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DIW-Chef: Deutschland braucht Integrationsministerium

Facharbeiterlücke sei nur durch Zuwanderung zu beheben

Klaus F. Zimmermann, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. (AP)
Klaus F. Zimmermann, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. (AP)

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, fordert von der zukünftigen schwarz-gelben Regierung die Errichtung eines Bundesministeriums für Zuwanderung und Integration.

"Viel zu lange, auch jetzt wieder im Wahlkampf, wurde verdrängt, dass wir längst ein Einwanderungsland sind", schrieb Zimmermann in einem Gastbeitrag für "Bild am Sonntag". Wirtschaft und Wohlstand seien von der Einwanderung abhängig, da immer mehr Facharbeiter fehlten, so der Experte. "Die Wende schaffen wir nur, wenn wir unseren Arbeitsmarkt weit öffnen."

Deutschland brauche mehr denn je die besten Köpfe aus aller Welt, um im globalen Wettbewerb mithalten zu können. Aus diesem Grund seien gesteuerte Zuwanderung und Integration zentrale Zukunftsthemen.

Zimmermann verwies auf das Bundesland Nordrhein-Westfalen, wo diese Aufgaben bereits in einem eigenen Ministerium gebündelt wurden. Ein solches Ministerium auf Bundesebene wäre ein kräftiges Signal für eine neue Politik, so der Wirtschaftsforscher.

Die umstrittenen Äußerungen von Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin wertete Zimmermann als "ernsten Weckruf". "Dass wir nämlich unsere Hausaufgaben nicht erledigt und eine verfehlte Zuwanderungs- und Integrationspolitik betrieben haben."

Sarrazin sorgte zuletzt mit diffamierenden Aussagen in einem Interview der Zeitschrift "Lettre International" für Empörung. Darin erklärte der ehemalige Berliner Finanzsenator: "Eine große Zahl an Arabern und Türken in dieser Stadt, deren Anzahl durch falsche Politik zugenommen hat, hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel."

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:34 Uhr

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