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Die Spielarten der Freiheit

Jonathans Franzens vierter Roman "Freiheit" erscheint in Deutschland

Vor neun Jahren erschien Jonathan Franzens Familienroman "Die Korrekturen" - und wurde zum Bestseller. Rund drei Millionen Exemplare sind weltweit in Umlauf. Ab heute ist Franzens neuestes Werk "Freiheit" auch in deutscher Sprache erhältlich.

Auch in dem rund 30 Jahre umfassenden Epochenporträt steht die amerikanische Familie und ihre Befindlichkeit im Vordergrund: Die Berglunds sind eine typische gutbürgerliche Durchschnittsfamilie aus dem Mittleren Westen der USA. Vater Walter ist Anwalt in einem multinationalen Unternehmen. Seine Frau Patty, eine ehemalige Sportskanone, für die Erziehung der beiden Kinder Jessica und Joey zuständig. Nur Äußerlich führt man ein glückliches Familienleben. Vor dem Hintergrund von Irak-Krieg, Umweltzerstörung, Finanzkrise und sexueller Revolution entfremdet sich die Familie immer mehr voneinander - Streit, Affären und Drogenkonsum sind Ursache und Konsequenzen.

Hype um den Autor

In den USA herrschte schon vor dem Erscheinen des Buches großes mediales Interesse. Die großen amerikanischen Feuilletons der "New York Times" und der "Washington Post" lobten Franzen bereits vorab. Das Nachrichtenmagazin "Time" widmete dem 51-Jährigen sogar die Titelseite, berichtet DRadio Wissen. Zuletzt war im Jahr 2000 mit Stephen King ein Autor auf dem Titel.

US-Literaturstar Jonathan Franzen mit dem National Book Award 2001 in New York. (AP Archiv)Jonathan Franzen bei der Verleihung des National Book Award 2001 in New York. Diesen erhielt er für "Die Korrekturen". (AP Archiv) Dass Franzen zum "Held der amerikanischen Literatur" avanciert ist, liegt für Literaturkritikerin Iris Radisch daran, dass "seine Romane wieder in die Mitte der Gesellschaft zurückführen". Vom Medienhype um seine eigene Person habe sich der Autor allerdings distanziert, sagte Radisch im Deutschlandfunk.

Für Literaturkritikerin Ursula März hat der Roman das Medienecho definitiv verdient. Franzens "Genialität" bestünde gerade darin, auf Messers Schneide zwischen Weltliteratur und amerikanischer Blockbuster zu balancieren und so eine Vielzahl von Menschen zu begeistern, erklärte März ebenfalls im Deutschlandfunk.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

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