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Draghi kündigt Ankauf von Staatsanleihen an

Märkte drehen nach EZB-Treffen ins Minus

Euro-Münzen auf einem Schreibtisch
Euro-Münzen auf einem Schreibtisch (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Die Europäische Zentralbank und der Rettungsfonds könnten bald Staatsanleihen von Krisenländern kaufen. Das verkündete EZB-Präsident Mario Draghi am Nachmittag. Den Aktienmärkten war das offenbar zu wenig: Der DAX drehte deutlich ins Minus.

"Der Euro ist unumkehrbar", erklärte EZB-Präsident Mario Draghi nach der Zinssitzung des Zentralbankrats in Frankfurt und bekräftigte damit die Entschlossenheit der Währungshüter, die Gemeinschaftswährung zu schützen. Grundsätzlich sei die EZB zu weiteren Stützmaßnahmen für kriselnde Eurostaaten bereit. Im Raum stehen unter anderem Käufe von Staatsanleihen von Krisenländern wie Spanien und Italien. Maßnahmen gegen die Euro-Schuldenkrise wie diese würden "in den kommenden Wochen diskutiert", so Draghi.

Die extrem hohen Risikoprämien für Staatsanleihen behinderten eine effektive Geldpolitik, erklärte Draghi. Um die Lage zu entspannen, müssten die Regierungen für ein Eingreifen der Euro-Rettungsfonds EFSF und ESM an den Anleihemärkten bereitstehen. Die EZB könnte sich an Stützungskäufen im Rahmen ihres Mandats beteiligen - "in einem Umfang, der ausreicht, das Ziel zu erreichen", so Draghi.

Die Zentralbank werde den Krisenstaaten aber erst dann mit Anleihenkäufen unter die Arme greifen, wenn die Euro-Rettungsschirme auch am Bondmarkt aktiv werden. "Dies ist eine notwendige Bedingung", sagte Draghi. Das bedeute aber nicht automatisch, dass die EZB auch tatsächlich eingreifen werde.

Aktienmärkte reagieren enttäuscht

Die Sitzung der EZB war mit Spannung erwartet worden. Entsprechend heftig fiel die Reaktion der Märkte aus: Der Dax drehte deutlich ins Minus. Zuletzt verlor er fast 1,9 Prozent, der MDax sank um 1,65 Prozent, und der TecDax gab um 1,12 Prozent nach. Auch der Euro fiel von 1,24 US-Dollar unter 1,22 Dollar zurück. Der spanische Index Ibex-35 gab sogar um mehr als fünf Prozent nach.

Einem Börsianer zufolge hat Draghi nicht konkret genug erklärt, wie die EZB in der Euro-Schuldenkrise weiter agieren werde. Die Erwartungen seien nach den Kommentaren, den Euro weiter zu stützen, sehr hoch gewesen. "Die EZB wird alles tun, was zum Schutz des Euro notwendig ist, und glauben Sie mir, das wird genug sein", hatte Draghi in der vergangenen Woche erklärt.

Kritik an den Plänen Draghis kommt von der SPD. Mit einer Wiederaufnahme der Aufkäufe von Staatsanleihen kriselnder Euro-Länder lasse sich bestenfalls etwas Zeit kaufen; ein Weg zur Bewältigung der Eurokrise sei das nicht, kritisierte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier in Berlin. "Der Weg in die Haftungsunion wird ungebremst fortgesetzt, und
zwar ohne demokratische Kontrolle und ohne klar definierte Auflagen für die Empfängerländer", warnte Steinmeier.

Der direkte Aufbau von Staatsanleihen durch die EZB könne aber nur eine Übergangslösung zur "Abwehr von höherer Gewalt" sein und dürfe nicht zum Dauerzustand werden, erklärte der deutsch-griechische Europaabgeordnete Jorgo Chatzimarkakis im Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Gleichzeitig forderte der FDP-Politiker, "der EZB mehr Freiheiten zu geben, um ihren eigentlichen Auftrag, das Geld stabil und sicher zu halten, zu erfüllen".


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:56 Uhr

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