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Dokument der Willkür in Syrien

"Human Rights Watch" veröffentlicht Zahlen zu den Gräueltaten in Syrien

Syrische Soldaten: Beteiligung an außergerichtlichen Hinrichtungen? (AP)
Syrische Soldaten: Beteiligung an außergerichtlichen Hinrichtungen? (AP)

Einem Bericht der Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" zufolge haben syrische Sicherheitskräfte seit Beginn des Bürgerkriegs mindestens 100 Menschen exekutiert - darunter zahlreiche Zivilisten und Gefangene der Gegenseite.

<p><papaya:link href="http://www.hrw.org/news/2012/04/09/syria-extrajudicial-executions" text="Der HRW-Bericht" title="" target="_blank" /> dokumentiert die Hinrichtungen von mindestens 101 Menschen in insgesamt 12 Vorfällen. Die Exekutionen fanden demzufolge in den Provinzen Idlib und Homs statt, ohne dass die Opfer eine Chance auf einen Gerichtsprozess gehabt hätten. Neben gefangenen Soldaten der Gegenseite seien auch Zivilisten getötet worden. Hinter den Exekutionen stünden sowohl die syrische Armee als auch regierungstreue Shabeeha-Milizen. Ihre Taten zeugten von großer Kaltblütigkeit: "Sie tun es am hellichten Tag und vor Zeugen", so ein Sprecher von Human Rights Watch, "offenbar ohne jede Sorge darüber, zur Rechenschaft gezogen zu werden".<br /><br />Nachdem die syrische Regierung <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/04/09/dlf_20120409_1306_fe24b280.mp3"title="Beitrag in Informationen am Mittag, Deutschlandfunk (MP3-Audio)">gestern erneut Zweifel daran genährt hatte</a>, dass der im Friedensplan von Kofi Annan vereinbarte Waffenstillstand nach Ostern in Kraft treten kann, gingen heute in Syrien die militärischen Auseinandersetzungen unvermindert weiter. In der Protesthochburg Homs soll es mindestens neun Tote gegeben haben, als die Armee das Feuer auf ein Stadtviertel eröffnete.<br /><br /></p><p><strong>Offenbar Beschuss eines Flüchtlingscamps in der Türkei</strong></p><p><papaya:media src="ee594c3513b01cf606a47e8e005ebff1" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Flüchtlingslager an der syrisch-türkischen Grenze" popup="yes" />An der syrisch-türkischen Grenze kam es zu einem Vorfall an einem Flüchtlingslager. Dabei soll mindestens ein Mensch getötet worden sein, offiziell bestätigt sind fünf Verletzte. Nach Angaben türkischer Behörden hatten auf syrischem Staatsgebiet Aufständische an der Grenze zur Türkei syrische Soldaten angegriffen und mehrere von ihnen getötet. Bei dem folgenden Feuergefecht sei dabei das in unmittelbarer Nähe gelegene Flüchtlingslager Kilis auf türkischer Seite von Schüssen getroffen worden.<br /><br />An der südlichen Grenze Syriens ist nach Angaben des libanesischen Fernsehsenders Al-Jadeed bei einem Feuergefecht ein libanesischer Kameramann ums Leben gekommen.<br /><br /></p><p><strong>China und Russland erinnern an Waffenruhe</strong></p><p>Einen Tag bevor Kofi Anans Friedensplan umgesetzt werden soll, appellierte nun auch China an das Assad-Regime: Wie vereinbart, solle die syrische Armee ab morgen die Waffen ruhen lassen. In Peking sagte ein Sprecher des Außenministeriums, die Regierung in Damaskus müsse die Truppen aus den Protesthochburgen abziehen. Aber auch die Aufständischen sollten sich an die Vereinbarung halten. Russland "erinnerte" ebenfalls noch einmal an die Waffenstillstandsvereinbarung. China und Russland hatten zweimal Resolutionen des UNO-Sicherheitsrates gegen Damaskus blockiert.<br /><br />Auch der UNO-Sondergesandte Annan rief das syrische Regime auf, die vereinbarte Waffenruhe zu respektieren. Der Sonderbeauftragte von UNO und Arabischer Liga wird am Mittwoch im Iran erwartet, um dort um Unterstützung für den Friedensplan zu werben. <br /><br />Ursprünglich sollte der Truppenabzug am Dienstagmorgen ab 6.00 Uhr Ortszeit (5.00 Uhr MESZ) beginnen. Dem Vorschlag Annans hatten <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="205292" text="sowohl das Assad-Regime als auch die Opposition zugestimmt." alternative_text="sowohl das Assad-Regime als auch die Opposition zugestimmt." /></p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:50 Uhr

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