Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Die Welt vereinigt sich in Südafrika

In Johannesburg beginnt das größte Fußballturnier der Welt

Eröffnungsfeier FIFA WM 2010 (AP)
Eröffnungsfeier FIFA WM 2010 (AP)

In Johannesburg ist die FIFA WM 2010 offiziell eröffnet. Auftakt der insgesamt 64 Spiele sind die Begegnungen Südafrika-Mexiko und Frankreich-Uruguay. Das Finale findet am 11. Juli statt.

Mit einer farbenprächtigen Zeremonie unter strahlendblauem Kap-Himmel vor Zehntausenden Zuschauern im Soccer City Stadium in Johannesburg zelebrierte (Süd-)afrika die Premiere einer Fußballweltmeisterschaft auf afrikanischem Boden.

Der 91-jährige Friedensnobelpreisträger und einst erster schwarzer Präsident Südafrikas, Nelson Mandela, sagte seine Teilnahme an der Eröffnungsfeier kurzfristig ab. Seine 13 Jahre alte Ur-Enkelin war am Donnerstagabend nach dem WM-Eröffnungskonzert im Orlando-Stadion von Johannesburg bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Die Mandela-Familie bat die Medien um Zurückhaltung und die Achtung ihrer Privatsphäre.

Spielerischer Auftakt ist die Begegnung der Bafana Bafana ("die Jungs") genannten Nationalmannschaft Südafrikas gegen Mexiko. Deutschland empfahl sich im letzten Testspiel gegen Bosnien-Herzegowina mit einem 3:1-Sieg und spielt am Sonntag gegen Australien.

Spielplan und Ergebnisliste der FIFA-WM 2010 auf Sportschau.de

Euphorie - und Bedenken

Die Begeisterung im Land ist groß: Das Fußballfieber hat inzwischen ganz Südafrika ergriffen. Rund um die Stadien entstehen schicke neue Viertel. Auch bisher touristisch unbedeutende Orte bereiten sich auf ausländische Besucher vor - und sogar Omas spielen Fußball, wie Leonie March aus dem Land berichtet.

"Zakumi" heißt das offizielle Maskottchen der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika. (AP)"Zakumi" heißt das offizielle Maskottchen. (AP)Doch es gibt nicht nur positive Schlagzeilen: Armut und hohe Kriminalitätsraten sind immer wieder Kritikpunkte. Abgeschreckt durch diese Unsicherheit, sowie der Tatsache, dass das Turnier im südafrikanischen Winter stattfindet und die Preise für Reisen sehr teuer sind, droht das Turnier zu einer Fußball-Meisterschaft vor leeren Rängen zu werden. Die FIFA versuchte alles: Damit die Stadien nicht ganz leer sind, werden Eintrittskarten und Flüge zu Schleuderpreisen verkauft - auf Kosten der Steuerzahler.

Zudem gibt es Kritik im Land: Denn verdienen wird vor allem die FIFA an dem drei Milliarden Euro teuren Spektakel. Einheimische, die vom großen Kuchen ein Krümel abbekommen möchten, scheitern schnell an den Markenrechten der FIFA.

Hinzu kommen selbst gemachte Probleme: Denn die FIFA hört nicht gerne Kritik - und droht kritischen WM-Reportern mit Akkreditierungsentzug. Dies betrifft vor allem die Berichterstattung über den Weltfußballverband selber: So tagte das FIFA- Exekutivkomitee, einen Tag vor der Gruppenauslosung der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Kapstadt, auf der ehemaligen Gefängnisinsel Robben Island. Was die FIFA-Herren als großartig empfinden, sehen andere Beobachter als peinliche Jagd nach Symbolik.

Doch bei allen Bedenken: Ein Turnier hat Südafrika bereits hinter sich: Vor einem Jahr bewies das Land beim Confederations-Cup, dass es organisieren kann, wie auch FIFA-Chef Blatter im Vorfeld angekündigt hatte.

Links auf dradio.de zur FIFA WM:

DLF: Fußball, naturwissenschaftlich gesehen - Physiker Metin Tolan rückt dem Treiben auf dem Rasen rechnerisch zu Leibe

DKultur: "Ich wünsche den Südafrikanern als Volk, dass es friedlich abgeht" - Innenminister de Maizière über den Beginn der FIFA Fußball-WM

DKultur: "Die Leute haben so große, unrealistische Hoffnungen" - Theaterregisseur Grootboom über den Beginn der FIFA Fußball-WM


Weiterführende Links:

Spielplan FIFA-WM 2010 auf Sportschau.de

ARD Mediathek zur FIFA WM - Video-Live-Streams der Spiele

Neuigkeiten sowie Hintergrundinformationen über die Stadien, Mannschaften sowie Land und Leuten aus Südafrika finden sich ebenfalls auf der Website der ARD-Sportschau.

Die offizielle Seite der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2010

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:36 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:05 Uhr Gottesdienst

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:05 Uhr Sonntagmorgen

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 08:00 Uhr Dein Sonntag

Aus unseren drei Programmen

Ruben Östlund über seinen Film "The Square" Der Kunstszene den Spiegel vorhalten

Ein einen Affen mimender Künstler (Terry Notary) steht auf einem Tisch, die chic gekleideten Gäste blicken erschrocken zu ihm auf (Alamode-Film)

Die Kunstszene interessiere sich nur noch für das, was in ihrem Kosmos passiere, kritisiert der schwedische Regisseur Ruben Östlund. Das nehme er mit seinem Film "The Square" auf die Schippe. Ebenso den harten Kampf der Künstler um die kurze Aufmerksamkeit ihres Publikums.

Alltäglicher Sexismus"Dumme Sprüche sind Teil einer Vergewaltigungskultur"

Stefanie Lohaus, Missy Magazine (Deutschlandradio Kultur )

Bei sexualisierter Gewalt gehe es um die Ausübung von Macht, sagte die Kulturwissenschaftlerin Stefanie Lohaus im Dlf. Es diene dazu, Frauen sozusagen auf ihren Platz zu verweisen, sie zu verunsichern. Hier grundsätzlich etwas zu verändern, werde sehr lange dauern, ein Hashtag werde da so schnell nichts ändern.

Zeitreise von Amerikas Sklaven zu #blacklivesmatterBlack America

Menschen demonstrieren in Ferguson gegen die Ermordung des Schwarzen Michael Brown. (dpa / picture alliance / Larry W. Smith)

Bei seiner Wahl begrüßte das schwarze Amerika Barack Obama wie einen lang ersehnten Heilsbringer. Auf einer ehemaligen Sklavenplantage in Georgetown und in der Chicagoer South Side geht der Autor der Frage nach: Hat sich in der Obama-Zeit etwas verändert oder nicht?

Der jüdische EruvWas die Schnur an Manhattans Straßenlaternen bedeutet

Straße in Manhattan, durch die Luft gespannt und an einer Laterne befestigt ist ein dünner Nylonfaden. (Kai Clement)

Der Eruv spannt sich in einem Teil Manhattans von Laternenmast zu Laternenmast. Der Nylonfaden ist fast unsichtbar und erleichtert doch das Leben vieler orthodoxer Juden, die hier leben. Korrespondent Kai Clement war bei der wöchentlichen Kontrolle dabei.

Die Krim nach der AnnexionLeben mit Sanktionen

Ein Bogen wird an der Brücke über die Meerenge von Kertsch errichtet. Die Brücke soll einmal 19 Kilometer lang werden und Russland mit der Halbinsel Krim verbinden. (imago / Sergei Malgavko / TASS)

Das Leben auf der Krim dreieinhalb Jahre nach der russischen Annexion: Güter müssen aufgrund der Sanktionen per Flugzeug oder Fähre aus Russland angeliefert werden, was sie teuer macht. Die Tourismussaison war ein Flop. Doch die meisten Menschen sind guter Dinge. Gegen Kritiker wird allerdings mit aller Härte vorgegangen.

Pro Quote Bühne "Das Publikum hat ein Recht auf Qualität und Vielfalt"

Die Schauspieler Marcel Kohler und Lorna Ishema bei einer Fotoprobe zum Theaterstück "Unterwerfung" 2016 im Deutschen Theater in Berlin (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)

Theater werden zu 80 Prozent von Männern geleitet. Nur bei den Souffleusen, also im Niedriglohnbereich, ist das Verhältnis umgekehrt. Angelika Zacek vom Verein Pro Quote Bühne fordert die Häuser auf, in der nächsten Spielzeit 50 Prozent Regisseurinnen zu engagieren.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Tschechien  Wahlsieger Babis will weitere EU-Staaten auf Anti-Einwanderungskurs bringen | mehr

Kulturnachrichten

Nina Hoss erhält Braunschweiger Filmpreis | mehr

 

| mehr