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Drogenkartelle ohne Gnade

In Mexiko wurden nach einem Massaker 49 enthauptete Leichen entdeckt

Massaker an 49 Menschen in Mexiko (picture alliance / dpa / Miguel Sierra)
Massaker an 49 Menschen in Mexiko (picture alliance / dpa / Miguel Sierra)

Der Drogenkrieg in Mexiko nimmt immer grausamere Züge an. Im Norden des Landes wurden 49 enthauptete Leichen gefunden. Es ist das dritte Massaker innerhalb von neun Tagen.

Es war ein schrecklicher Fund: An einer Schnellstraße in San Juan im Norden Mexikos wurden 49 Leichen entdeckt. Nach Angaben der Behörden handelt es sich bei den Opfern um 43 Männer und sechs Frauen. Ihnen wurden Köpfe, Hände und Füße abgeschnitten. Die Leichenteile lagen in schwarzen Plastiksäcken am Straßenrand.

Das Drogenkartell Zetas habe sich zu dem Massaker bekannt, erklärte ein Sprecher für öffentliche Sicherheit im Bundesstaat Nuevo Leon. Bei den Leichen befand sich auch eine Botschaft. Zu deren Inhalt wollte der Sprecher aber keine Angaben machen. Ein Zusammenhang mit dem Drogenhandel wurde aber bestätigt. Die Schnellstraße führt von Monterrey zur US-Grenze. Die Staatsanwaltschaft schloss nicht aus, dass es sich bei den Opfern um Migranten auf dem Weg in die USA gehandelt habe.

Massaker sollen Rivalen einschüchtern

Es ist das dritte Massaker in Mexiko innerhalb von neun Tagen. Viele der jüngsten Morde ereigneten sich im Norden des Landes. Das Drogenkartell Zetas liefert sich einen blutigen Krieg mit rivalisierenden Banden. Die Gruppe wurde von ehemaligen mexikanischen Soldaten gegründet und entstand als bewaffneter Arm des Golfkartells. Später spaltete sie sich aber ab und bekämpft seitdem ihren früheren Arbeitgeber.

Erst vor wenigen Tagen waren im westlichen Bundesstaat Jalisco 18 enthauptete Leichen in zwei Autos entdeckt worden. Staatsanwalt Tomas Coronado Olmes sieht in der Gewalttat einen Racheakt für die Tötung von 23 mutmaßlichen Bandenmitgliedern im nördlichen Bundesstaat Tamaulipas einige Tage zuvor.

Mehr als 50.000 Tote seit 2006

Der mexikanische Präsident Felipe Calderon (AP)Der mexikanische Präsident Felipe Calderon (AP)Vor allem in den Grenzgebieten zu den USA im Norden Mexikos tobt seit Jahren ein unerbittlicher Kampf zwischen den Drogenkartellen. Dabei geht es vor allem um die Schmuggelrouten in die USA. Seit Ende 2006 wurden mehr als 50.000 Menschen getötet. Damals hatte Präsident Felipe Calderón einen Militäreinsatz gegen die Drogenbanden gestartet.

Es wird erwartet, dass sich der Konflikt auf die Präsidentenwahlen am 1. Juli auswirkt. Durch die eskalierende Gewalt ist die Zustimmung zur konservativen PAN von Präsident Felipe Calderón gesunken. Calderon hatte sich für ein härteres Vorgehen gegen die Drogenkartelle eingesetzt. Zu diesem Zweck versetzte er zehntausende Polizisten und Soldaten in die Grenzregion zu den USA. Calderón strebt eine Wiederwahl an.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr

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