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ECOWAS sammelt rund 450 Millionen Dollar für Mali-Einsatz ein

USA planen Drohnenbasis in Nordwestafrika

Französische Soldaten nahe der malischen Hauptstadt Bamako (picture alliance / dpa / Arnaud Roine / Ecpad / Handout)
Französische Soldaten nahe der malischen Hauptstadt Bamako (picture alliance / dpa / Arnaud Roine / Ecpad / Handout)

Bei einer Geberkonferenz in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba haben die Mitgliedsstaaten der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS Geld zur Finanzierung des afrikanisch geführten Militäreinsatzes in Mali zugesagt.

Der malische Übergangspräsident Dionkounda Traoré hat bei der Geberkonferenz für das Krisenland die gesamte internationale Gemeinschaft zu "massiver Unterstützung" für seine Heimat aufgerufen. Gewalt könne immer nur das letzte Mittel sein, sei aber in Mali "unvermeidlich" gewesen, da die islamischen Extremisten eine Bedrohung für die ganze Welt dargestellt hätten. Die Terroristen seien ein "gemeinsamer Feind".

Mindestens 950 Millionen Dollar seien zur Finanzierung des afrikanisch geführten Militäreinsatzes in Mali nötig, erklärte der Präsident der Elfenbeinküste und Vorsitzende der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS, Alassane Ouatarra, bei der Eröffnung der Konferenz für das Krisenland in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. 10.000 Soldaten würden benötigt, um das riesige Land aus der Hand von islamistischen Extremisten zu befreien - weit mehr als die ursprünglich geplanten 3.300, fügte er hinzu.

Übergangspräsident Traoré kündigt Wahlen für Ende Juli an

Die Afrikanische Union (AU) hat bereits angekündigt, sich mit 50 Millionen Dollar an der Gesamtsumme zu beteiligen und Japan will Mali und andere Staaten der Sahel-Zone mit 120 Millionen Dollar unterstützen. Die USA wollen 96 Millionen Dollar zur Finanzierung des Einsatzes beisteuern. Frankreich, das die malische Armee seit Wochen im Kampf gegen islamische Extremisten unterstützt, kündigte 47 Millionen Euro an. Aus der Kasse der Europäische Union sollen 50 Millionen Euro kommen, sagte Entwicklungskommissar Andris Piebalgs. Zudem will die EU Militärausbilder entsenden. Auch Deutschland will rund 15 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Zu dem Hilfsangebot zählt auch die Lieferung von Ausrüstung für die malische Armee, darunter Lastwagen, Splitterschutzwesten und ein Feldlazarett. "Deutschland steht zu seiner Verantwortung", erklärte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle.

In Mali soll bis spätestens Ende Juli eine neue Regierung bestimmt werden. Der malische Übergangspräsident Traoré erklärte auf der Konferenz, er werde sich für "freie, faire und glaubwürdige" Wahlen einsetzen.

Hollande: Sind dabei, die Schlacht zu gewinnen

Der französische Präsident François Hollande hält seine Neujahrsansprache im Élysée-Palast in Paris (picture alliance / dpa / Pool / Witt / Maxppp)Der französische Präsident François Hollande (picture alliance / dpa / Pool / Witt / Maxppp)Frankreichs Militäreinsatz in dem westafrikanischen Wüstenstaat ist nach Ansicht von Präsident François Hollande ein voller Erfolg. "Wir sind dabei, die Schlacht zu gewinnen", sagte Hollande in Paris. Wenige Stunden zuvor waren französische und malische Truppen in die von Islamisten gehaltene Stadt Timbuktu vorgerückt. Die Soldaten nahmen die Stadt kampflos ein, wie Militärsprecher Thierry Burkhard in Paris mitteilte. Nach der Vertreibung der Islamisten aus der malischen Stadt Timbuktu werden von dort Plünderungen gemeldet. Sie richten sich laut Augenzeugen gegen Geschäfte arabisch-stämmiger Besitzer. Die Plünderer werfen ihnen demnach vor, sich während der Besetzung Timbuktus mit den islamistischen Kämpfern verbündet zu haben.

Vor ihrem Rückzug setzten die Islamisten offenbar das Ahmed-Baba-Zentrum in Brand, in dem sich wertvolle historische Schriften befanden. "Es ist wirklich alarmierend, dass das passierte", sagte der Bürgermeister von Timbuktu, Halle Ousmane, der Nachrichtenagentur AP. Alle wichtigen alten Manuskripte seien angezündet worden. "Das ist die Geschichte von Timbuktu, seiner Bevölkerung". Rund 20.000 altertümliche Manuskripte gehören in Timbuktu zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Mausoleen der Stadt, die ebenfalls auf der Welterbe-Liste standen, hatten die Islamisten im vergangenen Jahr in Brand gesetzt. "Das ist ein Akt der Herausforderung an die internationale Staatengemeinschaft", sagte Albert Hofheinz, Islamwissenschaftler an der Universität Oslo im Deutschlandradio Kultur

USA wollen unbewaffnete Überwachungsmissionen starten

Die USA planen unterdessen eine Drohnenbasis in Nordwestafrika, um Gruppen des Terrornetzwerkes Al-Kaida sowie islamische Extremisten in der Region besser überwachen zu können. Zunächst sollten von dem Drohnenstützpunkt aber nur unbewaffnete Überwachungsmissionen starten, berichtete die Tageszeitung New York Times. Zu den möglichen Standorten zählten Regierungsmitarbeiter das im Osten an Mali grenzende Niger sowie das südlich von Mali gelegene Burkina Faso. Die Drohnen könnten so schnell wie möglich die von Frankreich geführte Mission in Mali unterstützen, so ein Sprecher des US-Militärs.

Der Leiter der Hilfsorganisation "Grünhelme", Rupert Neudeck, warnte im Deutschlandfunk vor einer stärkeren Beteiligung der Europäischen Union in dem Konflikt. Er kritisiert die Informationspolitik Frankreichs und glaubt, dass es auch in Mali zivile Opfer gibt."Dort findet ein Krieg statt und wir wissen aus Kriegen erst mal, dass das erste Hauptopfer immer die Wahrheit ist", sagte Neudeck.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:05 Uhr

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