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E10 soll weiter angeboten werden

Brüderle und Röttgen wollen aber bessere Information der Verbraucher

E10-Zapfpistole an einer Tankstelle (picture alliance / dpa)
E10-Zapfpistole an einer Tankstelle (picture alliance / dpa)

Die Bundesregierung will die Information über das Super-Benzin mit zehn Prozent Ethanol rasch verbessern. Wirtschaftsminister Brüderle (FDP) und Umweltminister Röttgen (CDU) wollen an dem zuletzt kaum nachgefragten Treibstoff festhalten.

Dies teilten sie nach einem Treffen mit Vertretern von Wirtschaft und Verbraucherverbänden mit, bei dem es um die Zukunft des von den deutschen Autofahrern weitgehend gemiedenen E10 ging. Der heutige "Benzin-Gipfel" sollte Ordnung ins E10-Chaos bringen, wie der Deutschlandfunk berichtet. Als ein konkretes Ergebnis hat sich die Mineralölwirtschaft nun dafür entschieden, an den Tankstellen Listen auszulegen, aus denen die Verträglichkeit aller Autos für den Biokraftstoff hervorgeht.

Der jüngst an Deutschlands Zapfsäulen eingeführte Kraftstoff mit dem Namen E10 sorgt für große Verwirrung unter Autofahrern. Der Biosprit besteht aus dem herkömmlichen Kraftstoff Super Bleifrei plus zehn Prozent Ethanol. Viele befürchten Motorschäden, wenn sie E10 tanken.

Ein Anlagenfahrer von der PCK Raffinerie GmbH im brandenburgischen Schwedt (Uckermark) ist auf Kontrollgang durch das Werk. (picture alliance / dpa)Das Gelände der PCK Raffinerie GmbH in Brandenburg. (picture alliance / dpa)

Verbraucherschützer verlangen Verträglichkeits-Garantie

Verbraucherschützer verlangen deshalb klare Informationen für die Autofahrer und eine Garantie von den Autoherstellern, dass ihre Fahrzeuge den neuen Agro-Kraftstoff vertragen. Der Verbraucherverband Bundeszentrale (vzbv) fordert eine Haftungsübernahme für E10-Schäden durch die Autoindustrie.

Ohne verbindliche Garantien der Autoindustrie sei der Agrosprit nicht vermittelbar und werde über kurz oder lang wieder aus dem Verkehr gezogen, sagte der vzbv-Verkehrsexperte Holger Krawinkel im Deutschlandfunk. Die Regierung werde unabhängig von dem Energiegipfel nicht umhinkommen die Agrospritstrategie noch mal gründlich zu überdenken.

Pannen bei der Information der Autofahrer

Die Kommunikationspannen bei der Einführung von E10 erinnern Andreas Fischer-Appelt, Chef der gleichnamigen Hamburger Werbeagentur, an eine schlechte Seifen-Oper. In der Kommunikation seien von allen Beteiligten schwere Fehler gemacht worden, sagte der Werbe-Experte im Deutschlandradio Kultur.

Michael Kauch, der umweltpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, machte im Gespräch mit dem Deutschlandfunk die Auto- und Mineralölindustrie für den Quasi-Boykott verantwortlich. Sie habe die Verbraucher mit unklaren Aussagen alleine gelassen.

Die Gefahr des Biosprits

Wissenschaftsjournalist Sönke Gäthke erläuterte im Interview mit der Sendung "Forschung aktuell" die hohe Aggressivität von Ethanol:

"Das heißt, es entzieht Gummi zum Beispiel den Wasseranteil. Die Folge ist: Das Gummi wird spröde. Gummi wird zum Beispiel eingesetzt in Dichtungen, auch in Benzinleitungen. Das Gummi kann dann reißen. Das Wasser könnte dann seinen Weg offenbar sogar ins Motorenöl finden."

Uwe Fritsche, Experte für Biomasse und Bioenergie beim Öko-Institut in Darmstadt, kritisiert im Deutschlandfunk die Energieeinsparung des neuen Biokraftstoffes E10 als unzureichend. Andere Verkehrsmittel und ein Tempolimit brächten "viel mehr als die Beimischung von Biokraftstoffen".

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr

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