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Dresdner gedenken Bombenopfern mit Menschenkette

Proteste gegen Aufmarsch von Neonazis

Mit einer Menschenkette erinnern Dresdner an die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg (picture alliance / dpa / Jan Woitas)
Mit einer Menschenkette erinnern Dresdner an die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg (picture alliance / dpa / Jan Woitas)

In Dresden haben Tausende Bürger mit einer Menschenkette an die Luftangriffe vom Februar 1945 erinnert - und zugleich ein Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt. Bis zum Abend blieb es in der Stadt friedlich.

In Dresden haben mehrere Tausend Bürger mit einer großen Menschenkette an die Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg erinnert. Gleichzeitig sollte die Menschenkette ein Zeichen gegen Rechtsextremismus sein, da Neonazis den 13. Februar und das Gedenken an die Bombenopfer für ihre Zwecke instrumentalisieren wollen. Dieses Mal versammelten sich rund 800 Rechtsextreme am Rand des Stadtzentrums. Rund 1000 Gegendemonstranten protestierten gegen den Aufmarsch der Neonazis.

Ruhiger Beginn

Frauenkirche in Dresden (Deutschlandradio - Ulf Dammann)Frauenkirche in Dresden (Deutschlandradio - Ulf Dammann)Am Mittag hatten diedie Gedenkveranstaltungen mit einem Friedensgottesdienst in der Frauenkirche begonnen. Das barocke Gotteshaus war 1945 zerstört und erst nach der Wende mit Spendengeldern wieder aufgebaut worden. Pfarrer Holger Treutmann sagte, das Gedenken gelte ebenso den Opfern in Dresden wie den Opfern deutscher Kriegshandlungen anderswo in Europa. Es gelte, sich den Aktivitäten der Nazis entgegenzustellen. Treutmann mahnte die Protestierer zur Friedfertigkeit. Frank Richter, Direktor der sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung, nannte die geplante Menschenkette im Deutschlandfunk einen Versuch, die Stadt zu schützen und Gemeinschaft zu schaffen. Dresden habe mit Rechtsextremismus nichts am Hut und mit Gewalt auch nicht. Der Ruf "Nazis raus" greife zu kurz; auch Rechtsradikale seien Mitmenschen. Richter sagte, er habe durchaus Respekt vor der Gewissensentscheidung der Blockierer; diese müssten sich aber über die Risiken ihrer Aktion klar sein.

Streit um Polizeieinsatz 2011

Der Verlauf des Abends wird auch deshalb mit Spannung erwartet, weil der Polizeieinsatz des letzten Jahres nach wie vor umstritten ist. Die Staatsanwaltschaft erhob gegen knapp 500 Teilnehmer der Blockaden des Jahres 2011 Anklage. Die meisten Verfahren sind noch nicht abgeschlossen.Petra Pau (Die Linke, r) und der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) nehmen am Samstag (19.02.2011) in der der Fritz-Löffler-Straße in Dresden an einer Blockade gegen eine Neonazi-Kundgebung teil. (picture alliance / dpa /  Arno Burgi)19. Februar 2011: auch Politiker wie Wolfgang Thierse und Petra Pau (r.) nehmen an den Protesten gegen den Naziaufmarsch in Dresden teil. (picture alliance / dpa / Arno Burgi) Auch gegen mehrere Bundes- und Landtagsabgeordnete, vor allem der Linkspartei, wird ermittelt; in Sachsen beschlossen CDU und FDP mit den Stimmen der NPD, die Immunität der Links-Parlamentarier aufzuheben. Der sächsische Landtagsabgeordnete von Bündnis90/Die Grünen, Johannes Lichdi, sagte im Deutschlandradio Kultur, die Staatsanwaltschaft befinde sich im Rechtsirrtum. Die Blockierer hätten von ihrem Grundrecht auf Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht, als sie den Neonaziaufmarsch blockierten.

Polizei will keine Gewalt dulden

Die sächsischen Behörden vertreten dagegen die Auffassung, die Störung des Naziaufmarsches verstoße gegen das Versammlungsgesetz. Der Dresdener Polizeipräsident warnte die Blockierer, er werde nicht dulden, dass sich die Gewalt des Vorjahres wiederhole.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:47 Uhr

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