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Dritter Streiktag im öffentlichen Dienst

Bsirske: Länder haben sich "keinen Millimeter bewegt"

Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten im öffentlichen Dienst zu Warnstreiks auf (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)
Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten im öffentlichen Dienst zu Warnstreiks auf (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Im Kampf um eine Lohnerhöhung im öffentlichen Dienst wird heute erneut die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Verdi hat zu Warnstreiks aufgerufen. Schwerpunkte der Aktionen sind in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, dem Saarland, Bremen, Niedersachsen und Bayern geplant.

"Es gab keinerlei Annäherung, noch nicht einmal ein Angebot", kritisierte Gewerkschaftschef Frank Bsirske in der "Passauer Neuen Presse" die Länder. "Unsere Warnstreiks sollen Lösungen am Verhandlungstisch befördern", fügte Bsirske hinzu.

Nach Gewerkschaftsangaben legten in Nordrhein-Westfalen Krankenpfleger, OP-Schwestern, Küchenpersonal und Reinigungskräfte an mehreren Universitätskliniken ihre Arbeit nieder. In Sachsen-Anhalt beteiligten sich Beschäftigte an 60 Schulen, zwei Hochschulen und sechs Landesämtern an dem Ausstand. Auch aus Bremen, Niedersachsen sowie aus dem Saarland werden Aktionen gemeldet.

Lohnerhöhung von 6,5 Prozent gefordert

Der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske (AP)Der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske (AP)Die Gewerkschaft fordert für die rund 800.000 Beschäftigten im öffentlichen Dienst 6,5 Prozent mehr Lohn. Die Forderung ist aus Bsirskes Sicht "ohne weiteres zu verantworten". Schließlich hinkten die Beschäftigten der Länder bei den Gehältern hinterher. Sie erhielten im Laufe des Jahres 3,6 Prozent weniger als ihre Kollegen beim Bund und den Kommunen. "Diese Einkommenslücke wollen und werden wir schließen", sagte der Verdi-Chef in dem Zeitungsinterview.

Zum Auftakt der bundesweiten Warnstreikwelle im öffentlichen Dienst hatten am Montag rund 5000 Lehrer und Erzieher an Berliner Schulen die Arbeit niedergelegt. Gestern wurden die Streiks auf Universitäten, Autobahn- und Straßenmeistereien, Gerichte und andere Landesbehörden ausgeweitet, die Schwerpunkte lagen dabei in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen.

Bis Freitag kein Streik am Hamburger Flughafen

Bsirske verteidigte auch die Forderung von 30 Prozent mehr Lohn für das Sicherheitspersonal an den Flughäfen. "Sicherheit an Flughäfen gibt es nicht zum Nulltarif", sagte er. Zurzeit erhalten Beschäftigte bei der Abfertigung etwa in Hamburg einen Stundenlohn von 11,80 Euro.

Am Hamburger Flughafen hat das Sicherheitspersonal heute erneut für einen Tag die Arbeit niedergelegt; das bestätigte ein Flughafen-Sprecher. 115 von 181 Abflügen wurden bereits am Morgen gestrichen. Auch 25 der geplanten Ankünfte wurden aus dem Flugplan genommen, teilte der Flughafen am mit. "Die Lage ist durchaus angespannter als beim vergangenen Mal", sagte die Sprecherin des Flughafen Hamburg. Der Streik hatte am frühen Morgen begonnen und soll laut Verdi bis 23.00 Uhr dauern. Verdi kündigte inzwischen an, den Streik für die kommenden zwei Tage auszusetzen.

Der Airport Hamburg informiert Flugreisende über die Ausfälle - hier die Hotlines der Fluggesellschaften.

Morgen Warnstreiks in Düsseldorf und Köln/Bonn

An den beiden größten nordrhein-westfälischen Flughäfen in Düsseldorf und Köln wird am morgigen Donnerstag wieder gestreikt. Betroffen sei die Frühschicht zwischen 3:30 Uhr und 10 Uhr, teilte Verdi mit.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:06 Uhr

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