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Dimas: Deutschland hat noch Nachholbedarf

Reaktionen auf den UN-Klimabericht

CO2-Ausstoß bei einem Steinkohle-Kraftwerk (AP)
CO2-Ausstoß bei einem Steinkohle-Kraftwerk (AP)

Nach der Veröffentlichung des zweiten <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="201011" text="Klimaberichtes" alternative_text="Klimaberichtes" /> der Vereinten Nationen haben Umweltexperten und Politiker mehr Engagement für den Klimaschutz gefordert. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas sagte, Deutschland habe in einigen Bereichen noch Nachholbedarf.

Der Umweltkommissar der Europäischen Union, Stavros Dimas, forderte Deutschland zu mehr Engagement für den Klimaschutz auf. Die Ziele der EU könnten nur dann durchgesetzt werden, wenn die Bundesrepublik als größte Volkswirtschaft Europas mitziehe, sagte Dimas der Zeitung "Die Welt". Zwar nehme Deutschland eine Vorreiterrolle bei den erneuerbaren Energien ein, in anderen Bereichen bestehe jedoch großer Nachholbedarf. Als Beispiel nannte Dimas die Verschmutzung des Bodens. Auch die deutsche Autoindustrie könne noch mehr tun.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel wies den Vorwurf des EU-Umweltkommissars zurück. Der SPD-Politiker sagte im Deutschlandfunk, ohne die Bereitschaft der Bundesrepublik, mehr als die anderen EU-Staaten zu unternehmen, hätte die Europäische Union keine Chance, ihre Klimaschutzziele zu erreichen.

Bütikofer: "Gabriel ist viel zu soft"

Parteichef Reinhard Bütikofer warf dem Bundesumweltminister vor, die Steinkohle zu privilegieren. Bütikofer forderte zusätzliche Anstrengungen beim Klimaschutz. Ein neues Wärmegesetz könne die "Energieverschwendung" im Gebäudebereich eindämmen. (Text / MP3-Audio)

Der Umweltexperte Lutz Wicke sprach sich für ein globales Emissionshandelssystem aus. Auf diese Weise könne man die Schwellen- und Entwicklungsländer in ein Weltklimaschutzsystem einbeziehen, sagte der Professor am Institut für Umweltmanagement in Berlin im Deutschlandradio Kultur. (Text/ MP3-Audio)

"Es ist die Zeit der Symbole"

Hans-Joachim Schellnhuber vom Potsdamer Institut für Klimaforschung bezeichnete den jüngsten Bericht des Weltklimarats als "in jeder Hinsicht erschreckend". Es bleibe daher nicht mehr viel Zeit zum Umsteuern, warnte Schellnhuber im Deutschlandfunk. Doch anstatt die Aufgabe kraftvoll und entschlossen anzugehen, verliere man sich viel zu oft in skurrilen Randdiskussionen. (Text/ MP3-Audio)

Klima-Pass für alle Neuwagen

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee will noch in diesem Jahr einen verbindlichen Klima-Pass für Neuwagen einführen. Er solle Aufschluss darüber geben, wie viel Kohlendioxid ein Fahrzeug ausstoße und in welchem Verhältnis die Abgas-Menge zur Nutzlast stehe, sagte Tiefensee der "Bild"-Zeitung. Ziel sei mehr Transparenz als Grundlage für eine Kauf-Entscheidung. Bisher sei der CO2-Wert nur als absolute Zahl im Katalog angegeben, erklärte Tiefensee. Damit könne sich aber niemand ein Bild machen, ob der Kohlendioxid-Ausstoß hoch oder niedrig sei.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:22 Uhr

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