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Diskussionen und Sparpläne zur Euro-Rettung

Griechenland verhandelt über Milliarden-Sparprogramm

Euro-Münzen auf einem Schreibtisch (picture alliance / dpa / Oliver Berg)
Euro-Münzen auf einem Schreibtisch (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

In Athen sind laut IWF gute Fortschritte in der Diskussion um Griechenlands Sparpaket erzielt worden. Die griechische Regierung muss 11,5 Milliarden Euro einsparen, bevor die nächsten Hilfen aus dem Rettungsfonds gezahlt werden. Währenddessen fürchtet Italiens Ministerpräsident um die Zukunft der Euro-Zone.

Italiens Ministerpräsident Mario Monti hat sich in der Euro-Krise für mehr Unabhängigkeit der Regierungen von den nationalen Parlamenten ausgesprochen. Die Regierungen müssten sich einen eigenen Verhandlungsspielraum bewahren, sagte er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Ließen sich die Staats- und Regierungschefs der EU hingegen vollständig durch die Entscheidungen ihrer Abgeordneten binden, sei ein Auseinanderbrechen Europas wahrscheinlicher als eine engere Integration. Bereits jetzt gefährde die Euro-Krise den Zusammenhalt auf dem Kontinent, meinte Monti weiter. Werde die gemeinsame Währung zu einem Faktor des Auseinanderdriftens, seien auch die Grundlagen des europäischen Projekts zerstört.

Monti begrüßt EZB-Aufkauf von Schulden

Italiens Premier Mario Monti (picture alliance / dpa / Olivier Hoslet)Italiens Premier Mario Monti (picture alliance / dpa / Olivier Hoslet)Der Ministerpräsident begrüßte zugleich den Kurs des Chefs der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, in der Eurokrise und die von ihm angedeuteten neuen Aufkäufe von Staatsanleihen kriselnder Euroländer. Wie Draghi spreche er schon lange davon, dass der Markt für Staatsanleihen in der Eurozone "schwer gestört" sei, sagte Monti dem "Spiegel". Draghi hatte am Donnerstag gesagt, die Zentralbank werde "in den nächsten Wochen" die Bedingungen von Maßnahmen wie den erneuten Aufkauf staatlicher Schuldscheine diskutieren. Er machte jedoch keine konkreten Hilfszusagen. Die EZB hatte bis Mitte März Anleihen aufgekauft, um den Zinsdruck auf kriselnde Euro-Staaten zu senken. Seitdem liegt das umstrittene Programm auf Eis.

In Athen weiter Diskussionen um Sparpaket

Währenddessen hat in Athen die entscheidende Verhandlungsrunde über das neue Sparpaket Griechenlands mit den Kontrolleuren der internationalen Geldgeber einen guten Abschluss gefunden. Es seien gute Fortschritte erzielt worden, erklärte ein IWF-Sprecher in Athen. Dort war zuvor eine weitere Beratungsrunde zu Ende gegangen. Die Troika aus IWF, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank hatte sich zwei Wochen lang zur Prüfung der griechischen Sparbemühungen im Land aufgehalten. Anfang des nächsten Monats wird sie wieder in Athen erwartet. Dann soll untersucht werden, inwieweit Griechenland sein neues Sparpaket in Höhe von 11,5 Milliarden Euro in die Tat umgesetzt hat. Von diesem Bericht der Troika hängt die nächste Auszahlung von Hilfen aus dem Rettungsprogramm ab. Aktuell ist Athen bei seinen bisherigen Reform- und Sparzusagen in Rückstand.
Das Programm werde "schmerzhaft" für die Bevölkerung sein, wertete die Athener Sonntagspresse.


Mehr Informationen zur Euro-Krise:
Furcht vor Ende der Sparpolitik in Europa - Warnungen an Paris und Athen

Barroso drängt Griechenland zur Umsetzung der Sparmaßnahmen - EU-Kommissionschef spricht sich für Verbleib Athens in Eurozone aus

Wer mit wem in Athen? - Konservative sondieren für eine Koalition in Griechenland

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:56 Uhr

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