"

Graham Watson, Vorsitzender der Liberalen-Fraktion im Europäischen Parlament (ALDE) (imago stock & people)

In Schottland hat es beim Referendum eine große Mehrheit für den Verbleib in der EU gegeben. Wenn die Engländer nun auf den EU-Austritt bestünden, dann könnte es dazu kommen, dass es kein Vereinigtes Königreich mehr geben werde, sagte Graham Watson, britischer Abgeordneter der Liberaldemokraten im EU-Parlament, im DLF.

BayernVom Freistaat zum freien Staat?

Sogenannte "Schellenrührer" ziehen am beim Faschingstreiben in Mittenwald durch den Ort. Mit dem Lärm der großen Kuhglocken sollen nach altem Brauch die bösen Wintergeister ausgetrieben werden. (dpa / picture alliance /  Angelika Warmuth)

Bayern ist zwar nicht Großbritannien - doch für mehr Unabhängigkeit vom Bund sprechen sich rund 40 Prozent der Bayern aus. Folgt nach dem Brexit bald der bayerische Ausstieg?

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Treffen der EWG-Gründerstaaten  Außenminister fordern zügige Verhandlungen über Brexit | mehr

Kulturnachrichten

Homosexuelle rufen zu Kundgebung vor türkischer Botschaft auf  | mehr

Wissensnachrichten

Evolution  Haare, Federn und Schuppen haben ziemlich viel gemeinsam | mehr