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Duisburgs OB Sauerland wird von eigener Partei Rücktritt nahegelegt

Bosbach (CDU): Sauerland trägt politische Verantwortung für Loveparade-Tragödie

Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) (AP)
Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) (AP)

Es wird eng für Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland, der einen Rücktritt wegen des Loveparade-Unglücks verweigert. Parteikollege Bosbach sagte, Sauerland "hafte" für die Fehler seiner Mitarbeiter. Bei einem Rücktritt verlöre Sauerland offenbar sämtliche Pensionsansprüche.

Wolfgang Bosbach sagte über Sauerlands Verantwortung in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner", es sei zweitrangig, ob Sauerland persönlich eine Genehmigung unterschrieben habe oder nicht. Sauerland lehnt einen Rücktritt bisher mit dem Argument ab, er wolle aktiv an der Aufklärung des Sachverhalts mitarbeiten. Nach Informationen des Steuerzahlerbundes würde der 55-Jährige bei einem Amtsverzicht sämtliche Pensionsansprüche verlieren, auch die aus seiner Zeit als Lehrer.

Es gehöre dazu, dass die Verantwortlichen für das Loveparade-Unglück benannt würden, sagte Nikolas Schneider, EKD-Ratsvorsitzender im Deutschlandradio Kultur.

Auch die nordrhein-westfälische Regierungschefin Hannelore Kraft (SPD) hatte gestern den Duisburger Oberbürgermeister indirekt zum Rücktritt aufgefordert. Letztlich müssten sich Sauerland und die Zuständigen in der Stadtspitze der politischen Verantwortung stellen, sagte Kraft der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post".

Sie habe den Eindruck, dass der Oberbürgermeister glaube, er würde Schuld eingestehen, wenn er die politische Verantwortung übernähme. Diesen Zusammenhang gebe es aber nicht.

Sauerland wies eine direkte Mitschuld an dem Unglück erneut von sich. Persönliche Verantwortung könne es nur geben, wenn es zu ungerechtfertigten Eingriffen in den Prozess gekommen wäre. Diese habe es aber nicht gegeben, sagte er der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Er habe keine einzige Genehmigung für die Veranstaltung unterschrieben, sagte Sauerland der "Bild-Zeitung". Dies sei auch gar nicht der Job des Bürgemeisters. Zunächst wolle er wissen, warum 21 Menschen ihr Leben verloren hätten. Danach werde er über persönliche Konsequenzen entscheiden.

Trauernde besuchen den Tunnel in Duisburg, in dem eine Massenpanik bei der Loveparade ausbrach. (AP)Trauernde besuchen den Tunnel in Duisburg, in dem eine Massenpanik bei der Loveparade ausbrach. (AP)

Trauerfeier ohne OB

Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland Sauerland wird nicht an der geplanten Gedenkveranstaltung am Samstag teilnehmen. Er wolle "die Gefühle der Angehörigen nicht verletzen und mit seiner Anwesenheit nicht provozieren", sagte ein Sprecher der Duisburger Stadtverwaltung. Auch Sicherheitsbedenken sollen zu der Entscheidung geführt haben: Gegen Sauerland soll es mehrere Morddrohungen gegeben haben.

An der Trauerfeier in der Duisburger Salvatorkirche Kirche werden am Samstag auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Christian Wulff teilnehmen.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

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